Donnerstag, 17. Januar 2019

NLMK Clabecq: Halbe Belegschaft muss gehen

Als 2011 die Scheidung zwischen Duferco und NLMK erfolgt und der Hausstand aufgeteilt worden ist, haben die Russen die Standorte La Louvière und Clabecq behalten. 

Richtig glücklich geworden sind sie damit nie. Schon vor Jahren ist die Belegschaft in La Louvière um die Hälfte abgebaut worden. 

Jetzt ist das Walzwerk als letzter noch vorhandener Betriebsteil der vormaligen Forges de Clabecq an der Reihe. NLMK hat im Rahmen einer Restrukturierung, die bis 2022 dauern soll, das Renault-Verfahren für 290 und damit die Hälfte der dort verbliebenen Mitarbeiter beantragt. 

Donnerstag, 10. Januar 2019

P&O flaggt aus

Die sechs Schiffe der Reederei P&O, die auf der Relation Dover-Calais eingesetzt werden, also die beiden Spirits, die drei Prides und die European Seaway, trugen seit jeher Dover als Heimathafen unter dem Namen. Jetzt werden sie nach Zypern ausgeflaggt. 

Für die Besatzungen habe das keine Konsequenzen, beteuert das Unternehmen. Der Wechsel zu einem Register, das auch nach dem Brexit zur EU gehöre, habe rein steuerliche Gründe.

Dienstag, 8. Januar 2019

Ambrosius †

Im März wäre er drei Jahre alt geworden. Letzten Herbst waren uns erste Atembeschwerden aufgefallen. Die Diagnose war so eindeutig wie grausam: HCM. Danach ist alles sehr schnell gegangen. Gestern hat ihn unsere Tierärztin erlösen müssen. 

Leute, lasst die Finger von Maine Coons von selbsternannten Hobbyzüchtern. Eigentlich sollte man denen ihr Geschäft bei schlimmen Strafen verbieten, denn es ist grausam für Mensch und Tier. 

Seriöse Züchter lassen ihre Elterntiere aufwendig auf diese unheilbare Erbkrankheit untersuchen, bevor sie sie zur Zucht einsetzen. Uns ist diese Einsicht leider zu spät gekommen.

Nachtrag 12.1.19:
Es wird höchste Zeit, den Handel mit Tieren in dieser Räuberhöhle von ebay-Kleinanzeigen zu verbieten. 

Eben hat jemand eine fünfmonatige Maine Coon für 40 Euro verramscht. Die war innerhalb von einer halben Stunde weg und wird garantiert in den nächsten Tagen irgendwo zum Fünffachen wieder angeboten.

Jetzt gerade will jemand Maine Coon Babies mit sechs Wochen verkaufen. Schade, dass man solche Leute nicht wegen Tierquälerei belangen kann.

Freitag, 4. Januar 2019

Pizza per Kanalfähre?

Schon seit November 2017 kursieren Gerüchte über eine Wiederaufnahme des Fährbetriebs zwischen Ostende und Ramsgate. Angeblicher Betreiber sollte eine Seaborne Freight Limited aus England sein. Passiert ist bis heute nichts, und der ursprünglich vorgesehene Termin, März 2018, ist immer wieder verschoben worden.

In den verschiedenen Internetforen zum Thema Kanalfähren ist das seither ein Dauerbrenner. Alles fragt sich, mit welchen Schiffen die überhaupt fahren wollen. Mehrfach ist die Nord-Pas-de-Calais erwähnt worden, die aktuell als Andalus Express zwischen Spanien und Gran Canaria im Einsatz ist und kaum abkömmlich sein dürfte. Auch zu den übrigen zwei der angeblich drei vorgesehenen Schiffe herrscht nach wie vor großes Rätselraten, zumal die Anzahl der möglichen Kandidaten äußerst überschaubar ist.

Seit einigen Tagen hat das Thema nun auch die breite Öffentlichkeit erreicht. 

Denn jetzt, da die Gefahr eines unkontrollierten Brexit immer näher rückt, wird die britische Regierung panisch. Wenn in Dover und Calais von Heute auf Morgen wieder Zollkontrollen eingeführt werden müssten, würde es auf beiden Seiten kilometerlange Staus geben. Aus früheren Störungen des Fährbetriebs weiß man aber, dass dafür in Dover kein Platz ist. 

Und so hat der britische Verkehrsminister, Chris Grayling, viel Geld in die Hand genommen, um neben Calais-Dover zusätzliche Kapazitäten auf anderen Verbindungen über den Kanal zu schaffen. Drei Reedereien sollen mit insgesamt 108 Millionen Pfund subventioniert werden, um diese Kapazitäten zu schaffen: DFDS, Brittany Ferries und... Seaborne Limited. 

Allein, Seaborne hat bis heute weder ein einziges Schiff noch irgendwelche Referenzen oder Erfahrungen im Fährbetrieb, nicht einmal einen richtigen Firmensitz, sondern gibt als einzige Anschrift die ihres Anwalts an, soll aber 13,8 Millionen Pfund erhalten oder sogar schon erhalten haben. 

Doch, meint der Verkehrsminister, das sei alles völlig in Ordnung und gehe durchaus mit rechten Dingen zu. Beamte seines Ministeriums und externe Berater hätten eine umfangreiche Due-Diligence-Prüfung durchgeführt. Dass dies alles zudem ohne jede Ausschreibung passiert ist, sei halt der Dringlichkeit geschuldet. 

Seit vorgestern geht das Thema in die nächste Runde. Einige Leute hatten sich die Allgemeinen Geschäftsbedingungen auf der Website von Seaborne Freight einmal näher angesehen. Die sind zwar seither geändert worden, waren vor zwei Tagen aber noch eindeutig für einen Pizzabringdienst oder etwas ähnliches formuliert. So wurde ausdrücklich erklärt, was jedem droht, der aus Jux fingierte Bestellungen aufgeben würde. 

Wer die britische Presse kennt, kann sich den Spott, der seither über dem Minister ausgegossen wird, sicher gut vorstellen. 

Dienstag, 1. Januar 2019

Dann halt keine Busbilder aus DK

Eigentlich wollte ich an dieser Stelle ein paar Bilder der tollen neuen Stadtbusse aus Dünkirchen zeigen, in ihren leuchtenden Farben, mit dem Erdgasantrieb, der wesentlich nasenfreundlicher ist als Diesel, und der Tatsache, dass das alles seit Anfang September 100% gratuit, also völlig kostenlos, zu benutzen ist. 

Aber leider mögen die Herren Busfahrer es wohl nicht, wenn man ihren Bus fotografiert. Der eine ist mit grimmigem Blick und Vollgas aus der Haltestelle gedonnert, bevor ich den Bus von vorn ablichten konnte, und der zweite hat ein Riesentheater mit Lichthupe, Vollbremsung und heftiger Gestik aufgeführt. Klare Anzeichen einer schweren Testosteronvergiftung, wie sie bei Leuten aus Kulturkreisen, in denen man es mit der Freiheit von Kunst und Berichterstattung eh nicht so hat, bekanntlich öfter auftritt. Dann eben nicht.

Machen wir stattdessen übermorgen in Belgien an der Küste noch ein paar Straßenbahnbilder. Die grüßen freundlich und fahren betont langsam ab, damit man in Ruhe sein Bild machen kann. 

Welche der beiden Verhaltensweisen für das Image des Unternehmens auf Dauer besser ist, mag jeder selbst beurteilen.