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Freitag, 16. Mai 2025

Neuer Ärger bei P&O

Wie die britische Presse meldet, zeichnet sich bei P&O neuer Ärger ab. Die Reederei ist seit 7 Monaten mit der Vorlage ihrer Bilanz für 2023 im Verzug, und das ist nach britischem Recht strafbar.

Schon die Bilanz für 2022 war mit 13 Monaten Verspätung vorgelegt worden.

Nun haben ihnen die Bilanzprüfer von KPMG zu allem Überfluss die Brocken vor die Füße geworfen, weil eine geordnete Prüfung nicht möglich sei. 

Als nächstes könnte P&O vom zuständigen Auschuss des Unterhauses zu dieser Angelegenheit vorgeladen werden.

Das alles vor dem Hintergrund, dass P&O in den letzten Jahren Millionenverluste gemacht und einen Kredit der Muttergesellschaft DP World in Höhe von 300 Mio. Pfund nicht zurückgezahlt hat. P&O selbst verkündet, alles sei in Ordnung und sie seien auf dem besten Weg der Erholung. 

Das Foto zeigt die Pride of Calais in besseren Zeiten.

Calais (F-62), 2.10.2011 - Pentax K-5, SMC-M 4/200 mm

Montag, 20. Januar 2025

Lunch Garden - teilweise gerettet

Die belgische Presse meldet, dass 42 der 62 Filialen von einem Investor übernommen werden, wobei ein Teil als Franchise weitergeführt werden soll. Das Restaurant in Eupen ist offenbar gerettet. 

Es werden jedoch in allen Restaurants rund 30% der Mitarbeiter entlassen.  

Das alles vorbehaltlich der Zustimmung des Handelsgerichts.

Samstag, 8. Juni 2024

Oscar Wilde

Irish Ferries teilt mit, dass die von P&O übernommene Spirit of Britain künftig als Oscar Wilde zwischen Calais und Dover unterwegs sein wird. 

Sie ist auf der Webcam des Hafens Falmouth ganz hinten rechts im Trockendock zu sehen, wo gerade einmal das oberste Deck und der unterdessen grün lackierte Schornstein über die anderen Gebäude der Reparaturwerft ragen.

Wie bereits angekündigt, wird eines der drei aktuell im Kanal eingesetzten Schiffe in die irische See verlegt. Dass es ausgerechnet die Isle of Innisfree - die frühere Prins Filip, Norman Spirit und Calais Seaways - sein wird, ist eher schade.

Donnerstag, 30. Mai 2024

Neues von den belgischen Damen

Man hatte schon länger nichts mehr von den belgischen Damen gehört, aber vorgestern hat die Polizei in Charleroi, wie La Meuse meldet, eine Dame erwischt, die 4 kg Lachgas in Flaschen im Kofferraum hatte. Der ist daraufhin das Lachen vergangen, denn das ist in Belgien auch für Damen verboten.

Dienstag, 21. November 2023

RTBF schaltet Videotext ab

Nach rund 50 Jahren schaltet die RTBF als letzter belgischer Fernsehsender im Februar den Videotext ab. Angeblich wird der Dienst kaum noch genutzt und die Zuschauer finden längst alle Informationen im Internet.

Donnerstag, 16. November 2023

Frankreich hat Ideen

"Wir haben in Frankreich kein Erdöl, aber wir haben Ideen," verkündete in der Ölkrise 1973 der damalige Finanzminister Valéry Giscard d'Estaing.

Michel Sardou, nie um ein provokantes Liedchen verlegen, machte daraus gleich die nächste Nummer Eins der französischen Hitparade. 

Giscard hatte sogar selbst eine Idee: die Sommerzeit, die er drei Jahre später als Präsident eingeführt hat, um Energie zu sparen. Ihr Effekt ist nach wie vor umstritten. 

Auch heute haben sie in Frankreich immer wieder Ideen. So stellt die Firma Deglace aus Lille auf der Messe Made in France in Paris gerade ihre neuste Idee vor - regenerative elektrische Hausgeräte. 

Was das sein soll? Nun, ihre erste Produktidee, an der die beiden Gründer ein Jahr gearbeitet haben, ist ein Staubsauger, den man selbst reparieren kann, wenn er kaputtgeht. Wenn das mal keine Idee ist. 

Quelle: La Gazette Nord-Pas-de-Calais

Montag, 9. Oktober 2023

P&O - Pride of Kent ist unterwegs

Die Pride of Kent hat heute am frühen Abend Calais verlassen. Ziel der Reise laut AIS: Aliaga.

Donnerstag, 5. Oktober 2023

Liberty Steel Liège - das Ende

 

 

 

 

 

 

 

 

Da hat die Selbstübernahme letztens auch nicht mehr geholfen. Seit dem Beginn des Lockdowns 2020 stand die gesamte Produktion still. Liberty Steel war wegen der Pleite der Greensill-Bank ins Trudeln geraten und musste auf Drängen der Kreditgeber Unternehmensteile verkaufen. 

Dafür war ein Übernahmekandidat gesucht worden und der Zuschlag an den rumänischen Unternehmensteil Liberty Galati gegangen. Damit hatten sie sich sozusagen selbst übernommen, und das wohl in jeder Hinsicht. Die Rumänen wollten mit der Wiederaufnahme der Produktion erst einmal auf besseres Wetter warten. Derweil blieb das Personal in Kurzarbeit. Will heißen: die haben fast drei Jahre lang abwechselnd alle fünf Wochen jeweils eine Woche lang die Maschinen geputzt und die Schreibtische abgestaubt.

Nun hat das Handelsgericht in Lüttich endgültig die Liquidierung der ehemaligen Ferblatil und der Galvanisierungsanlagen in Flémalle, vormal Phénix Works, angeordnet.

Das Foto, mit freundlicher Genehmigung von Will Urselmann aus Maastricht, zeigt die lange Walzwerkshalle der Ferblatil.

Mittwoch, 4. Oktober 2023

P&O - Das Fährenkarussell dreht sich wieder

Die Pride of Canterbury wird laut ihrem AIS-Signal am 9.10. von Dover nach Tilbury verlegt. Die Pride of Kent geht angeblich schon kommende Nacht von Tilbury nach Calais und am 10.10 von dort nach Aliaga. Davon sieht man aktuell im AIS noch nichts.

P.S. 5.10., 11.00 Uhr: Die Canterbury ist auf dem Weg in die Themsemündung und die Kent liegt schon in Calais.

Samstag, 16. September 2023

P&O - Pride of Canterbury jetzt auch in Rente

Die Pride of Canterbury hat den Hafen in Dover seit einer Woche nicht mehr verlassen und dürfte damit als letzte der Darwins aus dem Dienst bei P&O ausscheiden.

Darwins? Die Canterbury und ihre Schwesterschiffe Pride of Kent, Burgundy und European Seaway waren von P&O im Rahmen eines Neubauprogramms unter dem Namen Project Darwin beschafft worden. Ursprünglich ging es dabei um LKW-Fähren, die von Zeebrugge aus eingesetzt wurden. So entstanden bei Schichau Unterweser zu Beginn der 90er Jahre die European Seaway, die European Highway und die European Pathway

Nach der Trennung von P&O und Stena Line Anfang der 2000er Jahre stellte P&O die Verbindung von Zeebrugge nach Dover ein und ließ die Schiffe zu kompletten Personenfähren umbauen. So wurde die European Highway zur Pride of Kent, die European Pathway zur Pride of Canterbury, und die ursprünglich als European Causeway geplante Pride of Burgundy verließ die Werft gleich als fertige Personenfähre.

Allein die European Seaway wurde nicht umgebaut und ist letztens nach Mittelamerika verkauft worden.

Die Pride of Burgundy wurde unterdessen in Aliaga verschrottet, die Pride of Kent liegt in Tilbury und die Pride of Canterbury wird ihr wohl in den nächsten Tagen folgen. Spätestens, wenn die neue P&O Liberté im Kanal eintrifft, dürfte es für die Kent und die Canterbury ebenfalls in die Türkei gehen. 

Mein Bedauern hält sich im Rahmen. Sie waren allesamt laut, rappelig und ihre Inneneinrichtung hatte den Charme einer Resopal-Einbauküche aus den 60er Jahren. Besonders die Burgundy hat sich bei ihren Übernachtungen in Calais mit dem lauten Auspuffschlag ihres Generators jahrelang unbeliebt gemacht.

Das Foto zeigt die Pride of Canterbury im Mai 2013 in Calais.

Calais (F-62), 18.5.2013 - Pentax K-5, DA 18-55 mm

Dienstag, 5. September 2023

Pinkelgate

Der belgische Justizminister Vincent van Quickenborne hat am 14. August seinen Geburtstag zu Hause mit Freunden gefeiert. Es muss eine ziemlich feucht-fröhliche Runde gewesen sein, und als die Feiernden morgens gegen Vier aus dem Haus kamen, drückte die Blase. 

Da kam der Kleinbus der für seinen Personenschutz eingesetzten Polizei vor der Tür gerade recht, und schon hat sich die ganze Bande höchst vergnügt gegen besagtes Fahrzeug Erleichterung verschafft. 

Die Sache wurde ruchbar und der Minister beteuerte, von nichts zu wissen und nicht dabei gewesen zu sein. Nun gibt es Bilder, die zeigen, dass er sehr wohl dabei war und immerhin selbst so getan hat, als ob. 

Am Donnerstag darf er vor dem Parlament wegen dieser Lüge Rede und Antwort stehen. Es riecht nach Rücktritt. 

Die Angelegenheit ist in Belgien unterdessen, je nach Region, als Plasgate oder Pipigate bekannt.

Samstag, 2. September 2023

Keine BN mehr an der Küste

Das ging schneller, als ich gedacht hatte. An der belgischen Küste sind nur noch 12 BN-Triebwagen übrig, der Rest ist bereits verschrottet.

Am 23. September findet im Betriebshof in Ostende eine öffentliche Abschiedsveranstaltung mit einer kleinen Fahrzeugschau statt, und dann ist endgültig Ende mit den BNs an der Küste.

Schade, aber irgendwann musste es kommen. Die neuen Bahnen von CAF sind unterdessen alle ausgeliefert worden. Die BNs sind fast 40 Jahre alt und sprichwörtlich abgeritten. Es spricht für sie, dass sie Sand und Salz so lange ausgehalten haben.

Wir werden nicht nur den Anblick dieser formschönen Fahrzeuge in ehrender Erinnerung behalten, sondern auch das typische 200-Hz-Summen der Leistungshalbleiter in ihrer Choppersteuerung:




Das Foto zeigt Tw 6000, den allerersten der Serie, im Jahr 1999. Da war er noch weitgehend im Originalzustand als Sechsachser und mit den originalen Lampen. Nur die Kupplung war entfernt und stattdessen die graue Verkleidung angebracht worden.

Analogfoto, Scan vom Negativ

De Haan (B), November 1999 - Pentax P50, SMC-A 4/28-135 mm
 

Donnerstag, 20. Juli 2023

Pride of Kent in Tilbury

P&O hat die Pride of Kent nicht wie angenommen in Dünkirchen, sondern in Tilbury aufgelegt. Dort haben schon öfter deren Schiffe gelegen, nachdem sie außer Dienst gestellt worden waren. 

Bis zum Eintreffen der neuen P&O Liberté dürfte sie wohl dort bleiben. Wenn es ihr wie der Pride of Dover ergeht, wird sie zum Ersatzteillager für die Pride of Canterbury. 

Letztlich dürfte es zum Verschrotter gehen. So ein Experiment wie mit der Pride of Calais wird P&O kaum noch einmal eingehen wollen.

Freitag, 23. Juni 2023

Rechts ist frei!

Mercedes integriert ChatGPT in ihren Sprachassistenten. 

Donnerstag, 22. Juni 2023

Liberty hat sich übernommen und übernimmt sich nun selbst

Offenbar hatte sich Herr Gupta von Liberty Steel schon bei der Übernahme der Werksteile von Arcelor in Lüttich etwas übernommen und ist anschließend bei der Pleite der Greensill-Bank endgültig ins Straucheln geraten. So standen das Weißblechwalzwerk FERBLATIL und die Beschichtungsanlagen in Flémalle seit einiger Zeit vor dem Aus.

Es gab beim Handelsgericht in Lüttich insgesamt drei Übernahmeangebote, eines von Arcelor, eines von Marcegaglia in Italien (zusammen mit NLMK) und eines von Liberty Steel Galati in Rumänien. Nur die Rumänen wollten die gesamte Belegschaft übernehmen und haben daher beim Gericht den Zuschlag erhalten. Dann wollen wir hoffen, dass sie sich mit dieser Übernahme nicht schon wieder übernommen haben.

Die Meldung dazu finden wir in La Meuse, die ihren Bericht prompt mit einem Foto des falschen Werks illustriert hat.

Donnerstag, 15. Juni 2023

Weder Verhütung noch Wohlgeruch...

Ein Obdachloser hat in einem Einkaufszentrum in Lüttich für 860 Euro Deo und Kondome gestohlen. Und nein, er hatte keine Parfüm- und Sexorgie vor, sondern wollte vom Erlös der Beute Kokain kaufen.

Quelle: La Meuse

Mittwoch, 7. Juni 2023

Küstentram: 12 Haltestellen umbenannt

De Lijn hat beschlossen, zum 1. Juli ein Dutzend Haltestellen der Küstentram umzubenennen, weil sich in der Umgebung Dinge verändert haben oder sie anderweitig verwirrend sind. 

So ist das De-Lijn-Ferienheim Zonnebloem in Nieuwpoort an der gleichnamigen Haltestelle schon vor Jahren geschlossen worden. 

Bei anderen Haltestellen ist die Umbenennung weniger einleuchtend. Warum Domein Raversijde in Provinciedomein geändert werden musste, erschließt sich nicht direkt. Und auch die Änderung von Preventorium in Zeepreventorium leuchtet nicht auf Anhieb ein. An der See liegt es seit 100 Jahren.

Hier die Liste der Haltestellen:

De Panne Golfstraat -> De Panne Canadezenplein

Oostduinkerke Groenendijk Bad -> Oostduinkerke Groenendijk

Nieuwpoort Zonnebloem -> Nieuwpoort Sint-Bernardusplein

Nieuwpoort Ysermonde -> Nieuwpoort Victorlaan

Raversijde Domein Raversijde -> Raversijde Provinciedomein

Oostende Raversijde -> Raversijde Middenlaan

Oostende Ravelingen -> Oostende Duinenkerkje

Oostende Weg naar Vismijn -> Oostende Vismijn

Oostende Duin & Zee -> Oostende Oosteroever

Bredene aan Zee -> Bredene Duinenplein

De Haan Preventorium -> De Haan Zeepreventorium

Duinbergen -> Duinbergen Kerk

Auch die Kirche in Duinbergen ist nicht wirklich ein Neubau. 

Das Foto zeigt Tw 6006 bei der Einfahrt in die bisherige Haltestelle Domein Raversijde.

Raversijde (B), 20.9.2012 - Pentax K-5, DA 18-55 mm

Dienstag, 6. Juni 2023

Der nächste Rentner

Gestern, kurz nach 15 Uhr, hat die Pride of Kent den Hafen von Calais für ihre voraussichtlich letzte Überfahrt nach Dover verlassen.

Der Kapitän hat sogar in seiner üblichen Ansage beim Ablegen darauf hingewiesen.

Nun liegt sie in Dover und wird ausgeräumt. Wahrscheinlich wird sie erst einmal in Dünkirchen aufgelegt werden, bis im weiteren Verlauf des Jahres der zweite Neubau, die P&O Liberté, aus China eintrifft.

Die neue P&O Pioneer ist vorgestern von Dünkirchen nach Calais und anschließend nach Dover gefahren. Es ist anzunehmen, dass sie in den nächsten Tagen ihren Dienst aufnehmen wird.

Das Foto zeigt die Pride of Kent in der Hafeneinfahrt von Calais am 31.12.2011.

Calais (F-62), 31.12.2011 - Pentax K-5, SMC-M 4/80-200 mm

Freitag, 12. Mai 2023

P&O Pioneer immer noch in Dünkirchen

Nein, ich war nicht krank und erst recht nicht im Urlaub. Es ist einfach nichts los. 

Die neu aus China eingetroffene Großfähre P&O Pioneer liegt seit dem 4. April in Dünkirchen, hat im Hafen mehrmals die Position gewechselt, ist aber nach wie vor nicht aktiv. Angeblich hatte es unterwegs im Kanal Probleme mit einem Rettungsboot gegeben, aber ob das der Grund ist? Gerüchten zufolge soll sie nicht vor Juni zum Einsatz kommen. P&O schweigt sich dazu aus.

Dienstag, 25. April 2023

P&O - wesentliche operationelle Flexibilität

Im neusten Jahresbericht von P&O lesen wir, dass das Unternehmen die Wahrscheinlichkeit eines Bußgelds für die gesetzeswidrige Entlassung aller Besatzungen der Fähren mit "weniger als gering" einschätzt.

Die Entlassung der Mitarbeiter ohne das "nach dem britischen Arbeitsrecht vorgeschriebene" ordentliche Verfahren war ihrer Ansicht nach eine "Lösung, um eine wesentliche operationelle Flexibilität zu erreichen".

Obwohl der seinerzeitige Premier Boris Johnson angekündigt hatte, die Verantwortlichen würden nicht ungeschoren davonkommen, hat die zuständige Behörde letztes Jahr eine strafrechtliche Untersuchung eingestellt und auch die zivilrechtliche Untersuchung der Insolvenzbehörde müsste laut P&O "nachweisen, dass jede von ihr vorgeschlagene Maßnahme im öffentlichen Interesse, gerecht und angemessen ist. Der Vorstand ist der Ansicht, dass sie dazu nicht in der Lage sein wird und die Wahrscheinlichkeit entsprechender wirtschaftlicher Konsequenzen ist weniger als gering.

Dementsprechend hat das Unternehmen hierfür auch keine Rückstellung gebildet.

Die Entlassungen "waren notwendig für die langfristige finanzielle Gesundheit des Unternehmens" und "die öffentliche Meinung wird sich gegenüber dem Unternehmen allmählich erholen, wenn es weiterhin transparent und gesetzestreu handelt". Weiter heißt es, "die Gruppe strebt danach, ihren Ruf für hohe Standards und faires Handeln aufrechtzuerhalten".

Von so viel Kaltschnäuzigkeit können sogar die britischen Politiker noch etwas lernen.

Quelle: The Guardian