Montag, 17. Februar 2020

Lüttich: Der Beklopptenpalast

In Lüttich hat Sturm Dennis am gestrigen Sonntag einen Teil der großen Buchstaben auf dem Dach des Palais des Congrès am Maasufer umgeweht. Jetzt haben sie stattdessen ein Palais des Con. Da müsste zwar eigentlich noch ein Plural-S ans Ende, aber wer lässt sich davon schon eine gute Pointe verderben.

Con ist die französische Entsprechung des englischen cunt und wird ähnlich gebraucht. Seltener im ursprünglichen Sinn als sehr grobe Bezeichnung für das weibliche Genital, sondern eher als Substantiv, um jemand als Bekloppten oder  als Arsch auszuweisen, oder auch als Adjektiv, um etwas als bekloppt oder bescheuert zu qualifizieren.

Das hatten wir vor einigen Jahren schon einmal in einem anderen Zusammenhang. Damals ging es um die Ärsche, die unberechtigt auf Behindertenplätzen parken. 

La Meuse hat einen Artikel und ein Bild dazu.

Sonntag, 16. Februar 2020

Luxemburg: ab 1. März ÖPV kostenlos

Ab dem 1. März ist in ganz Luxemburg der gesamte öffentliche Personenverkehr - Bahn, Bus und die neue Straßenbahn in Luxemburg-Stadt - kostenlos. Für alle, also Luxemburger und Besucher. Nur die erste Klasse bei der Bahn kostet weiterhin den bisherigen Preis. Mehr dazu auf der Website der CFL.

Donnerstag, 13. Februar 2020

Weltradiotag 2020

Zum heutigen Weltradiotag wie üblich ein belgisches Radio, diesmal das Modell 1102 von His Masters Voice

Dieses eigentlich eher für seine Schallplatten bekannte Unternehmen hat in den 50er Jahren in verschiedenen Ländern Radios gebaut, so in GB, Frankreich, der Schweiz und auch in Belgien. Typisches Merkmal dieser Geräte sind die hölzernen Lamellen vor dem Lautsprecher statt des sonst allgemein üblichen Bespannstoffs. 

Auch die Skala gibt sich ausgesprochen belgisch mit Brazzaville, Leopoldville, Brussel und Bruxelles.Das "Comm." unten links auf der Mittelwelle war die Frequenz der kleinen kommerziellen Lokalsender, die es in Belgien bis in die 50er Jahre gegeben hat.

Mittwoch, 12. Februar 2020

Ruß ins Essen schütten

Storm Ciara gooide de zondag en maandag roet in het eten van luchtvaartmaatschappijen, lesen wir heute im De Standaard. 

Der Sturm Ciara - hier hieß er Sabine - hat den Luftfahrtgesellschaften Ruß ins Essen geschüttet, denn es sind viele Flüge ausgefallen.  

Roet in het eten gooien* heißt es dort, wenn man jemand die Suppe versalzen hat. 

Ob jetzt Salz oder Ruß schlimmer ist, darf sich jeder selbst überlegen, aber unappetitlich ist wohl beides. 

Hier noch die übliche Aussprachehilfe: Ruht in het Eten choijen.

Montag, 6. Januar 2020

Das Original

So wie hier in Charleroi sahen die BN-Triebwagen an der Küste früher auch aus - von der anderen Lackierung natürlich abgesehen - bevor die Flamen ihnen das Niederflur-Mittelteil und die alberne Pappnase verpasst haben. 

Da ist das originale Design doch um einiges gefälliger, sehr viel proportionierter und wirkt auch nach 40 Jahren noch nicht altbacken.

Auch das pfiffige TEC-Farbkleid steht dem Fahrzeug besser als die triste De Lijn Lackierung.

Man darf gespannt sein, was passiert, wenn Alstom sie demnächst einmal komplett durch die Modernisierungsmangel gedreht hat.

Gosselies (B), 5.9.2015 - Pentax K-3, 18-135 mm

Samstag, 4. Januar 2020

Prototypenprobefahrt

Probefahrten 40jähriger Prototypen gibt es auch nicht alle Tage. Aber genau das ist ein Proefrit* und der Triebwagen 6000 der belgischen Küstentram wird dieses Jahr 40 Jahre alt.

Er war das erste ausgelieferte Fahrzeug einer Serie von insgesamt 106 Stück, die vom belgischen Hersteller La Brugeoise & Nivelles an die damalige nationale Kleinbahngesellschaft Société Nationale des Chemins de Fer Vicinaux (SNCV) für die Küstenstraßenbahn und das Stadtbahnnetz in Charleroi geliefert worden sind. 

Der Tw 6000 ist heute noch im täglichen Betrieb, wird aber in absehbarer Zeit ausgemustert werden. Die ersten neuen Fahrzeuge für die Küste werden dieses Jahr eintreffen.  

Die Triebwagen in Charleroi werden hingegen von Alstom komplett modernisiert und werden uns noch viele Jahre erhalten bleiben. 

*) Aussprache: pruhf'ritt

Ostende (B), 18.4.2017 - Pentax K-3, 18-135 mm

Montag, 30. Dezember 2019

Nur im Winter

Solche Sonnenaufgänge kann man an der Aa nur im tiefsten Winter ablichten, z.B. hier am 26.12., kurz nach 10 Uhr. Später im Jahr müsste man dafür mit den Hühnern aufstehen und die Sonne geht an der falschen Stelle auf.

Dieses Bild hat nur einen Nachteil: es ist von 2018, denn dieses Jahr hat es leider nicht geklappt. Und hier in Köln ist es sowieso egal, wann man aufsteht. Hier gibt es nichts zu fotografieren. 

Entstanden ist dieses 'Kunstwerk' eher als Nebenprodukt beim Herumspielen mit HDR in einer Demo-Version von ON1 Photo RAW. Das sah nach den tollen Versprechungen auf der Website recht gut aus, ist aber in der Praxis mehr Schein als Sein und außerdem binnen zwölf Stunden gleich zweimal krachend abgestürzt. Das ist mir mit Lightroom in fast zehn Jahren kein einziges Mal passiert.

Eigentlich hätte ON1 Photo RAW der Ersatz für die Ransomware von Adobe werden sollen, seit es Lightroom nur noch im Jahresabo gibt. Aber für Beta-Software gebe ich kein Geld aus. Das blöde CC-Abo ist trotzdem gekündigt und es geht wie früher mit Lightroom 6 weiter.

Saint-Georges-sur-l'Aa (59), 26.12.2018 - Pentax K-3, 18-135 mm, HDR aus 3 Aufnahmen