Dienstag, 16. April 2019

La Meuse und der Beogradski Shimbun

La Meuse berichtet gerade, dass einige serbische Revolverblättchen verkünden, der Brand von Notre Dame sei die göttliche Strafe dafür, dass die Franzosen bei der Gedenkfeier zum Waffenstillstand von 1918 eine kosovarische Fahne aufgehängt haben. Über den Schwachsinn einer solchen These muss man wohl nicht weiter diskutieren. 

Aber La Meuse wäre nicht La Meuse, wenn sie diese Meldung nicht auch illustriert hätten. Das Bild dazu haben sie sich bei Belga geholt. Irgendwer in der Redaktion in Lüttich scheint sogar zu wissen, dass die Serben nicht das lateinische Alphabet verwenden. So weit, so gut. Vielleicht sollte ihnen gelegentlich noch jemand den Unterschied zwischen kyrillischen und japanischen Schriftzeichen erklären.  

Mittwoch, 10. April 2019

The Birds and the Bees

Wenn britische Eltern ihrem Nachwuchs die Grundzüge menschlicher Vermehrung beibringen, ist das auch als the talk about the birds and the bees bekannt, weil dabei in früheren Zeiten nur wenig Klartext und viel blumiges vermittelt wurde. 

Um die richtigen Bienen und deren wichtige Funktion in der Bestäubung von Pflanzen sorgt sich nicht nur die britische Regierung schon länger. Und so verlinkt das dortige Landwirtschaftsministerium seit Jahren auf eine Website, wo unter dem Titel "The Bees' Needs" erklärt wird, wie man den Bienen helfen kann, indem man mehr blühende Pflanzen im Garten hat, mehr Fläche sich selbst überlässt und den Rasen nicht so oft mäht. Dieser Titel ist ein nettes Wortspiel, denn the bee's knees ist im Englischen der Ausdruck für etwas ganz besonders Feines.

Vom Ministerium unbemerkt hat diese Website allerdings schon vor einiges Zeit den Besitzer gewechselt. Wenn man den Link beim Landwirtschaftsministerium nun anklickt, erscheint eine endlos lange Liste von Orten in GB, in der ein weiterer Klick zum örtlichen Escort-Service führt. Und da geht es dann weniger im Bees als um Birds, wie die in diesem Gewerbe tätigen Damen in nicht ganz so vornehmen Kreisen auch genannt werden. 

Das hat zwar im weitesten Sinne auch mit Pollen und Bestäubung zu tun, auch wenn es weniger dem Zweck der Arterhaltung dient, ist aber nicht wirklich the bee's knees.

Sonntag, 7. April 2019

Antwerpen und Brüssel - Vorsicht Knöllchenfalle!

Die Städte Antwerpen und Brüssel haben Umweltzonen eingerichtet, in die nur noch bestimmte Fahrzeuge einfahren dürfen. Vor allem ältere Diesel müssen draußen bleiben. 

Besonders aufpassen müssen nun alle, die mit im Ausland zugelassenen Fahrzeugen in eine der beiden Städte fahren. Die müssen ihr Fahrzeug nämlich ALLE im Internet anmelden, und zwar VORHER. Das ist besonders in Antwerpen wichtig, denn dort gibt es Kamerafallen mit automatischer Kennzeichenerkennung, die ausländische Fahrzeughalter sonst gnadenlos mit Bußgeldern von 150 € überziehen. Wer innerhalb der Umweltzone mit einem dort nicht erlaubten Fahrzeug erwischt wird, zahlt 350 €. 

Es empfiehlt sich, bevor man mit dem umständlichen Ausfüllen der Onlineformulare beginnt, Fotos des KFZ-Scheins - beide Seiten - bereit zu haben, denn die müssen mit dem Antrag hochgeladen werden. 

Dieses ganze Theater natürlich gleich zweimal - einmal für Antwerpen und dann noch einmal für Brüssel. Damit dürfte klar sein, was passiert, wenn demnächst noch Gent, Brügge, Löwen, Lüttich, Namur, Charleroi, Mons, Tournai... Sourbrodt und Erps-Kwerps ebenfalls Umweltzonen mit eigenen Websites und Formularen einrichten. 

Samstag, 6. April 2019

Proximus: wie beruhigend

Beim belgischen Netzbetreiber Proximus, der ehemaligen Belgacom, sind gestern stundenlang große Teile des Festnetzes einschließlich der Notrufnummern ausgefallen. In Binche musste jemand zur Feuerwache rennen, um Bescheid zu sagen, dass sein Haus in Flammen stand. 

Heute hat Proximus mitgeteilt, dass der Ausfall nicht etwa durch einen Hackerangriff, sondern durch ein technisches Problem verursacht worden sei. 

Im Klartext: Sie brauchen keine Hacker und sind, danke der Nachfrage, immer noch bestens in der Lage, sich selbst abzuschießen. Das ist doch ausgesprochen beruhigend. 

Freitag, 5. April 2019

Une sandwicherie pas comme les autres

Das sind Olivier und Nathalie. Die beiden betreiben in Soumagne an der Landstraße nach Lüttich die Sandwicherie l'Olina, womit auch klar sein dürfte, wo der Name herkommt. 

Und wer in der Mittagszeit in der Nähe ist, der sollte da unbedingt hin. Denn hier gibt es nicht einfach nur Sandwiches, sondern wahre Kunstwerke, vom in ganz Belgien beliebten Dagobert - einem Baguette mit Kochschinken, Käse, Ei, Salat, sauren Gürkchen und Zwiebelchen, geriebenen Möhren, Tomate usw. - über dick mit belgischen Buletten belegte Varianten bis zu den raffiniertesten Kreationen mit Räucherlachs und getrüffeltem Rührei. 

All dies in einem köstlich frischen Baguette, das allein schon eine Klasse für sich ist, mit knackfrischen Zutaten, unmittelbar vor dem Verzehr mit Liebe zubereitet - da liegt nichts stundenlang durchgeweicht in der Theke - und immer mit einem Lächeln serviert.

Auch die Nudelgerichte, ob mit Sahne-Schinken-Soße oder Bolognese, sind unverschämt lecker und würden jedem Italiener zur Ehre gereichen.

Der Kaffee von unserem 'Hauslieferanten' Café Liégeois aus Verviers kommt frisch aus der Espressomaschine und ist vom Feinsten.

Und wer jetzt denkt, das würde aber ein teures Vergnügen, der irrt. Die Preise sind ausgesprochen zivil. Besonders angenehm sitzt man übrigens hinten im Wintergarten bzw. bei warmem Wetter auf der Terrasse. 

All das hat sich natürlich längst herumgesprochen und mittags ist der Laden voll. Wer dort mit mehreren Personen einkehren will, der kann telefonisch reservieren und sollte das auch tun. 

Schade ist nur, dass l'Olina nur Wochentags und am Mittag geöffnet ist, genau gesagt Dienstag bis Freitag von 10 Uhr bis 14.30 Uhr.   

Sandwicherie l'Olina, Avenue de la Résistance 520, 4633 Soumagne, +32 496 80 10 20

Zum Schluss noch der übliche Hinweis: Ich habe keine Aktien an dem Laden und bin für diesen Beitrag auch nicht bezahlt worden. Wir finden es da einfach nur wunderbar. 

Donnerstag, 4. April 2019

Du weißt, Du wirst alt...

Wenn zu einem Film gemeldet wird, er sei demnächst als DVD und VOD zu haben, und Du überlegst erst einmal, was eine VOD sein soll.

Samstag, 30. März 2019

Zoom H3-VR - Firmware 2.0 verfügbar

Zoom hat für das H3-VR ein Firmware-Update veröffentlicht. Als neue Features zeichnet das Gerät nun einen über Bluetooth zugeführten Timecode auf und im Betrieb als Audio-Interface lässt es sich über die Smartphone-App steuern. Vielleicht gibt es ja jemand, der damit etwas anfangen kann. 

Als behobene Bugs sind nur gelegentliche Abstürze im USB-Betrieb aufgeführt. 

Der ausgemacht dämliche Fehler, dass Datum und Uhrzeit in den Audiodateien und im Dateinamen neun Stunden von der Echtzeituhr des Geräts abweichen, ist natürlich immer noch da. Wer hätte auch etwas anderes erwartet.