"By now, you’ve probably heard about Restore AI", schreiben sie auf der Website von ON1. Das ist echt der Witz des Jahres, bombardieren sie uns doch seit Wochen per Mail nahezu täglich mit Ankündigungen und Lobpreisungen über das, was Ende des Monats kommen soll, was wir aber bitte jetzt schon kaufen sollen.
Dieses AI-Wunderwerk soll angeblich alte, verblichene und beschädigte Fotos restaurieren. Automatisch und auf Wunsch sogar in Farbe.
Die Beispiele auf der Website sind beeindruckend, aber wie bei ON1 üblich überschärft und viel zu bunt. Na gut, das lässt sich wahrscheinlich wie bei Brilliance AI mit einem Regler reduzieren.
Aufhorchen lässt, dass die Bearbeitung im eigenen Rechner, aber auch - viel besser und schneller - in der Cloud erfolgen kann. Ich will meine Fotos nicht in der Cloud haben. Zudem funktioniert das mit der Cloud nur ein Jahr lang. Danach bitten sie wieder zur Kasse.
Wirklich verdrießlich ist, dass man dazu von der normalen Version ON1 Photo RAW auf ON1 Photo MAX upgraden muss. Das enthält neben dem normalen Photo RAW etliche ON1-Funktionen als Plug-ins für Lightroom und Photoshop, wofür ich mangels Adobe Ransomware keine Verwendung habe. Na gut, das Upgrade gibt es für 56 Euro. Wir werden sehen.
Daneben scheinen sie ein weiteres Problem zu haben. Ich bin offenbar nicht der Einzige, der ON1 Photo RAW immer komplexer und unübersichtlicher findet. Ist ja fein, dass es so viele Funktionen hat, aber spätestens seit dem Upgrade auf Version 2026 ist die Übersicht im Bildschirm völlig hinüber. Die Schrift ist winzig und die Vermehrung der Regler lässt selbst die Karnickel vor Neid verblassen.
Letztens gab es eine Umfrage zum Thema und seither folgt ein Tutorial aufs andere, wie man alles so sehr vereinfachen und automatisieren kann. An allen Ecken weisen sie darauf hin, wie wunderbar einfach man in ON1 zu tollen Fotos kommt. Jedenfalls dann, wenn man eine Vorliebe für überschärfte und knallbunte Bilder mit dramatischem Himmel hat. Mich überzeugt das weniger.
Fast wünsche ich mir die Übersicht und Einfachheit von Lightroom zurück. Das ist im Vergleich wirklich einfach, aber kommt natürlich nicht in die Tüte.





