Donnerstag, 2. Mai 2019

RTBF Mix

Mit der Abschaltung des Mittelwellensenders der RTBF auf 621 kHz zum letzten Jahresende war in großen Teilen Flanderns, vor allem an der Küste, kein französischsprachiges belgisches Rundfunkprogramm mehr zu empfangen. Angesichts der Tatsache, dass viele Wallonen ihre Ferien an der Küste verbringen, war das ein ärgerlicher Zustand. 

Das Angebot der Wallonen, im Austausch per DAB+ jeweils ein Programm der anderen Sprachgruppe auszustrahlen, war den Flamen nicht recht. 

Seit gestern sendet nun die RTBF auf dem 'privaten' Mux, der vom Dienstleister Norkring auf 5A/5D in Flandern verbreitet wird, unter dem Namen RTBF Mix ein seltsames Durcheinander aus drei ihrer Hörfunkprogramme:

5.00 bis 10.00 Uhr: La Première
10.00 bis 20 Uhr: Classic 21
20.00 bis 24.00 Uhr: VivaCité
0.00 bis 5.00 Uhr: Classic 21

Damit läuft während des größten Teils der Tagesstunden mit Classic 21 ein Allerwelts-Rockprogramm, wie bei einem Dutzend flämischer Sender auch, halt nur mit französischen Kurznachrichten. Die ausführlichen Nachrichtensendungen von La Première um 13 und 18 Uhr kann man schließlich auch auf Mittelw... pardon... im Internet hören.

Da war die alte Lösung auf der Mittelwelle mit La Première tagsüber und Vivacité abends, wegen der Sportsendungen, die sehr viel sinnvollere Lösung. 

So ist das eher RTBF Murks. Schade eigentlich. 

Mittwoch, 1. Mai 2019

Zum 1. Mai

Falls noch jemand eine musikalische Untermalung für die häusliche Demo braucht, bitte sehr. Es spielen die Amis Réunis aus Eben-Emael, aufgenommen beim Cramignon in Lanaye vor einigen Jahren.



Lanaye (B), Zoom H2, OKM.

Donnerstag, 25. April 2019

Joline

Es gibt außer Calais - Dover und Dunkerque - Dover noch eine dritte Fährverbindung im Kanal, die allerdings ohne jede Werbung und unter eher konspirativen Verhältnissen. 

Die im lettischen Riga registrierte Fähre Joline liegt die meiste Zeit ganz hinten im Hafen von Calais und fährt alle paar Wochen nach Ramsgate und wieder zurück. Dort holt sie dann LKW mit lebenden Schafen ab und bringt sie nach Frankreich. Dieser Verkehr ist den Tierschützern auf der Insel schon lange ein Dorn im Auge und es hat immer wieder Proteste und sogar Blockaden im Hafen gegeben. Die Tierschützer verlangen, die Tiere bereits vor dem Transport zu schlachten und nicht erst am Bestimmungsort auf dem Kontinent. Sie sagen, der lebende Transport sei ein zu großer Stress für die armen Viecher. P&O und DFDS verweigern die Beförderung schon länger. 

Heute Nachmittag ist Joline von Calais aus wieder einmal nach Ramsgate ausgelaufen und so gab es die seltene Gelegenheit, ein paar Bilder zu machen.

Man mag kaum glauben, dass die mit dieser Nussschale überhaupt übers Meer fahren. Sowas würde man eher auf der Mosel erwarten.

















Calais (62), 25.4.2019, Pentax K-3 und K-r

Samstag, 20. April 2019

Das Verbuddelschiff

Die Flintstone ist ein Spezialschiff, das Rohrleitungen für Öl oder Gas im Meeresboden vergräbt, und das bei Wassertiefen bis 2000 m.

Sie hat gerade gerade in Dünkirchen eine neue Lackierung erhalten, und heute Mittag haben die Schlepper Cyclone und Aventureux sie aus dem Trockendock geholt.

Dunkerque (59), 20.4.2019 - Pentax K-3, DA 18-135 mm, f8, 1/350 s

Dienstag, 16. April 2019

La Meuse und der Beogradski Shimbun

La Meuse berichtet gerade, dass einige serbische Revolverblättchen verkünden, der Brand von Notre Dame sei die göttliche Strafe dafür, dass die Franzosen bei der Gedenkfeier zum Waffenstillstand von 1918 eine kosovarische Fahne aufgehängt haben. Über den Schwachsinn einer solchen These muss man wohl nicht weiter diskutieren. 

Aber La Meuse wäre nicht La Meuse, wenn sie diese Meldung nicht auch illustriert hätten. Das Bild dazu haben sie sich bei Belga geholt. Irgendwer in der Redaktion in Lüttich scheint sogar zu wissen, dass die Serben nicht das lateinische Alphabet verwenden. So weit, so gut. Vielleicht sollte ihnen gelegentlich noch jemand den Unterschied zwischen kyrillischen und japanischen Schriftzeichen erklären.  

Mittwoch, 10. April 2019

The Birds and the Bees

Wenn britische Eltern ihrem Nachwuchs die Grundzüge menschlicher Vermehrung beibringen, ist das auch als the talk about the birds and the bees bekannt, weil dabei in früheren Zeiten nur wenig Klartext und viel blumiges vermittelt wurde. 

Um die richtigen Bienen und deren wichtige Funktion in der Bestäubung von Pflanzen sorgt sich nicht nur die britische Regierung schon länger. Und so verlinkt das dortige Landwirtschaftsministerium seit Jahren auf eine Website, wo unter dem Titel "The Bees' Needs" erklärt wird, wie man den Bienen helfen kann, indem man mehr blühende Pflanzen im Garten hat, mehr Fläche sich selbst überlässt und den Rasen nicht so oft mäht. Dieser Titel ist ein nettes Wortspiel, denn the bee's knees ist im Englischen der Ausdruck für etwas ganz besonders Feines.

Vom Ministerium unbemerkt hat diese Website allerdings schon vor einiges Zeit den Besitzer gewechselt. Wenn man den Link beim Landwirtschaftsministerium nun anklickt, erscheint eine endlos lange Liste von Orten in GB, in der ein weiterer Klick zum örtlichen Escort-Service führt. Und da geht es dann weniger im Bees als um Birds, wie die in diesem Gewerbe tätigen Damen in nicht ganz so vornehmen Kreisen auch genannt werden. 

Das hat zwar im weitesten Sinne auch mit Pollen und Bestäubung zu tun, auch wenn es weniger dem Zweck der Arterhaltung dient, ist aber nicht wirklich the bee's knees.

Sonntag, 7. April 2019

Antwerpen und Brüssel - Vorsicht Knöllchenfalle!

Die Städte Antwerpen und Brüssel haben Umweltzonen eingerichtet, in die nur noch bestimmte Fahrzeuge einfahren dürfen. Vor allem ältere Diesel müssen draußen bleiben. 

Besonders aufpassen müssen nun alle, die mit im Ausland zugelassenen Fahrzeugen in eine der beiden Städte fahren. Die müssen ihr Fahrzeug nämlich ALLE im Internet anmelden, und zwar VORHER. Das ist besonders in Antwerpen wichtig, denn dort gibt es Kamerafallen mit automatischer Kennzeichenerkennung, die ausländische Fahrzeughalter sonst gnadenlos mit Bußgeldern von 150 € überziehen. Wer innerhalb der Umweltzone mit einem dort nicht erlaubten Fahrzeug erwischt wird, zahlt 350 €. 

Es empfiehlt sich, bevor man mit dem umständlichen Ausfüllen der Onlineformulare beginnt, Fotos des KFZ-Scheins - beide Seiten - bereit zu haben, denn die müssen mit dem Antrag hochgeladen werden. 

Dieses ganze Theater natürlich gleich zweimal - einmal für Antwerpen und dann noch einmal für Brüssel. Damit dürfte klar sein, was passiert, wenn demnächst noch Gent, Brügge, Löwen, Lüttich, Namur, Charleroi, Mons, Tournai... Sourbrodt und Erps-Kwerps ebenfalls Umweltzonen mit eigenen Websites und Formularen einrichten.