Donnerstag, 2. Mai 2019

RTBF Mix

Mit der Abschaltung des Mittelwellensenders der RTBF auf 621 kHz zum letzten Jahresende war in großen Teilen Flanderns, vor allem an der Küste, kein französischsprachiges belgisches Rundfunkprogramm mehr zu empfangen. Angesichts der Tatsache, dass viele Wallonen ihre Ferien an der Küste verbringen, war das ein ärgerlicher Zustand. 

Das Angebot der Wallonen, im Austausch per DAB+ jeweils ein Programm der anderen Sprachgruppe auszustrahlen, war den Flamen nicht recht. 

Seit gestern sendet nun die RTBF auf dem 'privaten' Mux, der vom Dienstleister Norkring auf 5A/5D in Flandern verbreitet wird, unter dem Namen RTBF Mix ein seltsames Durcheinander aus drei ihrer Hörfunkprogramme:

5.00 bis 10.00 Uhr: La Première
10.00 bis 20 Uhr: Classic 21
20.00 bis 24.00 Uhr: VivaCité
0.00 bis 5.00 Uhr: Classic 21

Damit läuft während des größten Teils der Tagesstunden mit Classic 21 ein Allerwelts-Rockprogramm, wie bei einem Dutzend flämischer Sender auch, halt nur mit französischen Kurznachrichten. Die ausführlichen Nachrichtensendungen von La Première um 13 und 18 Uhr kann man schließlich auch auf Mittelw... pardon... im Internet hören.

Da war die alte Lösung auf der Mittelwelle mit La Première tagsüber und Vivacité abends, wegen der Sportsendungen, die sehr viel sinnvollere Lösung. 

So ist das eher RTBF Murks. Schade eigentlich. 

Mittwoch, 1. Mai 2019

Zum 1. Mai

Falls noch jemand eine musikalische Untermalung für die häusliche Demo braucht, bitte sehr. Es spielen die Amis Réunis aus Eben-Emael, aufgenommen beim Cramignon in Lanaye vor einigen Jahren.



Lanaye (B), Zoom H2, OKM.

Donnerstag, 25. April 2019

Joline

Es gibt außer Calais - Dover und Dunkerque - Dover noch eine dritte Fährverbindung im Kanal, die allerdings ohne jede Werbung und unter eher konspirativen Verhältnissen. 

Die im lettischen Riga registrierte Fähre Joline liegt die meiste Zeit ganz hinten im Hafen von Calais und fährt alle paar Wochen nach Ramsgate und wieder zurück. Dort holt sie dann LKW mit lebenden Schafen ab und bringt sie nach Frankreich. Dieser Verkehr ist den Tierschützern auf der Insel schon lange ein Dorn im Auge und es hat immer wieder Proteste und sogar Blockaden im Hafen gegeben. Die Tierschützer verlangen, die Tiere bereits vor dem Transport zu schlachten und nicht erst am Bestimmungsort auf dem Kontinent. Sie sagen, der lebende Transport sei ein zu großer Stress für die armen Viecher. P&O und DFDS verweigern die Beförderung schon länger. 

Heute Nachmittag ist Joline von Calais aus wieder einmal nach Ramsgate ausgelaufen und so gab es die seltene Gelegenheit, ein paar Bilder zu machen.

Man mag kaum glauben, dass die mit dieser Nussschale überhaupt übers Meer fahren. Sowas würde man eher auf der Mosel erwarten.

















Calais (62), 25.4.2019, Pentax K-3 und K-r

Samstag, 20. April 2019

Das Verbuddelschiff

Die Flintstone ist ein Spezialschiff, das Rohrleitungen für Öl oder Gas im Meeresboden vergräbt, und das bei Wassertiefen bis 2000 m.

Sie hat gerade gerade in Dünkirchen eine neue Lackierung erhalten, und heute Mittag haben die Schlepper Cyclone und Aventureux sie aus dem Trockendock geholt.

Dunkerque (59), 20.4.2019 - Pentax K-3, DA 18-135 mm, f8, 1/350 s

Dienstag, 16. April 2019

La Meuse und der Beogradski Shimbun

La Meuse berichtet gerade, dass einige serbische Revolverblättchen verkünden, der Brand von Notre Dame sei die göttliche Strafe dafür, dass die Franzosen bei der Gedenkfeier zum Waffenstillstand von 1918 eine kosovarische Fahne aufgehängt haben. Über den Schwachsinn einer solchen These muss man wohl nicht weiter diskutieren. 

Aber La Meuse wäre nicht La Meuse, wenn sie diese Meldung nicht auch illustriert hätten. Das Bild dazu haben sie sich bei Belga geholt. Irgendwer in der Redaktion in Lüttich scheint sogar zu wissen, dass die Serben nicht das lateinische Alphabet verwenden. So weit, so gut. Vielleicht sollte ihnen gelegentlich noch jemand den Unterschied zwischen kyrillischen und japanischen Schriftzeichen erklären.  

Mittwoch, 10. April 2019

The Birds and the Bees

Wenn britische Eltern ihrem Nachwuchs die Grundzüge menschlicher Vermehrung beibringen, ist das auch als the talk about the birds and the bees bekannt, weil dabei in früheren Zeiten nur wenig Klartext und viel blumiges vermittelt wurde. 

Um die richtigen Bienen und deren wichtige Funktion in der Bestäubung von Pflanzen sorgt sich nicht nur die britische Regierung schon länger. Und so verlinkt das dortige Landwirtschaftsministerium seit Jahren auf eine Website, wo unter dem Titel "The Bees' Needs" erklärt wird, wie man den Bienen helfen kann, indem man mehr blühende Pflanzen im Garten hat, mehr Fläche sich selbst überlässt und den Rasen nicht so oft mäht. Dieser Titel ist ein nettes Wortspiel, denn the bee's knees ist im Englischen der Ausdruck für etwas ganz besonders Feines.

Vom Ministerium unbemerkt hat diese Website allerdings schon vor einiges Zeit den Besitzer gewechselt. Wenn man den Link beim Landwirtschaftsministerium nun anklickt, erscheint eine endlos lange Liste von Orten in GB, in der ein weiterer Klick zum örtlichen Escort-Service führt. Und da geht es dann weniger im Bees als um Birds, wie die in diesem Gewerbe tätigen Damen in nicht ganz so vornehmen Kreisen auch genannt werden. 

Das hat zwar im weitesten Sinne auch mit Pollen und Bestäubung zu tun, auch wenn es weniger dem Zweck der Arterhaltung dient, ist aber nicht wirklich the bee's knees.

Sonntag, 7. April 2019

Antwerpen und Brüssel - Vorsicht Knöllchenfalle!

Die Städte Antwerpen und Brüssel haben Umweltzonen eingerichtet, in die nur noch bestimmte Fahrzeuge einfahren dürfen. Vor allem ältere Diesel müssen draußen bleiben. 

Besonders aufpassen müssen nun alle, die mit im Ausland zugelassenen Fahrzeugen in eine der beiden Städte fahren. Die müssen ihr Fahrzeug nämlich ALLE im Internet anmelden, und zwar VORHER. Das ist besonders in Antwerpen wichtig, denn dort gibt es Kamerafallen mit automatischer Kennzeichenerkennung, die ausländische Fahrzeughalter sonst gnadenlos mit Bußgeldern von 150 € überziehen. Wer innerhalb der Umweltzone mit einem dort nicht erlaubten Fahrzeug erwischt wird, zahlt 350 €. 

Es empfiehlt sich, bevor man mit dem umständlichen Ausfüllen der Onlineformulare beginnt, Fotos des KFZ-Scheins - beide Seiten - bereit zu haben, denn die müssen mit dem Antrag hochgeladen werden. 

Dieses ganze Theater natürlich gleich zweimal - einmal für Antwerpen und dann noch einmal für Brüssel. Damit dürfte klar sein, was passiert, wenn demnächst noch Gent, Brügge, Löwen, Lüttich, Namur, Charleroi, Mons, Tournai... Sourbrodt und Erps-Kwerps ebenfalls Umweltzonen mit eigenen Websites und Formularen einrichten. 

Samstag, 6. April 2019

Proximus: wie beruhigend

Beim belgischen Netzbetreiber Proximus, der ehemaligen Belgacom, sind gestern stundenlang große Teile des Festnetzes einschließlich der Notrufnummern ausgefallen. In Binche musste jemand zur Feuerwache rennen, um Bescheid zu sagen, dass sein Haus in Flammen stand. 

Heute hat Proximus mitgeteilt, dass der Ausfall nicht etwa durch einen Hackerangriff, sondern durch ein technisches Problem verursacht worden sei. 

Im Klartext: Sie brauchen keine Hacker und sind, danke der Nachfrage, immer noch bestens in der Lage, sich selbst abzuschießen. Das ist doch ausgesprochen beruhigend. 

Freitag, 5. April 2019

Une sandwicherie pas comme les autres

Das sind Olivier und Nathalie. Die beiden betreiben in Soumagne an der Landstraße nach Lüttich die Sandwicherie l'Olina, womit auch klar sein dürfte, wo der Name herkommt. 

Und wer in der Mittagszeit in der Nähe ist, der sollte da unbedingt hin. Denn hier gibt es nicht einfach nur Sandwiches, sondern wahre Kunstwerke, vom in ganz Belgien beliebten Dagobert - einem Baguette mit Kochschinken, Käse, Ei, Salat, sauren Gürkchen und Zwiebelchen, geriebenen Möhren, Tomate usw. - über dick mit belgischen Buletten belegte Varianten bis zu den raffiniertesten Kreationen mit Räucherlachs und getrüffeltem Rührei. 

All dies in einem köstlich frischen Baguette, das allein schon eine Klasse für sich ist, mit knackfrischen Zutaten, unmittelbar vor dem Verzehr mit Liebe zubereitet - da liegt nichts stundenlang durchgeweicht in der Theke - und immer mit einem Lächeln serviert.

Auch die Nudelgerichte, ob mit Sahne-Schinken-Soße oder Bolognese, sind unverschämt lecker und würden jedem Italiener zur Ehre gereichen.

Der Kaffee von unserem 'Hauslieferanten' Café Liégeois aus Verviers kommt frisch aus der Espressomaschine und ist vom Feinsten.

Und wer jetzt denkt, das würde aber ein teures Vergnügen, der irrt. Die Preise sind ausgesprochen zivil. Besonders angenehm sitzt man übrigens hinten im Wintergarten bzw. bei warmem Wetter auf der Terrasse. 

All das hat sich natürlich längst herumgesprochen und mittags ist der Laden voll. Wer dort mit mehreren Personen einkehren will, der kann telefonisch reservieren und sollte das auch tun. 

Schade ist nur, dass l'Olina nur Wochentags und am Mittag geöffnet ist, genau gesagt Dienstag bis Freitag von 10 Uhr bis 14.30 Uhr.   

Sandwicherie l'Olina, Avenue de la Résistance 520, 4633 Soumagne, +32 496 80 10 20

Zum Schluss noch der übliche Hinweis: Ich habe keine Aktien an dem Laden und bin für diesen Beitrag auch nicht bezahlt worden. Wir finden es da einfach nur wunderbar. 

Donnerstag, 4. April 2019

Du weißt, Du wirst alt...

Wenn zu einem Film gemeldet wird, er sei demnächst als DVD und VOD zu haben, und Du überlegst erst einmal, was eine VOD sein soll.

Samstag, 30. März 2019

Zoom H3-VR - Firmware 2.0 verfügbar

Zoom hat für das H3-VR ein Firmware-Update veröffentlicht. Als neue Features zeichnet das Gerät nun einen über Bluetooth zugeführten Timecode auf und im Betrieb als Audio-Interface lässt es sich über die Smartphone-App steuern. Vielleicht gibt es ja jemand, der damit etwas anfangen kann. 

Als behobene Bugs sind nur gelegentliche Abstürze im USB-Betrieb aufgeführt. 

Der ausgemacht dämliche Fehler, dass Datum und Uhrzeit in den Audiodateien und im Dateinamen neun Stunden von der Echtzeituhr des Geräts abweichen, ist natürlich immer noch da. Wer hätte auch etwas anderes erwartet.

Dienstag, 26. März 2019

Manneken Pis schont jetzt die Umwelt

Ganz überrascht hatte man letztens bei der Brüsseler Stadtverwaltung festgestellt, dass das berühmte Manneken Pis - das Bild müsst Ihr Euch jetzt selbst dazu denken - bisher bestes Brüsseler Trinkwasser gestrullt hat. Bis zu 2.000 Liter am Tag. Damit ist jetzt Schluss. Künftig wird im Kreislauf gepinkelt.

Wer nicht hören will...

"Nehmen Sie bei längerem Nichtgebrauch die Batterien aus dem Gerät." 

So sieht das Batteriefach eines Kofferradios aus, das mit sechs fetten Monozellen zwanzig Jahre im Keller gestanden hat. 

Freitag, 22. März 2019

11 Jahre und 19 Grad

11 Jahre ist es her und 19 Grad kälter war es, als ich dieses Foto auf der belgischen Seite des Gemmenicher Tunnels am 22.3.2008 bei 1 °C im Schneeregen gemacht habe. 

Heute ist die Strecke längst unter Draht und die 55er GM-Großdiesel sind bis auf wenige, die im Museum stehen oder noch im Bauzugdienst ihr Gnadenbrot verdienen, verschrottet worden. 

Die Tafeln links und rechts der Gleise sind die Anweisung an den Triebfahrzeugführer, kurz die Bremsen anzulegen, um sich von deren Funktion zu überzeugen. Der Brechpunkt der Strecke liegt im Tunnel und danach geht es in Richtung Aachen-West gehörig abwärts. 

Nouvelaer (B), 22.3.2008 - Pentax K10D, SMC-M 3.5/135 mm

Donnerstag, 21. März 2019

Belgien: DAB-Übergangsfrist von 10 Jahren gefordert

Der belgische Verbraucherschutzverband Test Achat fordert für die Ablösung des UKW-Rundfunks durch DAB+ eine Übergangsfrist von 10 Jahren. Das meldet La Meuse aus Lüttich.

Warum sie diese Meldung mit dem Bild eines deutschen Polizeifunkgeräts illustrieren, wird wohl ihr Geheimnis bleiben. Aber die leiden schon länger an Zwangsillustritis und haben sogar schon die Meldung, dass ein Polizist von einem Einbrecher gebissen worden war, mit dem Bild eines Gebisses gebracht. 

Sonntag, 17. März 2019

Die Kirche bewegt sich

Sag noch mal einer, die katholische Kirche bewegt sich nicht. Nur wenige Tage, nachdem der Kölner Kardinal Woelki zum Beginn der Fastenzeit verkündet hatte, wie wichtig ihm der Umweltschutz sei, ist er mit seinen drei Weihbischöfen Schwaderlapp, Puff und Steinhäuser nach Lingen im Emsland zur Bischofskonferenz gefahren. 

Da mag man sich doch richtig vorstellen, wie sich die vier morgens im Dom mit ihren Aktenköfferchen vor dem Hochaltar getroffen haben, zusammen die paar Schritte über die Domplatte zum unmittelbar neben der Kathedrale liegenden Hauptbahnhof gelaufen und in den Zug gestiegen sind. 

Doch weit gefehlt. Wie wir im Kölner Stadtanzeiger lesen, sind Seine Hochwürdigste Eminenz und die drei Hochwürdigsten Herren mit dem Auto gefahren. Genau gesagt mit vier Autos. Denn es hat sich jeder einzeln in seinem Dienstwagen chauffieren lassen. Der Kardinal im Audi A8 mit Allradantrieb. Den ist er seiner christlichen Bescheidenheit wohl schuldig. Der Rest im A6, Ford S-Max und immerhin einer im Hybrid-BMW. 

Der S-Max ist übrigens ein Siebensitzer. Da hätten sie alle höchst komfortabel Platz gefunden. Stattdessen haben sie lieber ohne Sinn und Verstand eine Vierteltonne CO2 in die Umwelt entlassen. Soviel zum Respekt der hohen geistlichen Herren vor der Schöpfung, vor allem in der Fastenzeit. Amen. 

Donnerstag, 7. März 2019

Jacques Loussier †

Und nein, er hat nicht nur Bach verjazzt. Aber er hat vielen Leuten gezeigt, wie ungemein zeitlos Bachs Musik ist. 

Dienstag, 5. März 2019

Neues aus Calais

Keine Langeweile an der Küste. Am Samstagabend sind rund 100 Migranten in Calais in den Hafen eingedrungen. 47 davon haben es an Bord der Calais Seaways geschafft. Zwei sind ins Wasser gefallen und mussten von der Feuerwehr gerettet werden. Den Rest einzusammeln hat die ganze Nacht gedauert, vor allem, weil sich 17 im Kaminaufbau des Schiffs versteckt hatten und mit Höhenrettern der Feuerwehr herausgeholt werden mussten.

Seit Sonntagabend machen die Zöllner in den Fährhäfen von Dünkirchen und Calais sowie am Terminal des Kanaltunnels in Coquelles Dienst nach Vorschrift, um auf ihre schlechten Arbeitsbedingungen aufmerksam zu machen. Die Folge: kilometerlange LKW-Staus in allen Richtungen. Teile der A16 und der A26 sind bereits zum LKW-Parkplatz umfunktioniert. Operation Stack lässt grüßen. 

Immerhin gibt es so eine eindrucksvolle Vorführung dessen, was uns alle nach einem ungeregelten Brexit erwarten würde. 

Montag, 4. März 2019

Wetteronline live vor Ort

Erste Sturmschäden
Exklusiv: Wetterreporter Ingo Kasulske sprach zuerst mit dem Ast.  

Sonntag, 3. März 2019

Das kann jetzt auch weg...

Der Abriss der Anlagen von Arcelor in Lüttich schreitet wie angekündigt voran. Die Bandbrücke zwischen Ougrée und Seraing ist fast komplett abgebaut. 

Der HO6 in Seraing ist schon länger weg, und dieser Tage habe ich Bilder vom aktuellen Zustand in Ougrée zu sehen bekommen. 

Das gesamte Werk ist von den üblichen Verdächtigen ebenso gründlich wie brachial entkupfert worden. Die kupfernen Blasformen unten am Ofen sind weg und auch der letzte Zentimeter Kabel ist verschwunden. Die großen Elektromotoren und die Generatoren im Kraftwerk haben sie in Brand gesetzt, um das Kupfer freizulegen. Was sie nicht geplündert haben, das haben sie zerstört. 

Zur musealen Erhaltung - so sie denn jemals vorgesehen war - ist quasi nichts mehr übrig.   

Behalten wir das alles lieber so in Erinnerung, wie es hier auf dem Bild von 2001 ausgesehen hat. Da waren sogar die beiden Hafenkräne der Erzentladung und die große Kranbrücke über den Tagesbunkern noch vorhanden. 

Ougrée, B, 7.4.2001 - Contarex, Distagon 4/35 mm

Donnerstag, 28. Februar 2019

Wieder eine Swing-Sendung weniger

Wer noch einmal die Swingtime mit Bill Ramsey auf HR2 hören will, hat morgen um 22.30 Uhr die allerletzte Gelegenheit dazu. Mit 87 Jahren setzt er sich zur Ruhe. Schade, aber mehr als verdient. Danke, Bill, und alles Gute. 

Damit wird, ganz nebenher, nach 60 Jahren eine der ältesten Sendungen im deutschen Hörfunk eingestellt. 

Und wieder eine Sendung für Swingfans weniger. Clare Teal auf BBC Radio 2 am Sonntagabend haben sie letztens von 2 auf 1 Stunde gestutzt. Bald ist garnix mehr übrig.

Mittwoch, 27. Februar 2019

Leopold

...hat sich hier in den letzten Wochen gut eingelebt und hält Zenobius ordentlich auf Trab. 

27.2.2019 - Pentax K-3, DA 18-135 mm

Dienstag, 26. Februar 2019

Geschichten aus dem real existierenden Kapitalismus (30)

Heute: Denn bei der Post...

Ein Brief, aufgegeben in Namur am 14.2, ist heute hier in Köln angekommen. Ähnliche Laufzeiten hat es wohl zuletzt im 17. Jahrhundert gegeben. 

Sonntag, 24. Februar 2019

P&O - Immer wenn es schnell gehen soll

Am 10. Dezember 2017 war die Pride of Kent bei dem Versuch, in Calais trotz schwerer Sturmböen ohne Hilfe eines Schleppers abzulegen und zu wenden, außer Kontrolle geraten, mit dem Ponton der Autoverladung gegenüber kollidiert und anschließend teilweise auf Grund gelaufen. 

Dabei war am Schiff erheblicher Sachschaden entstanden und die Reparatur hat Monate gedauert. 

Jetzt liegt der Bericht der britischen Untersuchungsbehörde vor. Und der bietet, auch unabhängig vom eigentlichen Unfall, einen äußerst interessanten Blick hinter die Kulissen. 

Das Foto zeigt sie an der gleichen Stelle, im Dezember 2010.

Samstag, 23. Februar 2019

Deutsch-belgische Freundschaft

Letztens aus Namur mitgebracht: ein belgischer Servo-Sound Vorverstärker mit eingebautem Plattenspieler Elac Miracord 630 und zwei passenden Servo-Sound Aktivboxen. Alles aus den späten 60er Jahren. 

Diese Boxen sind die ersten in Europa gebauten MFB-Lautsprecher, Jahre vor denen von Philips und Backes & Müller. MFB steht für Motion Feedback und ist eine Technik, um aus der Membranbewegung des Lautsprechers ein Korrektursignal zu gewinnen und so auch aus kleinen Lautsprechern mehr Bässe zu holen, ohne dass es dröhnt oder scheppert.

Ersonnen hat das Professor Korn an der Uni Brüssel in den 60er Jahren. Und das Ergebnis kann sich hören lassen. Auch von der Optik her eine sehr schöne Anlage. Feinstes Furnier auf solidem Sperrholz und Frontrahmen aus massivem Aluminium. Das hatte aber auch seinen Preis. 2400 DM waren damals eine Menge Geld. 

Montag, 18. Februar 2019

Weltradiotag 2019

Den habe ich doch glatt verpennt, denn er war, wie jedes Jahr, schon am 13. Februar.

Aber mieux vaut tard que jamais, wie der Frankophone sagt - lieber spät als nie. Hiermit also nachgeholt.

Und natürlich, wie es hierzublog schon üblich ist, im Bild wieder etwas belgisches. Ein Gerät von MBLE. Dieses Unternehmen hat mit zu besten Zeiten über 5000 Mitarbeitern alles produziert, was irgendwie mit Elektronik zu tun hatte, vom einfachen Widerstand über Röhren und Halbleiter bis zu kompletten Systemen für Kommunikation, Industrieelektronik, Messtechnik und Rüstung. 

Eine Weile lang wurden auch Bausätze angeboten. So wie dieser hier für den UKW-Röhrentuner BBO840. Mono, wohlgemerkt, aber der Einbau eines Stereodekoders war schon vorgesehen, und der ist später auch angeboten worden.

Im gleichen Design gab es einen Röhrenverstärker und auch einen Mono-Receiver, also Tuner und Verstärker in einem Gerät. Schade nur, dass der Verstärker unterdessen zu Mondpreisen gehandelt wird. 

Sonntag, 17. Februar 2019

Die Katze geschickt

Eine notorische Zechprellerin, die seit geraumer Zeit die belgische Küste heimsucht, hat wieder zugeschlagen. Dabei hätte sie zum Zeitpunkt der letzten Tat eigentlich vor Gericht stehen sollen. Aber dahin hatte sie ihre Katze geschickt. De kat gestuurd...

So heißt das dort, wenn man irgendwo hätte erscheinen sollen und einfach nicht hingegangen ist. 

Und noch rasch eine kleine Aussprachehilfe: de katt chestührd.

Quelle: Het Nieuwsblad

Donnerstag, 31. Januar 2019

Gent: Veteranen halten Oberleitung und Gleise der Straßenbahn eisfrei

In Gent haben sie noch vier der schönen, fast 50 Jahre alten PCC-Triebwagen, wie ich hier zu Weihnachten einen gezeigt habe, im Depot. 

Die laufen zwar nicht mehr im Planverkehr, sind aber beim derzeitigen Winterwetter die ganze Nacht im Genter Stadtnetz unterwegs, um Oberleitung und Schienen eisfrei zu halten. 

Mit den modernen HermeLijn-Triebwagen von Siemens und den futuristischen neuen Bombardier Flexity geht das laut De Lijn nicht. Die reagieren bei sowas ausgesprochen zickig und gehen sofort auf Störung. 

Den Artikel dazu mit einem sehr stimmungsvollen Foto gibt es heute im De Standaard

Donnerstag, 24. Januar 2019

Seraing: ein Wahrzeichen verschwindet

Eines der auffallendsten Bauwerke im Umfeld der Hüttenwerke in Ougrée und Seraing war sicher das kilometerlange Förderband, das den Möller von der Sinteranlage in Ougrée zum Hochofen in Seraing transportiert hat. Jahrzehntelang hat es die Landschaft dort wesentlich geprägt, und auch in den Filmen der Brüder Dardenne tauchte es immer wieder auf. 
Jetzt wird es Stück für Stück abgerissen. 

Und nicht nur optisch war es ein imponierendes Gebilde. Jeder, der in Seraing aufgewachsen ist oder länger gelebt hat, wird sich zeitlebtags an das Kollern und Quietschen der Rollen erinnern.

Als ich 2008 nach der ersten Stilllegung des Hochofens 6 in Seraing Freitags aus dem Auto gestiegen bin, war ich förmlich erschrocken, ob der geradezu unheimlichen Ruhe in der Rue de la Banque auf dem unteren Foto.  

Die Tonaufnahme ist an der Stelle auf dem oberen Bild in der Rue de la Gare in Ougrée entstanden. 



Diese binaurale Aufnahme sollte am besten über Kopfhörer gehört werden, weil nur so der korrekte räumliche Eindruck wiedergegeben wird.

Fotos: 2006 und 2008, Seraing (B), Pentax *istDS und K-10D - Ton: 17.8.2007, Zoom H4, OKM

Mittwoch, 23. Januar 2019

Unitymedia wirft DLF-Programme aus dem Kabel

Seit heute sind die Programme von Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova aus den Kabelnetzen der Firma Unitymedia in Baden-Würtemberg, Hessen und NRW verschwunden. Sowohl analog als auch digital. Einfach so. Wie es heißt, sind sie sich über die Einspeisegebühren nicht einig geworden.

So etwas kann ein Quasi-Monopolist in Deutschland, dessen 'Dienste' vielen Menschen zudem noch ungefragt per Mietvertrag und Nebenkosten aufgezwungen werden, mal eben anstellen, ohne dass jemand einen Finger rührt. Kein Politiker, keine Landesmedienanstalt, keine Bundesnetzagentur, niemand.

Ich bin wahrlich kein Freund der Gelbwesten, aber wenn ich sehe, was sich die Leute in Deutschland alles bieten lassen, ohne dass sich jemand aufregt, dann frage ich mich ernsthaft, was sie uns hier ins Trinkwasser mischen.

Donnerstag, 17. Januar 2019

NLMK Clabecq: Halbe Belegschaft muss gehen

Als 2011 die Scheidung zwischen Duferco und NLMK erfolgt und der Hausstand aufgeteilt worden ist, haben die Russen die Standorte La Louvière und Clabecq behalten. 

Richtig glücklich geworden sind sie damit nie. Schon vor Jahren ist die Belegschaft in La Louvière um die Hälfte abgebaut worden. 

Jetzt ist das Walzwerk als letzter noch vorhandener Betriebsteil der vormaligen Forges de Clabecq an der Reihe. NLMK hat im Rahmen einer Restrukturierung, die bis 2022 dauern soll, das Renault-Verfahren für 290 und damit die Hälfte der dort verbliebenen Mitarbeiter beantragt. 

Donnerstag, 10. Januar 2019

P&O flaggt aus

Die sechs Schiffe der Reederei P&O, die auf der Relation Dover-Calais eingesetzt werden, also die beiden Spirits, die drei Prides und die European Seaway, trugen seit jeher Dover als Heimathafen unter dem Namen. Jetzt werden sie nach Zypern ausgeflaggt. 

Für die Besatzungen habe das keine Konsequenzen, beteuert das Unternehmen. Der Wechsel zu einem Register, das auch nach dem Brexit zur EU gehöre, habe rein steuerliche Gründe.

Dienstag, 8. Januar 2019

Ambrosius †

Im März wäre er drei Jahre alt geworden. Letzten Herbst waren uns erste Atembeschwerden aufgefallen. Die Diagnose war so eindeutig wie grausam: HCM. Danach ist alles sehr schnell gegangen. Gestern hat ihn unsere Tierärztin erlösen müssen. 

Leute, lasst die Finger von Maine Coons von selbsternannten Hobbyzüchtern. Eigentlich sollte man denen ihr Geschäft bei schlimmen Strafen verbieten, denn es ist grausam für Mensch und Tier. 

Seriöse Züchter lassen ihre Elterntiere aufwendig auf diese unheilbare Erbkrankheit untersuchen, bevor sie sie zur Zucht einsetzen. Uns ist diese Einsicht leider zu spät gekommen.

Nachtrag 12.1.19:
Es wird höchste Zeit, den Handel mit Tieren in dieser Räuberhöhle von ebay-Kleinanzeigen zu verbieten. 

Eben hat jemand eine fünfmonatige Maine Coon für 40 Euro verramscht. Die war innerhalb von einer halben Stunde weg und wird garantiert in den nächsten Tagen irgendwo zum Fünffachen wieder angeboten.

Jetzt gerade will jemand Maine Coon Babies mit sechs Wochen verkaufen. Schade, dass man solche Leute nicht wegen Tierquälerei belangen kann.

Freitag, 4. Januar 2019

Pizza per Kanalfähre?

Schon seit November 2017 kursieren Gerüchte über eine Wiederaufnahme des Fährbetriebs zwischen Ostende und Ramsgate. Angeblicher Betreiber sollte eine Seaborne Freight Limited aus England sein. Passiert ist bis heute nichts, und der ursprünglich vorgesehene Termin, März 2018, ist immer wieder verschoben worden.

In den verschiedenen Internetforen zum Thema Kanalfähren ist das seither ein Dauerbrenner. Alles fragt sich, mit welchen Schiffen die überhaupt fahren wollen. Mehrfach ist die Nord-Pas-de-Calais erwähnt worden, die aktuell als Andalus Express zwischen Spanien und Gran Canaria im Einsatz ist und kaum abkömmlich sein dürfte. Auch zu den übrigen zwei der angeblich drei vorgesehenen Schiffe herrscht nach wie vor großes Rätselraten, zumal die Anzahl der möglichen Kandidaten äußerst überschaubar ist.

Seit einigen Tagen hat das Thema nun auch die breite Öffentlichkeit erreicht. 

Denn jetzt, da die Gefahr eines unkontrollierten Brexit immer näher rückt, wird die britische Regierung panisch. Wenn in Dover und Calais von Heute auf Morgen wieder Zollkontrollen eingeführt werden müssten, würde es auf beiden Seiten kilometerlange Staus geben. Aus früheren Störungen des Fährbetriebs weiß man aber, dass dafür in Dover kein Platz ist. 

Und so hat der britische Verkehrsminister, Chris Grayling, viel Geld in die Hand genommen, um neben Calais-Dover zusätzliche Kapazitäten auf anderen Verbindungen über den Kanal zu schaffen. Drei Reedereien sollen mit insgesamt 108 Millionen Pfund subventioniert werden, um diese Kapazitäten zu schaffen: DFDS, Brittany Ferries und... Seaborne Limited. 

Allein, Seaborne hat bis heute weder ein einziges Schiff noch irgendwelche Referenzen oder Erfahrungen im Fährbetrieb, nicht einmal einen richtigen Firmensitz, sondern gibt als einzige Anschrift die ihres Anwalts an, soll aber 13,8 Millionen Pfund erhalten oder sogar schon erhalten haben. 

Doch, meint der Verkehrsminister, das sei alles völlig in Ordnung und gehe durchaus mit rechten Dingen zu. Beamte seines Ministeriums und externe Berater hätten eine umfangreiche Due-Diligence-Prüfung durchgeführt. Dass dies alles zudem ohne jede Ausschreibung passiert ist, sei halt der Dringlichkeit geschuldet. 

Seit vorgestern geht das Thema in die nächste Runde. Einige Leute hatten sich die Allgemeinen Geschäftsbedingungen auf der Website von Seaborne Freight einmal näher angesehen. Die sind zwar seither geändert worden, waren vor zwei Tagen aber noch eindeutig für einen Pizzabringdienst oder etwas ähnliches formuliert. So wurde ausdrücklich erklärt, was jedem droht, der aus Jux fingierte Bestellungen aufgeben würde. 

Wer die britische Presse kennt, kann sich den Spott, der seither über dem Minister ausgegossen wird, sicher gut vorstellen. 

Dienstag, 1. Januar 2019

Dann halt keine Busbilder aus DK

Eigentlich wollte ich an dieser Stelle ein paar Bilder der tollen neuen Stadtbusse aus Dünkirchen zeigen, in ihren leuchtenden Farben, mit dem Erdgasantrieb, der wesentlich nasenfreundlicher ist als Diesel, und der Tatsache, dass das alles seit Anfang September 100% gratuit, also völlig kostenlos, zu benutzen ist. 

Aber leider mögen die Herren Busfahrer es wohl nicht, wenn man ihren Bus fotografiert. Der eine ist mit grimmigem Blick und Vollgas aus der Haltestelle gedonnert, bevor ich den Bus von vorn ablichten konnte, und der zweite hat ein Riesentheater mit Lichthupe, Vollbremsung und heftiger Gestik aufgeführt. Klare Anzeichen einer schweren Testosteronvergiftung, wie sie bei Leuten aus Kulturkreisen, in denen man es mit der Freiheit von Kunst und Berichterstattung eh nicht so hat, bekanntlich öfter auftritt. Dann eben nicht.

Machen wir stattdessen übermorgen in Belgien an der Küste noch ein paar Straßenbahnbilder. Die grüßen freundlich und fahren betont langsam ab, damit man in Ruhe sein Bild machen kann. 

Welche der beiden Verhaltensweisen für das Image des Unternehmens auf Dauer besser ist, mag jeder selbst beurteilen.