Montag, 15. Oktober 2018

Straßenbahn Charleroi - La Louvière 1990

Manche Dinge dauern halt etwas länger, aber nach immerhin 28 Jahren habe ich es am Wochenende doch noch geschafft, eine erste Fuhre meiner Videoaufnahmen der Straßenbahnlinie 90 von Charleroi nach La Louvière ein wenig aufzumöbeln und zu Youtube hochzuladen. 

Viele Jahre ist das alles daran gescheitert, dass die Videobearbeitung in analogen Zeiten eine mächtig aufwendige Angelegenheit war. Schon erstaunlich, wie flott und einfach das heute am Rechner geht.





Aufnahmen vom Sommer 1990 mit einem Sony Hi8-Camcorder V6000. Der hat damals 5000 Mark gekostet. Für die zugehörigen Schnitt- und Titelgeräte wären noch ein paar Tausender fällig geworden. Daraufhin habe ich das ganze Videogedöns schnell wieder aufgegeben. 

Heute lässt jeder billige Camcorder zu 150 Euro dieses damalige Flaggschiff von Sony derart alt aussehen, dass man nur staunen kann, und die Bearbeitung am Rechner ist fast schon ein Kinderspiel. Auf dem Gebiet hat es wirklich Fortschritt gegeben. 

Geschichten aus dem real existierenden Kapitalismus (27)

Heute: Wenn der gute Zweck hinter der Bezahlschranke verschwindet

In Ostbelgien ist am Freitag die zweite Ausgabe des Männer-Aktkalenders gegen Homophobie vorgestellt worden. Viel mehr zum Thema erfahren wir leider nicht, denn der zugehörige Artikel steht beim Grenzecho aus Eupen hinter der Bezahlschranke und als einzige Alternative gibt es noch Facebook. Wo man ihn gar kaufen könnte, bleibt ebenfalls das Geheimnis der zahlenden Grenzecho-Leser und der Facebook-Anhänger. 

Schade, eigentlich. 

Sonntag, 14. Oktober 2018

Schlechte Zeiten für belgische Dieselfahrer

Bei Lukoil (vormals Jet) in Eupen sehen die Kraftstoffpreise heute wie folgt aus:

Eurosuper 95 E10: 1,335 €
Super Plus 98 E5: 1,402 €
Diesel: 1,454 €
LPG: 0,548 €

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen... Diesel teurer als Super Plus! Man beachte auch den günstigen Gaspreis. Am Dienstag soll der gesetzliche Höchstpreis für Diesel laut carbu.be nochmals steigen. 

Belgische Luftwaffe schießt sich selbst ab

Der belgischen Marine sind sämtliche U-Boote abgesoffen. Sie hatten einen Tag der offenen Tür veranstaltet. 

Das ist einer der in Frankreich so beliebten Belgierwitze, der histoires belges. Die folgende Geschichte könnte aus derselben Ecke stammen, ist aber dummerweise letzte Woche wirklich so passiert. 

Auf der belgischen Luftwaffenbasis Florennes hat ein Wartungstechniker am Boden mit der Bordkanone eines Kampfflugzeugs vom Typ F-16 versehentlich ein in der Nähe geparktes zweites Flugzeug desselben Typs beschossen. Das getroffene Fluggerät war mit 10.000 l Kerosin frisch betankt und ist spektakulär explodiert. Mehrere weitere F-16 wurden durch den Kugelhagel und die Hitze des Brands leicht beschädigt. Der Techniker selbst hat durch den Knall der Explosion einen Gehörschaden erlitten. Sonst sind zum Glück keine Verletzten zu beklagen. 

Schon länger streiten in Belgien Militärs und Politik darüber, ob diese Flugzeuge veraltet sind und ersetzt werden müssen. Irgendwer scheint hohes Interesse an einer Neubeschaffung amerikanischer Düsenjäger zu haben. Er letztens kam heraus, dass ein Bericht, nach dem die F-16 durchaus noch für einige Jahre gut seien, dem Verteidigungsminister verheimlicht worden war. 

Vielleicht versuchen sie jetzt, sie auf diese Weise loszuwerden. 

Donnerstag, 11. Oktober 2018

Kein WLAN mehr in Bussen und Bahnen von De Lijn

Das flämische Nahverkehrsunternehmen De Lijn bietet seit 2014 in Antwerpen, Gent und auf der Küstentram kostenloses WLAN an. Damit ist nun wieder Schluss, nachdem sich gezeigt hat, dass es in letzter Zeit kaum noch genutzt wird. Die meisten Fahrgäste hätten selbst 4G-Zugänge mit üppigen Datentarifen und keine Lust, auf das WLAN-Netz in den Bussen und Bahnen umzuschalten, erklärte ein Sprecher des Unternehmens. Stattdessen wolle man das digitale Angebot mit Apps für Echtzeit-Informationen und papierlose Fahrscheine verbessern. 

Vor dem gleichen Hintergrund hat auch die Staatsbahn SNCB nicht die Absicht, ihre Züge mit WLAN auszustatten. Es gibt jedoch WLAN in 27 größeren Bahnhöfen und das soll auch so bleiben. 

Die Kopfhörer-Mauser

Es scheint ein generelles Problem mit billigeren Kopfhörern zu sein, jedenfalls denen von AKG und Audio Technica - sie kommen alle paar Jahre in die Mauser. Dann pellt sich die Oberfläche des Kunstleders von Kopfbügel und Ohrpolstern in vielen kleinen Schnipselchen ab. 

Das Thema hatten wir hier vor einigen Jahren schon einmal. Zur Ergänzung heute noch eine kurze Anleitung zum Wechsel beim ATH-M50. 

Ich hätte mir letztes Mal merken sollen, wie es geht, dann hätte ich eben nicht völlig unnötig den halben Kopfhörer zerlegt.

Die Polster der Kapseln werden einfach ab- und die Neuen übergezogen.  

Danach kommt das eigentliche Problem: der Austausch der Belederung des Kopfbügels. Hierzu müssen als erstes die beiden Kunststoffteile an beiden Enden dieses Bezugs abgebaut werden. Das geht einfach nach Lösen der vier Schrauben auf jeder Seite. Den alten Bezug zerschneidet man mit der Schere, um ihn zu entfernen. Soweit, so simpel. Zum Überziehen des Neuen muss jedoch die rechte Kapsel abgebaut werden. 

Hierzu sind insgesamt drei weitere Schrauben zu entfernen. Zwei am rechten Gelenk, das ist das Teil, das mit "R" markiert ist. Danach kommt eine klitzekleine Leiterplatte zum Vorschein, über die das aus dem Kopfbügel von der anderen Seite kommende Kabel mit dem Kabel zur Kapsel verbunden ist. Dort löten wir das vom Kopfbügel kommende Kabel ab. Dann noch die Schraube herausdrehen, mit der die Leiterplatte befestigt ist, und die Kapsel ist komplett vom Rest getrennt.

Nun kommt der eigentliche Spaß. Denn jetzt muss das neue Polster über den Kopfbügel gezogen werden. Das erfordert viel Geduld und Gefühl, und wer das in weniger als einer halben Stunde schafft, war gut. Wer zu spontanen Unmutsäußerungen neigt, sollte vorher die Fenster schließen. 

Danach wird die rechte Kapsel in umgekehrter Reihenfolge wieder angelötet und montiert, und mit etwas Glück ist für die nächsten zwei bis drei Jahre Ruhe. 

Und wer ohnehin einen neuen Kopfhörer kaufen will, der nimmt einen DT 880 oder 770 von Beyer. Bei denen ist der Bezug des Kopfbügels aufgeknöpft, hält ewig und die klingen auch viel besser. 

P.S.: Und beim nächsten Mal mache ich ganz bestimmt zur Veranschaulichung ein paar Fotos. Wenn ich daran denke...

Mittwoch, 10. Oktober 2018

Lügner!

Ein Lügner sei ich, hat die Trulla vom "Windows Technical Department" in ihrem kaum verständlichen Englisch gesagt. In ihrem System stände, dass ich sehr wohl einen Windows-Rechner hätte. Und warum ich sie belügen würde, wollte sie wissen.

Meine Frage, ob sie als Kind vielleicht irgendwann zu heiß gebadet worden sei, hat sie nicht verstanden oder nicht beantworten wollen. Stattdessen hat sie unter wüsten Verwünschungen aufgelegt. 

Allmählich nerven diese Pfeifen.