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Freitag, 18. März 2022

P&O - Zweiter Tag

Die britische Politik verkündet unisono, wie gemein, unsäglich und schändlich das Vorgehen von P&O gestern gewesen sei. Mit Ausnahme der Wirtschaftspolitiker, die lapidar feststellen, das hätte wohl sein müssen. So viel dazu.

Im Jahresbericht 2021 der Muttergesellschaft DP World finden wir diese Perle: "We believe that businesses can only be successful if they prioritise their biggest competitive advantage – their people." Das kann man seit gestern wohl so oder so verstehen. 

Die Besatzungen der Fähren haben sich unterdessen zurückgezogen, auch von der Pride of Hull, um neben ihrer Arbeit nicht auch noch die versprochene Abfindung zu verlieren. Dabei haben ihnen die 'handcuff-trained' Rausschmeißer der Sicherheitsbude sicher gern geholfen. 

Jetzt wird es ein bis eher zwei Wochen dauern, bis P&O die Billigheimer so weit angelernt hat, dass sie die Fähren hoffentlich ohne größere Unfälle über den Kanal steuern können.

Danach werden die Hafenlotsen in Calais und Dover alle Hände voll zu tun haben, denn sie müssen bei allen Ein- und Ausfahrten von P&O an Bord sein, bis die neuen Kapitäne ihr Pilotage Exemption Certificate haben und ohne Begleitung in den Hafen dürfen. Allein das wird P&O noch eine ordentliche Stange Geld kosten, denn die Lotsengebühren richten sich nach der Schiffsgröße. 

Noch zwei Zahlen am Rande: DP World steht bei der britischen Rentenkasse für Seeleute seit geraumer Zeit mit 146 Millionen Pfund an unbezahlten Beiträgen in der Kreide und sponsert gerade eine europäische Serie von Golf-Turnieren mit 147 Mio. Man kann ja nicht alles auf einmal machen.

Montag, 9. September 2013

Rue de l'Egalité


Die berühmte Serpentine der Rue de l'Egalité in Ougrée, gescannt mit meinem "neuen" Filmscanner, einem Epson F-3200 - nicht zu verwechseln mit dem Flachbettscanner Perfection 3200. 

Als er 2005 herausgekommen war, hatte ich den schon einmal kurz im Haus. Immerhin schien ein Filmscanner, der Kleinbild bis 4x5 Zoll macht und auch die Panoramaformate abdeckt, zu einem Preis von rund 700 Euro ein durchaus interessantes Angebot zu sein.

Wir haben uns damals offenbar beide auf dem falschen Fuß erwischt, und ich habe ihn schnell wieder zurückgeschickt. Meine Hauptkritikpunkte waren das fehlende ICE und die Neigung der Kunststoffscheiben in den Filmhaltern, sich statisch aufzuladen und Staub anzuziehen. 

Allein diese ausgemacht robusten Filmhalter habe ich mir später als Ersatzteile beschafft und verwende sie seit Jahren auf dem V700. Die sind mechanisch um Klassen besser als alles, was Epson jemals zu den Flachbettern mitgeliefert hat. Vor allem ist der Kunststoff zäher und bricht nicht so leicht. Der Mittelformathalter ist aber unterdessen bei Gedat als Ersatzteil nicht mehr zu bekommen, und ich hätte schon gern noch einen als Reserve gehabt. 

Daraufhin habe vor drei Wochen nach dem F-3200 gegoogelt, in der Hoffnung, irgendwo noch Halter herzubekommen, und zu meiner Verwunderung bei einem Onlinehändler einen kompletten F-3200 neu (Versandrückläufer) mit allen Haltern zum Preis von 98 Euro gefunden. Ich dachte erst, das sein eine Karteileiche, aber eine kurze Rückfrage ergab, dass er tatsächlich seit 2005 dort im Lager stand. 

Zwei Tage später stand der Mann von DHL hier sozusagen mit einer Zeitkapsel vor der Tür. Ein acht Jahre alter neuer F-3200, original verpackt, noch mit allen Schutzfolien, das ganze Zubehör in den originalen Tüten eingeschweißt - der war offenbar noch nie benutzt worden. Natürlich habe ich ihn, eher aus Jux, einmal angeschlossen, zumal er von Vuescan unterstützt wird, und er funktioniert einwandfrei.

Und wo er denn schon einmal am Rechner hing, habe ich ihn der Neugier halber mit dem V700 eine Runde um die Wette scannen lassen. Das Ergebnis war verblüffend: von der Qualität her tun sie sich absolut nix, nur der F-3200 ist um ein Mehrfaches schneller. 

Das fehlende ICE ist nicht wirklich dramatisch, denn das des V700 funktioniert mit Vuescan auch nicht berauschend. Und da ich am Scanplatz seit jeher Druckluft habe, hält sich das Staubproblem sowieso im Rahmen. 

Mein damaliges Problem mit dem Verstauben der Scheibe in den Filmhaltern hat sich auch gelöst. Man darf auf keinen Fall das gute Hama-Tuch zum Abwischen verwenden, sondern nur das mitgelieferte Mikrofasertuch. Dann wird die Scheibe auch ohne Aufladung sauber.

So habe ich nun für 98 Euro ganz unverhofft einen angenehm kompakten und leisen Filmscanner, der meine Panoramafilme bei gleicher Qualität sehr viel schneller scannt. Sozusagen als Zugabe zum Preis der beiden Filmhalter für KB und Mittelformat, denn die kosten bei Gedat pro Stück 50 Euro.

Foto: Ougrée (B),  2007 - Noblex 150UX, Kodak Portra 160NC

Dienstag, 18. Juni 2013

Vorsicht Falle!


Eigentlich suche ich immer noch einen Scanner, der meine Negative aus der Noblex und der Gaoersi vernünftig scannt, also 5 x 12 und 6 x 17 cm. So etwas ist bekanntlich rar und auch gebraucht noch teuer. 

Auffallend viele günstige Angebote dazu gibt es bei ebay Kleinanzeigen. Günstig aber nicht so billig, dass es auf den ersten Blick auffällt. 

Der Nikon 9000 war auch dort angeboten worden. Wer den Verkäufer kontaktiert, bekommt per Mail einen Link, der zum abgebildeten Sofortkaufangebot führt. Wer dort auf "Überprüfen und antworten" klickt, gelangt zu einem völlig unverdächtig aussehenden  ebay Anmeldefenster und gleich darauf zum Einlogbildschirm von Paypal. Dumm nur, dass beide nicht echt sind. Und schon hat die russische Mafia nicht nur das nächste ebay-Konto gehackt, sondern auch noch die Paypal-Daten dazu. Stichwort: Phishing. Auf das Einlogfenster bei (eben nicht) ebay bin ich glatt noch hereingefallen, habe aber spätestens bei Paypal Lunte gerochen und umgehend mein ebay-Passwort geändert.



Wer den Anbieter dieses Imacon-Scanners anschreibt, bekommt eine Mail von einem angeblichen Briten, der bis letztens noch in Deutschland gelebt hat, dessen deutsche Freundin ihm gerade weggelaufen ist, und der darum bittet, auf Englisch mit ihm zu kommunizieren. 

Der Scanner soll über die Firma LDE Freights in England verschickt werden, die einen Treuhandservice anbietet. Deren Servicepartner holt das Paket beim Verkäufer ab und sieht nach, ob der Inhalt in Ordnung ist. Dann verständigt sie den Käufer, der daraufhin den Kaufpreis an LDE Freights überweist. Nach Erhalt des Pakets kann er die Ware zwei Wochen lang prüfen. Ist er zufrieden, erhält der Verkäufer sein Geld, sonst schickt er einfach alles zurück und der Kaufpreis wird umgehend erstattet. Ganz ohne Risiko.

Die Website von LDE Freights ist sehr aufwändig gestaltet. Man möchte das alles nur zu gern glauben.

Eine Google-Suche bringt es schließlich an den Tag. Die "Firma" ist einschlägig bekannt. Der "Escrow-Service" (engl. escrow = Treuhänder) ist eher ein "Escroc-Service" (frz. escroc = Schwindler, Hochstapler). Nach der Überweisung durch den Käufer ist Ende im Gelände. Was ein einzelner Buchstabe nicht alles ausmacht.

Die restlichen Angebote für Scanner dieser Art bei ebay-Kleinanzeigen sehen, wenn man das Muster erst einmal erkannt hat, genauso vertrauenerweckend aus - eine einzige Räuberhöhle. Ich werde vorerst wohl weiter mit meinem ollen Epson V700 scannen müssen.  

Montag, 8. März 2010

JOBO ist pleite

Photoscala meldet, daß die JOBO AG und die JOBO Labortechnik GmbH & Co KG heute beim Amtsgericht Köln das Insolvenzeröffnungsverfahren beantragt haben.

Als ich das gerade gelesen habe, ist es mir doch kalt den Rücken heruntergelaufen - fast so, als wäre einem alten Freund etwas zugestoßen.

In den 30 Jahren in denen ich meine Filme selbst entwickelt und lange auch vergrößert habe, sind mir die Produkte von JOBO immer zuverlässige und praktische Helfer gewesen.
Mehrfach habe ich in Gummersbach direkt mit den kompetenten und immer freundlichen Mitarbeitern zu tun gehabt.

Meine ersten eigenen Farbfilme habe ich mit einem Duolab entwickelt, einem pfiffigen kompakten Gerät, aus dem kurz darauf auch meine ersten Colorabzüge kamen. Später kam eine CPE 2 mit dem genialen JOBO-Lift, die ich heute noch habe. Erst kürzlich habe ich meine ATL 2plus, einen der professionellen Entwicklungsautomaten aus Gummersbach, in gute Hände abgegeben.

Auch jetzt stehen in meinem Labor noch reichlich Entwicklungsdosen, JOBO-Timer und jede Menge JOBO-Zubehör, die es so bei anderen Herstellern nicht gegeben hat.

Jetzt können wir nur hoffen, daß die Mitarbeiter möglichst bald eine neue Beschäftigung finden und der von Herrn Seynsche im Outsourcing betriebene Service noch lange aufrecht erhalten werden kann.

Sonntag, 6. September 2009

"Pentaxcon"

Oder auch: es muß nicht immer "Limited" sein. Das Bild unten ist mit einem rund 30 Jahre alten Pentacon 4/300 mm an meiner Pentax K10D aufgenommen.



Jaja, Pentacon, nicht Pentax. Meyer Görlitz, für den, der sich noch erinnert. Ursprünglich für die Pentacon Six gedacht. Bei Foto Baier in Emmendingen gibt es einen passenden Adapter, direkt auf Pentax K. Der erspart das ganze Gewackel der Lösungen, die den Umweg über M42 machen.

So macht es richtig Spaß, mit diesem Objektiv an einer Pentax DSLR zu fotografieren. Gegen dessen Stativbefestigung wirkt alles modernere wie Spielzeug. Überhaupt ist das ganze Objektiv gebaut wie das sprichwörtliche Schlachtschiff. Und erst die Blende... 23 Lamellen! In Worten: dreiundzwanzig.

Auch die Abbildungsqualität kann sich heute noch sehen lassen. Hier noch zwei 1:1-Ausschnitte aus demselben Bild. Einmal von ganz oben, die Spur CA habe ich absichtlich drin gelassen. So gering ist die.




Und hier noch ein Ausschnitt von ganz unten. Wenn die K10D noch einen Hauch höher auflösen würde, könnte man glatt die Nummernschilder lesen.



Alle drei Bilder lassen sich durch Anklicken vergrößern - die beiden Ausschnitte bis 1:1.

Foto: Hochofenwerk von Arcelor in Dunkerque. Technik: Pentax K10D, Pentacon 4/300 mm, f11, 1/20 s

Donnerstag, 3. September 2009

Schnibis...!

Na also. Wurde aber auch Zeit:



Bei focussingscreen.com gibts Sucherscheiben zur K-7 mit Schnittbild und Mikroprismen. Wo die FSB-Scheiben herkommen, ist nicht ganz klar. Die K3-Scheiben sind original Nikon-Scheiben.

Habe gerade eine FSB ohne Gitter bestellt. 39 € inkl. Porto. Bericht folgt, sobald sie da ist.

Bild: focussingscreen.com

Update 10. 9.: Vorgestern kam die Versandmitteilung mit Trackingnummer der taiwanesischen Post. Demnach ist sie gestern morgen mit Flug TG637 der Thai Air von Taipei nach Bangkok geflogen.

Donnerstag, 27. August 2009

K-7 - Clone-Akkus sind angekommen

Die beiden aus Hongkong ersteigerten Clone-Akkus sind heute ohne jedes Zollgedöns ganz normal per Briefsendung eingetroffen.

Der erste Akku liegt seit zwei Stunden im Ladegerät. Mehr dazu, wenn sich erwiesen hat, was sie taugen. Wobei ich keine Bedenken habe. Meine K10D habe ich neben dem mitgelieferten Originalakku auch nur mit Clones betrieben, und das häufig genug bei Bedingungen, wo ich der letzte war, der sich noch draußen in der Eiseskälte herumgetrieben hat.

P.S.: Die Zeit zum ersten Laden entspricht mit knapp vier Stunden recht genau der des Originalakkus.

Mittwoch, 29. Juli 2009

Comptoir Brabançon des Cokes



Quai Fernand Demets, Brüssel, am Kanal Brüssel-Charleroi

Bei der Gelegenheit habe ich übrigens zum ersten Mal meine neue Slingshot 200 dabeigehabt. Bilanz soweit ausgesprochen positiv. Unendlich viel angenehmer, als den ganzen Tag meine Tamrac Pro 8, alias "der Mühlstein", mit angehobener Schulter und krummem Rücken durch die Gegend zu wuchten. Vor allem die Möglichkeit, die Tasche im Bahnhofsgedränge oder in der Metro unter den Arm zu ziehen, hat voll überzeugt. Allein das obere Fach dürfte einen Hauch größer sein. Mit Zoom-Recorder und Garmin wird es dort für die Reservebatterien schon eng. Die etwas größere 300 habe ich absichtlich nicht gekauft, denn ich habe bisher noch jede Tasche vollgekriegt und dann wäre es wieder schwer geworden.

Einen Namen hat sie, passend zur Form und Trageweise, auch schon: der Hinkelstein. :-)

Bild: Pentax K-7, SMC-DA 18-55 mm, f6,7, 1/125 s