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Freitag, 29. Dezember 2023

Wer sein Schiff liebt (2010)



 

 

 

 

 

 

 

 

...der streicht es an.

Es ist geradezu rührend, mit welcher Liebe die Partikuliere - Eigner und Kapitän in einer Person - ihre Schiffe pflegen. Das gilt besonders für die sog. Péniches. Das sind kleine Binnenschiffe im Freycinet-Profil (38,5 x 5,05 m)
, die durch die alten Kanäle und Schleusen in Frankreich, Belgien und den Niederlanden passen.

Da wird geputzt, gewienert und gestrichen. Vor allem das Unterwasserschiff, also alles, was unter der Wasserlinie liegt, braucht ständige Pflege und muss regelmäßig von Bewuchs befreit und mit einem Schutzanstrich versehen werden.

Dazu dienen solche kleinen Trockendocks, wie hier bei Watten an der kanalisierten Aa.

Dort hatte die Péniche 'Atout' - zu Deutsch 'Trumpf' - gerade eine komplette Schönheitskur erhalten.

Man beachte auch das frisch gewaschene, gestärkte und akkurat drapierte Gardinchen am hinteren Fenster.

Watten (F-59), 29.12.2010 - Pentax K-5, SMC-M 4/20mm

Samstag, 23. Dezember 2023

Jean Bart (2015)

Jean Bart (1650 bis 1702) ist so etwas wie der Schutzheilige von Dünkirchen. 

Wobei, besonders heilig war er nicht. Er hat zwar 1694 für Ludwig XIV die Seeschlacht bei Texel gewonnen und ist daraufhin geadelt und zum Konteradmiral ernannt worden, im eigentlichen Hauptberuf war er aber Freibeuter.

In Dünkirchen ist er bis heute ungemein populär und sein Denkmal auf dem nach ihm benannten Platz im Stadtzentrum ist einer der beiden Mittelpunkte des örtlichen Karnevals.

Am 23. Dezember 2015 stand er dort frisch restauriert inmitten eines Weihnachts-Märchendorfs.

Er ist übrigens mit nur 52 Jahren an der Grippe gestorben. Geht also immer schön brav zur Schutzimpfung.

Dunkerque (F-59), 23.12.2015 - Pentax K-3, HD 55.300 mm

Samstag, 8. April 2023

Die Küstentram und der Guardian

Der Guardian hat eine Serie über besonders malerische oder interessante Bahnreisen: Rail Route of the Month.

Letzte Woche ging es zur Abwechslung um eine Straßenbahn - unsere Küstentram entlang der belgischen Küste, von der französischen bis zur niederländischen Grenze. 

Das Foto zeigt Triebwagen 6022, damals noch im Originalzustand, im Sommer 1995 in De Haan.

Sonntag, 13. Februar 2022

Heute ist Weltradiotag

Wieder ist ein Jahr vorbei und diesmal gibt es etwas von den nördlichen Nachbarn, ein Philips B7X63A von 1956 aus Eindhoven, aber für den belgischen Markt gebaut, denn die gesamte Beschriftung der Knöpfe und Tasten ist zweisprachig, also französisch und niederländisch.

Die 7 in der Typennummer lässt schon erahnen, dass es sich um etwas teureres handelt, und tatsächlich bietet dieses Radio eine Reihe von Besonderheiten. Zwei davon sind besonders erwähnenswert. 

Da sind zum einen die Stationstasten, drei für Mittelwelle, eine für Langwelle und zwei für UKW. Die können über den Abstimmknopf belegt werden und wenn danach eine der Tasten gedrückt wird, läuft der Skalenzeiger, von einem kleinen Motor angetrieben, zum gewünschten Sender. Der Speicher arbeitet elektromechanisch, der Aufwand ist enorm, aber das funktioniert nach all den Jahren noch absolut zuverlässig.

Zum anderen hat das Radio eine sogenannte eisenlose Endstufe, genau gesagt sogar deren zwei. Eisenlos, weil zwischen Verstärker und Lautsprechern nicht der übliche Ausgangsübertrager sitzt, und deren zwei, weil das Gerät getrennte Endstufen für den Tiefton- und den Mittel/Hochtonbereich hat. Bei Philips hieß das Bi-Ampli. Dazu gleich vier Endröhren, wo sonst nur eine einsame EL84 ihren Dienst tut, und insgesamt vier Lautsprecher.

Der Klang ist entsprechend und vor allem der Bass, der bei Röhrenradios dieser Epoche bisweilen zum Wummern neigt, ist hier nicht nur kräftig, sondern ausgesprochen trocken und präzise. Das kann man getrost schon als Hifi bezeichnen.

Alles in allem  ein Spitzengerät zum Spitzenpreis von damals rund 800 DM. Das war mächtig viel Geld.

Mittwoch, 6. November 2019

Per Flugzeug von Maastricht nach Lüttich

Der Abgeordnete Pierre Eyben der Lütticher Grünen hat ein ziemliches Unding in die Presse gebracht: Qatar Airways fliegen von Maastricht nach Lüttich. 9 Minuten Flugzeit für eine Entfernung von 38 km.  Plus Treibstoffverbrauch für Start und Landung, versteht sich. 

Es geht um einen Frachtflug, der normalerweise von Doha nach Lüttich und von dort weiter nach Mexiko geht. Den Katarern ist die Sache offenbar selbst etwas peinlich. Das wäre alles die Schuld eines Kunden, der darauf besteht, dass seine Ware in den Niederlanden ausgeladen wird. Und nein, man könne die Zwischenlandung in Lüttich nicht auslassen, denn die Bahn in Maastricht sei zu kurz, um ein für den Weg bis nach Mexiko vollgetanktes Flugzeug zu starten. Das kann man nun glauben oder auch nicht. Aber verboten gehört so ein Unsinn auf jeden Fall. 

Donnerstag, 8. August 2019

Plofkraak und Bommelding

Plofkraak op KBC-kantoor in Kinrooi, lesen wir heute im Standaard. Ploffen ist das niederländische Wort für knallen, eine Explosion ist eine ontploffing und wenn man etwas kraakt, dann bricht man es auf. Wenn man nun eine Bank oder einen Geldautomaten mit Gas oder Sprengstoff knackt, dann ist das ein plofkraak. Man hört es förmlich: Plof!

Es hat eine Weile gedauert, bis ich auf den Trichter gekommen bin, was ein Bommelding sein soll. Man muss es nur richtig aussprechen: bom-melding. Die bom ist die Bombe und die melding... naja. Bei uns würde man Bombendrohung dazu sagen. Die meisten sind gottlob Fehlalarme, aber hin und wieder macht es halt doch Plof!

Dienstag, 18. Juni 2019

Das war schnell

Sonntagabend per ebay in den Niederlanden eine Ricoh Theta V gekauft. Die ist gestern Nachmittag in Arnheim (NL) auf die Reise gegangen und heute um 12.30 Uhr hier in Köln von DPD geliefert worden. 

Ich dachte schon, das würde vor dem nächsten Wochenende nix mehr, mit dem Feiertag am Donnerstag und meinem sprichwörtlichen Glück. Umso angenehmer ist die Überraschung. 

Mehr zur Kamera und den ersten Eindrücken in den nächsten Tagen. Jetzt lädt sie erst einmal.

Donnerstag, 20. September 2018

Benelux: Volksbefragung zur Sommerzeit

Die Premierminister Belgiens, Luxemburgs und der Niederlande wollen, dass die drei Länder auch künftig in derselben Zeitzone bleiben. Die Bevölkerung soll nun in 'einer Art Referendum' befragt werden, ob sie auf Dauer die MEZ oder die bisherige MESZ behalten will. 

Donnerstag, 25. Januar 2018

Fischer blockieren Calais

Die französischen Fischer aus Boulogne und Calais blockieren seit heute morgen den Fährverkehr in Calais. Sie protestieren gegen ihre schlechte Lage und die mögliche Erlaubnis des Fischens mit elektrischem Strom durch die EU. 

Besonders die von Boulogne aus operierenden Fischer aus dem niederländischen Urk - das sind die ach so frommen Protestanten, die schon öfter mit unerlaubten Fangmethoden aufgefallen waren und sich letztens im Nebenerwerb auf den Drogenschmuggel verlegt hatten - würden diese Technik gern einsetzen. 

P&O hat umgehend ein Statement getwittert, die Blockade sei utterly unacceptable und die französische Regierung aufgefordert, diesem Treiben unverzüglich ein Ende zu bereiten. Die Briten werden wohl nie verstehen, dass die Franzosen bei sowas völlig anders ticken.

Samstag, 17. Mai 2014

Lekker eten in Maastricht

Der Tipp von Niko war wirklich gut. Das indonesische Essen bei De Branding in Maastricht ist lecker, das Personal ist sehr nett, die Preise sind zivil und das Lokal ist so gemütlich, wie man das in den Niederlanden halt kennt. 

Das alkoholfreie Amstel dort ist sehr trinkbar und belegt bei mir jetzt den zweiten Platz - gleich hinter dem alkoholfreien Haacht, das es in der New Taverne in Bierset vom Fass gibt.

De Branding, Koestraat 5, Maastricht.

Das passend typische Bild hat Michael beim anschließenden Verdauungsspaziergang mit dem Smartphone geschossen.

Montag, 3. Juni 2013

Der Fyra fliegt

Also raus, fliegt er. Nachdem vergangene Woche bereits die SNCB bekanntgegeben hatte, den Vertrag mit dem Hersteller zu kündigen, ihre drei Triebwagen zurückzugeben und die Bankbürgschaft wegen Nichterfüllung abzurufen, pfeifen nun in den Niederlanden die Spatzen von den Dächern, dass auch die NS dem Trauerspiel nach über sechs Jahren ein Ende bereiten wird. Die offizielle Bekanntgabe soll Mitte Juni zusammen mit einem Plan für den Ersatz der Züge erfolgen. 

Im Netz kursieren unterdessen Auszüge aus einem Bericht des britischen Sachverständigenbüros Mott MacDonald. Was es dort zu sehen gibt, ist eine der famosesten Sammlungen an Schlamperei und Unfähigkeit, die man seit langem gesehen hat. Massenhaft konstruktive Mängel, Flickschusterei bei der Behebung, und der Begriff root cause scheint bei Ansaldo Breda völlig unbekannt zu sein. Wozu auch, wenn man die offensichtlichen Mängel doch mit ein wenig Farbe, Textil und ein paar Kabelstrapsen beheben kann. Der Rost an den Achsen weckt Erinnerungen an FIAT in den 70er Jahren.

Offiziell bekanntgegeben wurde hingegen heute morgen, dass der niederländische Bahnchef demnächst gehen wird. Das sei, so heißt es, auf seinen eigenen Wunsch und schon länger geplant gewesen. Als Nachfolger haben sie richtig geballten Sachverstand eingekauft: den bisherigen Chef einer Versteigerungsgenossenschaft von Blumenzüchtern.

Freitag, 19. April 2013

Belgische Binnenschiffer protestieren

Seit mehreren Tagen streiken belgische Binnenschiffer und blockieren zeitweise den Albertkanal, der den Seehafen in Antwerpen mit der Maas in Lüttich und über die Schleuse in Lanaye auch dem übrigen europäischen Wasserstraßennetz verbindet.

Ihr Protest richtet sich gegen die Konkurrenz ihrer niederländischen Kollegen, die den Belgiern einen ruinösen Wettbewerb aufzwingen. Teilweise sollen die Preise der Niederländer um ein Drittel niedriger sein. Die können sich das leisten, denn sie werden von ihrer Regierung großzügig subventioniert. 

Aus demselben Grund sind die niederländischen Schiffe meist auch erheblich größer und moderner. Die Autos an Bord sind zwei Klassen dicker, häufig steht  noch ein teures Sportboot daneben und der Wettkampf darum, wer an Bord den größten Flachbildfernseher unterbringt, ist schon von Land aus zu sehen. 

Währenddessen kämpfen die belgischen Schiffer ums nackte Überleben. Ihnen reicht es jetzt und sie haben angedroht, ihre Aktion notfalls so lange durchzuziehen, bis der  Industrie die Rohstoffe ausgehen.

Das Foto zeigt den Albertkanal auf Höhe von Herstal am heutigen Nachmittag. Pentax K-5, SMC-DA 50 - 200 mm.

Sonntag, 17. Februar 2013

Neu im Blogroll: Tim Freh

Ab sofort hier im Blogroll: der niederländische Fotograf Tim Freh. Ein großer Teil  seiner Bilder ist in Belgien entstanden und zeichnet sich durch ein ganz besonderes Gefühl für die Atmosphäre aus. Viele mir eigentlich gut bekannte Orte sehe ich bei ihm ganz neu. Unbedingt zu empfehlen.

Foto: (C) Tim Freh

Donnerstag, 29. November 2012

Schöne neue Eisenbahnwelt



Am 9. Dezember passiert das, womit schon niemand mehr gerechnet hatte. Über fünf Jahre später als vorgesehen fährt der erste Fyra-Hochgeschwindigkeitszug eines Konsortiums von NS, KLM und SNCB planmäßig von Brüssel über Antwerpen und Rotterdam nach Amsterdam. Das ist gleichzeitig das Ende der herkömmlichen Benelux-Züge.

Die Geschichte dahinter hat längst epische Ausmaße angenommen. Eigentlich hätte das alles schon 2007 fahren sollen. Doch beim italienischen Hersteller AnsaldoBreda gab es Probleme mit dem Triebwagen des Typs V250, vor allem mit der Software für das neue Zugsicherungssystem ETCS und der Geräuschentwicklung. Auch ein weiterer Termin 2009 konnte nicht gehalten werden.

Unterdessen stand das Konsortium vor einem Dilemma. Am liebsten hätten sie AnsaldoBreda ihren Murks im Pininfarina-Design komplett zurückgegeben. Dann wäre der Hersteller aber sofort in die Pleite gerasselt und sie hätten mit völlig leeren Händen da gestanden. Ein ähnliches Drama hatte es schon viel früher bei der in den 80er-Jahren neu gebauten Stadtbahn in Manchester gegeben. Da war der gesamte Fuhrpark zur Nachbesserung nach Italien zurück gegangen.

So hatten sie erst einmal herkömmliche E-Loks angemietet und Reisezugwagen der NS im Fyra-Design umlackiert, um überhaupt den Betrieb in Eigenregie aufnehmen zu können. Nach wie vor natürlich nicht mit Hochgeschwindigkeit.

Ab nächste Woche geht es nun tatsächlich los. Dabei ist die Verbesserung für die Reisenden eher fraglich. Nun gut, wer von Brüssel nach Amsterdam fährt, kommt eine Stunde früher an. Dafür muss er aber, ähnlich wie bei Thalys, vorher buchen und reservieren. Einfach wie bisher in den Zug steigen und eine Fahrkarte kaufen? Fehlanzeige. Dafür gibt es ja Frühbucherrabatt. Natürlich nur kontingentiert. Für alle anderen wird es teurer.

Reisende nach Den Haag (immerhin Regierungssitz), Dordrecht und Roosendaal werden künftig länger unterwegs sein. Denn dort hält der Fyra nicht mehr. Wer dahin will, muss sich mit Bummelzügen begnügen und mehrmals unsteigen.

Schöne neue Eisenbahnwelt. Aber Hauptsache, das ist jetzt endlich alles liberalisiert.

Foto: Wiki05, public domain, Wikimedia

Sonntag, 30. Oktober 2011

Neu im Blogroll

Niko Cobben aus Maastricht hat nicht nur ein wunderbares Auge für das Skurrile und das Surreale, er schöpft auch aus einem unglaublichen Fundus an Gedichten und Songtexten, die er seinen Bildern zugesellt. Bisher gab es sie nur in der FC zu sehen, jetzt hat er auch ein Blog.

Unbedingt sehenswert. Einfach rechts im Blogroll anklicken.

Montag, 25. Oktober 2010

Neues Verkehrszeichen in B und NL



In den Niederlanden soll es schon länger in Einsatz sein, jetzt wurden die ersten Exemplare in Flandern gesichtet.

Dieses Schild soll die Autofahrer bei Baustellen und Straßensperrungen dazu auffordern, ihr Navigationssystem auszuschalten und stattdessen den Umleitungsschildern zu folgen. Angeblich führen sonst die widersprüchlichen Informationen von Navi, Beschilderung und Straßenverlauf zu Verwirrung, was die Unfallgefahr erhöhen soll.

Quelle: De Standaard

Mittwoch, 2. Juni 2010

Vanfleteren in Maastricht

Euregio aufgepaßt: Noch bis 27. Juni gibt es im Centre Céramique in Maastricht eine Ausstellung von Portraits des belgischen Fotografen Stephan Vanfleteren. Wenn die auch nur halb so gut ist wie seine Werkschau letzten Sommer in Brüssel im Botanique, dann muß man da unbedingt hin.