Samstag, 24. Juli 2021

Die 15 schockierendsten Fotos...

Die 15 schockierendsten Fotos vom Hochwasser gibt es heute bei La Meuse. Lauter Bilder, die sie uns in den letzten sieben Tagen dutzendfach gezeigt haben.

Man merkt die Absicht und man ist verstimmt.

Samstag, 10. Juli 2021

Die Côte d'Opale ist angekommen

Heute gegen 10 Uhr ist die Côte d'Opale, die neue Großfähre von DFDS, in Calais angekommen. 

Das Wetter war bescheiden, wie man auf dem Bild der Webcam am Strand sieht, und so blieb der bei so etwas sonst übliche Auflauf aus.

Am Nachmittag war sie sogar schon kurz im neuen Hafen. 

Freitag, 9. Juli 2021

Ich oute mich!

Es wird Zeit für ein Outing: Ich leide schon seit jungen Jahren an einer heftigen Allergie gegen dilettantisch gemachten Hörfunk. 

Und seit einigen Jahren hat das Grauen eine völlig neue Dimension: Podcasts. Warum soll ich mir eine halbe Stunde lang etwas anhören, das ich in zehn Minuten lesen kann?

Montag, 5. Juli 2021

RIP Bill Ramsey

Auch einer von denen, die sie in Deutschland nie so recht ernst genommen haben. Vor lauter Mimikrimi, Pigalle und Zuckerpuppe hat das breite Publikum den großen Jazzman, der in ihm steckte, fröhlich ignoriert. 

Dafür kann er jetzt im Himmel mit Paul Kuhn und all den anderen, die immer nur für die musikalische Begleitung der Bierseligkeit in der Wirtschaftswunderrepublik gut waren, nach Herzenslust jazzen. 

Oder, wie er selbst am Ende seiner Sendung im Hessischen Rundfunk zu sagen pflegte: Keep Swinging!

Freitag, 2. Juli 2021

RTBF schießt Le Grand Jazz ab

Es liefen schon seit Wochen nur Wiederholungen. Nun ist ganz Sense. Wenigstens ist jetzt klar warum. Sie haben Le Grand Jazz, bisher allabendlich auf RTBF La Première, schon am 31. 5. offiziell eingestellt.

Donnerstag, 1. Juli 2021

ESB: Ein Wunder

Das Handelsgericht in Lüttich hat in einem Urteil festgestellt, dass die Osnabrücker Georgsmarienhütte ihre Verpflichtungen gegenüber den Arbeitnehmern des Elektrostahlwerks ESB in Seraing verletzt hat, indem sie das Unternehmen wissentlich an einen unseriösen Übernahmekandidaten - die famose Green Elephant Holding, von der noch nie jemand etwas gehört hatte - verkauft haben.

Man munkelte in Lüttich schon länger, dass diese Übernahme den einzigen Zweck hatte, das Unternehmen anschließend in die Pleite zu treiben, um bei der Stilllegung die Kosten eines Sozialplans zu umgehen.

Dieses Urteil erlaubt es den ehemaligen Mitarbeitern nun, ihre Ansprüche bei der GMH geltend zu machen und so wenigstens eine ordentliche Abfindung zu erhalten.

Dienstag, 15. Juni 2021

ARD-Hörfunk auf Astra - das gibt Ärger!

Die ARD stellt gegen Ende des Jahres die Verbreitung ihrer Hörfunkprogramme auf Astra in MP2 (MPEG-1 Layer II) bzw. AC-3 ein. Stattdessen gibt es einen Umzug auf andere Transponder und die Umstellung auf LC-AAC. Das ist für die Ausstrahlung von Audio per DVB-S ein völlig exotisches Format.

Die neuen Transponder gehen am 20. Juli in Betrieb und wer mag, kann dann schon nachsehen, ob er da was zu hören bekommt. Wer Hörfunk per Satellit bereits über seinen Fernseher hört, könnte Glück haben und muss nur einen neuen Suchlauf durchführen. Die meisten DVB-T2-fähigen Fernseher 'können' AAC.

Besitzer einer DVB-S-Settopbox oder eines Satellitentuners an der Hifi-Anlage werden wohl Pech haben. Die allerwenigsten davon decodieren AAC. Das gilt quasi für alle aktuell im Handel angebotenen Geräte.

Das ist aber noch nicht alles. All diejenigen, die einen Kabelanschluss nutzen und sich unterdessen einen DVB-C Radiotuner angeschafft haben, nachdem ihr Kabelnetzbetreiber den UKW aus dem Kabel verbannt hatte, werden ebenfalls in die Röhre gucken. Die können auch alle kein AAC, und Technisat hat schon durchblicken lassen, dass es für ihre beliebte Cablestar-Serie keine Updates geben wird. Ob die Kabelbetreiber - vor allem die kleineren - das alles umcodieren werden, ist unklar.

Völlig offen ist noch, wie die Tonqualität nach der Umstellung aussehen wird. Bisher wurde in MP2 mit 320 kbps gesendet. Das war quasi schon Leitungsqualität. Die wird es kaum noch geben.

Nur eins ist sicher: es wird wieder eine Menge Elektronikschrott geben.

Fast fühlt man sich in die Zeiten zurückversetzt, als die BBC vor ein paar Jahren ihre Hörfunkstreams im Internet quasi über Nacht auf HLS-AAC umgestellt hat.


Etwas ausführlicher gibt es die ganze Geschichte -> hier.

Stay tuned...

Samstag, 12. Juni 2021

Gut geschmiert

Detail an einem alten Portalkran im Bahnhof von Montzen

Analogfoto, Scan vom Negativ

Montzen-Gare (B), Sommer 2000 - Kiev 60, Biometar 2.8/80 mm

Freitag, 11. Juni 2021

ACEC

Ateliers de Constructions Electriques de Charleroi
1878 bis 1989

Zu besten Zeiten so etwas wie eine belgische AEG. Von der Energietechnik über die Ellok und den Küchenmixer bis zum Radio.

Detail an einem alten Portalkran im Bahnhof von Montzen

Analogfoto, Scan vom Negativ

Montzen-Gare (B), Sommer 2000 - Kiev 60, Biometar 2.8/80 mm

Sonntag, 6. Juni 2021

Jazz FM

Es ist ja nett, dass Clare Teal seit dem Wechsel von BBC R2 zum Kommerzfunker Jazz FM wieder eine zweistündige Sendung hat, und mit der nervigen britischen Radiowerbung mit ihren tausend Disclaimern könnte man notfalls auch noch leben - wenn das grauenhafte Audioprocessing nicht wäre.

Warum um alles in der Welt muss man bei einem Jazz-Sender das Signal zu Brei kloppen, als wäre es eine Hiphop-Dudelbude. Die Bässe wummern, die Höhen sind blechern und kreischen, und das alles hat die Dynamik eines Presslufthammers. 

Der Screenshot oben zeigt nicht etwa einen kaputt komprimierten MP3-Stream aus dem Internet, sondern das Satelliten-Signal auf Astra!

Schade eigentlich. Aber ich mag es mir kaum noch anhören.

Dienstag, 1. Juni 2021

Frei nach Albrecht Dürer

Nix arrangiert. Die lagen da einfach so herum. 

Ostende (B), 2012 - Pentax K-5, SMC-M 2/85 mm

Sonntag, 30. Mai 2021

Neu im Bücherschrank: The news is read by Charlotte Green

Ich lese gerade die Memoiren von Charlotte Green, lange Jahre Newsreader Extraordinaire bei BBC Radio 4, und sitze hier die ganze Zeit kichernd und gackernd. Die Anekdoten sind einfach herrlich. 

Nur ein Beispiel: Die Journalistin, die das Börsenprogramm präsentiert, rauscht mächtig aufgetakelt mit einem imposanten Pelzmantel ins Studio und wirft ihn betont lässig auf einen Stuhl neben dem Mischpult. Der Techniker schaut kurz auf und meint: "Soll ich ihm etwas Milch auf ein Tellerchen tun?"

Sonntag, 16. Mai 2021

Liberty Steel beantragt Vergleichsverfahren

Liberty Steel hat beim Handelsgericht in Lüttich ein Vergleichsverfahren beantragt. Das Unternehmen hat nun drei Monate Zeit, eine Lösung für seinen weiteren Fortbestand zu finden. Es geht um 750 Arbeitsplätze bei der Ferblatil und weiteren Anlagen der Kaltphase, die Liberty von Arcelor übernommen hatte.

Dienstag, 11. Mai 2021

Neu auf dem Festplattenteller: Bert Kaempfert in London

Heute im Briefkasten gelandet - die Doppel-CD des Livekonzerts von Bert Kaempfert in der Royal Albert Hall in London am 12. April 1974.

Ursprünglich hatte Polydor davon nur eine LP mit 12 Titeln auf den Markt gebracht. Später folgte eine CD mit den gleichen Titeln.

Erst 2003 hat man die 16-Spur-Bänder noch einmal aus dem Archiv geholt und von Toningenieur Peter Klemt -  bei Polydor seit jeher für James Last und Bert Kaempfert zuständig - digitalisieren und neu abmischen lassen. Daraus ist diese Doppel-CD mit 26 Titeln entstanden.

Was Klemt da gemacht hat, kann sich hören lassen. Er hat das Original im Stil der 70er Jahre eher nach außen abgemischt, sodass die typischen Links/Rechts-Dialoge der Bläser gut herauskommen, und jeder Versuchung widerstanden, an der Lautheit zu schrauben. Mein Clarity M zeigt eine Programm-Loudness von -20,3 LUFS und einen Loudness-Range von über 15 LU. So gehört das!

Herausgekommen sind 104 Minuten pures Hörvergnügen. Unbedingt zu empfehlen und bei meinem Stammhändler Medimops auf Ebay für kleines Geld zu haben. Man sollte nur aufpassen, nicht versehentlich die einzelne CD zu ersteigern. 

Aus der gleichen Reihe gibt es übrigens auch ein in London aufgenommenes Livekonzert von Caterina Valente. Ebenfalls sehr hörenswert. 

Montag, 10. Mai 2021

Panik im Windows Technical Department

Nach zwei Wochen Ruhe gab es heute Vormittag gleich drei Anrufe der Telefonbetrüger aus dem 'Windows Technical Department'. 

Der übliche Ablauf: eingehender Anruf mit einer ellenlangen unbekannten Nummer, beim Abheben Stille, dann das seltsame 'Knorrx'-Geräusch und das so unverkennbar indisch intonierte "Helloooo...?"

Heute haben wir mal was Neues probiert: "Hello and welcome to the gay and lesbian helpline. Do your family know that you are gay?"

So schnell haben die noch nie aufgelegt.

Mittwoch, 5. Mai 2021

London schickt Kriegsschiffe nach Jersey

Die britische Regierung hat zwei Kanonenboote nach Jersey beordert, um einer eventuellen Blockade des Hafens von Saint Helier durch französische Fischer zuvorzukommen.

Dienstag, 4. Mai 2021

Französische Ministerin will Jersey den Strom abdrehen

Die Vergabe der Fischereilizenzen an französische Fischer für die Zone von 6 bis 12 Meilen vor  der britischen Küste kommt nur äußerst schleppend in Gang. Unlängst haben die Fischer in Boulogne auf der Landseite die Anlieferung englischen Fischs per LKW zur weiteren Verarbeitung blockiert. 

Die Briten haben sich mit dem Handelsabkommen vom letzten Jahresende zur Ausgabe dieser Lizenzen verpflichtet und versuchen nun, den Prozess mit immer mehr Bürokratie in die Länge zu ziehen. 

Bei den Gewässern um die Kanalinsel Jersey verweisen sie darauf, das sei Sache der Inselverwaltung, was schlichtweg falsch ist, denn die Kanalinseln haben zwar einen Sonderstatus, werden aber auf internationaler Ebene von der britischen Regierung vertreten. 

In einer Fragestunde zum Thema hat die französische Ministerin für Meeresangelegenheiten, Annick Girardin, nun im französischen Parlament durchblicken lassen, man sei notfalls bereit, Jersey den Strom abzustellen. Die Insel wird über ein Unterseekabel vom französischen Festland aus mit Strom versorgt.

Samstag, 1. Mai 2021

Ebay: 'dumm' und 'Donnerwetter' sind obszön

Die Kommentare "Donnerwetter, das ging aber schnell' und "Dumm nur, wenn im Doppelalbum die zweite CD fehlt" nimmt Ebay in den Bewertungen nicht an, weil sie laut Fehlermeldung obszöne Ausdrücke ablehnen.

Beim Abstich

Auf der Gießbühne des Hochofens B in Ougrée, kurz vor der endgültigen Stilllegung.

Danach war er einige Jahre eingemottet und 2013 kam das offizielle Aus für die gesamte Warmphase in Lüttich. Vorletzte Woche hat die Région Wallonne die Abrissgenehmigung erteilt. Mit viel Glück könnten die wesentlichen Teile der Hochofenanlage - der Ofen selbst, Winderhitzer und Gießhalle - museal erhalten bleiben. Wir werden wie üblich glauben, was wir sehen, wenn wir es sehen.

Ougrée (B), 26.4.2009 - Pentax K10D, DA 18-55 mm

Freitag, 30. April 2021

Laminoirs et Usines du Ruau

1895 als Société Anonyme des Laminoirs et Boulonneries du Ruau gegründet, wurden außer gewalzten Blechen auch Schrauben produziert, insbesondere Schwellenschrauben für die Eisenbahn.

2012 war Schluss.

Analogfoto, Scan vom Negativ

Monceau-sur-Sambre (B), 27.6.2009 - Minox 35GT 

Donnerstag, 29. April 2021

Hier wird nicht geknallt!

...sagte die Mutter eines Freundes vor vielen Jahren zu Silvester und warf das ganze Zeug in den Ofen.

Bei Arcelor in Gent haben sie gestern über 30.000 beschlagnahmte, freiwillig abgegebene oder vom Militär ausgemusterte Schusswaffen eingeschmolzen. Daran sollten sich andere mal ein Beispiel nehmen.

Calais: Die Burgundy kommt wieder

Erst waren es Gerüchte, heute steht es in der Zeitung: P&O will die Pride of Burgundy ab Juni wieder im Frachtverkehr nach Dover einsetzen. Da werden sie sich in Calais aber freuen. Das nächtliche Geknatter ihres Generators hatten sie sicher schon mächtig vermisst.

Sie lagen in Dünkirchen

...und hatten COVID an Bord. Die Kerry von DFDS liegt seit drei Tagen im Westhafen. Es gibt einen Fall unter der Besatzung und die gesamte Crew ist unter Quarantäne. Wollen wir offen, dass es bei diesem einen Fall bleibt und alle bald wieder wohlauf sind.

Dienstag, 27. April 2021

Hochöfen in der Wallonie - es tut sich was

Vielleicht geschehen ja doch noch Zeichen und Wunder. Gestern hat sich der Stadtrat von Seraing einstimmig für den musealen Erhalt wesentlicher Teile des Hochofens B in Ougrée ausgesprochen. Es geht um den Ofen selbst, die Winderhitzer, die Gießbühne und die Fackel. Ausgegangen war der Antrag von den Grünen und den Kommunisten. Die Sozialisten und Liberalen haben zugestimmt, nachdem noch ein Finanzierungsvorbehalt hinzugefügt worden war. Angedacht ist ein Museum zur Geschichte der Arbeiterbewegung.

Auf der Ebene der Région Wallonne denkt man darüber nach, den ehemaligen Hochofen 4 in Charleroi unter Denkmalschutz zu stellen.  

Gemeldet wird das von verschiedenen belgischen Medien hinter den üblichen Bezahlschranken. La Dernière Heure hat einen ausführlicheren Artikel. 

Montag, 26. April 2021

Liberty... das Schild

Ich hatte es mehrfach erwähnt, konnte aber bisher kein Foto der Ferblatil unter der Ägide von Liberty zeigen, weil wir uns Ausflüge nach Belgien weiterhin verkneifen, bis wir beide geimpft sind. 

Will war so freundlich, eigens für mich ein Foto davon zu machen. Danke Will.

Auf einigen seiner Bilder war eine ungewöhnlich große Menge an Coils im Hafen von Renory zu sehen, von wo sie per Spezialtransporter über die Maas zur Ferblatil gebracht werden. Die Erklärung dafür gibt es heute in La Meuse.  

Diese Coils kamen zu Zeiten von Arcelor aus Chertal, später aus Gent und Dünkirchen. Jetzt versorgt Liberty das Werk direkt mit Coils aus Indien, von wo in den letzten Tagen 32.000 Tonnen angekommen sind. Kein Wunder, dass da alles voll liegt.

Samstag, 24. April 2021

Der Knallfrosch... suite et fin

Letztens berichtete ich vom spektakulären Ende eines Entstörkondensators in einem meiner Messgeräte und der Sauerei, die er angerichtet hatte.

Es geht offenbar auch anders. Das oben gezeigte Exemplar eines anderen Herstellers habe ich dieser Tage aus einem belgischen Audioprozessor von Korn & Macway geholt. Der hatte seinen Auftritt wohl schon lange gehabt, bevor das Gerät in meinen Besitz gelangt ist. Allein, die Umgebung ist blitzsauber und er riecht nach... nichts. Geht also. Man muss es nur wollen, statt den Kunden so zu erschrecken, dass er sich was neues kauft.

Donnerstag, 22. April 2021

FGTB will Ofen erhalten

Die sozialistische Gewerkschaft FGTB verlangt, den Hochofen B in Ougrée als Denkmal für zwei Jahrhunderte Eisen- und Stahlindustrie im Lütticher Becken zu erhalten.

Die Chancen dafür dürften gering sein, auch wenn er dort eigentlich niemand im Weg ist und durch den Abriss in Seraing mehr als genug anderweitig nutzbare Flächen frei werden.

Ougrée (B), 3.5.2006 - Pentax *istDS, SMC-A 2,8/24 mm

Mittwoch, 21. April 2021

Lavage en panne

 

 

 

 

 

 

 

 

Heute keine Autowäsche.

Rue de la Chapelle

Analogfoto, Scan vom Negativ

Verviers (B), 21.6.2000 - Contarex, Biogon 4.5/21 mm

Samstag, 17. April 2021

Schluss mit der Elektrofischerei

Jetzt haben es die niederländischen Fischer höchstrichterlich: der Europäische Gerichtshof hat das Verbot der Fischerei mit elektrischem Strom bestätigt.

Auch in Boulogne und Calais, wo die Proteste der örtlichen Fischer gegen diese Methoden schon vor Jahren zu Hafenblockaden und Reibereien mit den von dort aus operierenden Urkern geführt hatten, dürfte jetzt wieder Ruhe einkehren. 

Boulogne-sur-Mer (F-62), 28.12.2008 - Pentax K10D, SMC-M 3.5/135 mm

Donnerstag, 15. April 2021

Doel moet weg!

Das Kernkraftwerk Doel bei Antwerpen ist 1975 in Betrieb genommen worden und stolpert seit Jahren von einer Panne in die nächste. Eigentlich hätten die Blöcke Doel 1 und 2 bereits 2015 abgeschaltet werden sollen.

Mehr zur unrühmlichen Geschichte der Anlage bei Wikipedia:
https://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Doel

Eine in Zeiten von Premierminister Charles Michel (ja, der mit dem Sofagate) mit Electrabel/Engie ausgeheckte Verlängerung der Betriebsgenehmigung bis 2025 hat nun das oberste belgische Gericht kassiert und eine europäische Anhörung für alle Bürger in 1000 km Umkreis angeordnet:

https://economie.fgov.be/de/themen/energie/projekt-zur-verschiebung-der

Doel (B), 21.8.2010 - Pentax K10D, SMC-M 2/35 mm

Mittwoch, 14. April 2021

Es wird eng für die Ferblatil

Laut einer Meldung der Dernière Heure hat Liberty Steel einen "Mediator" beauftragt, einen Investor für das Kaltwalzwerk Ferblatil in Tilleur und die übrigen von Arcelor übernommenen Anlagen im Lütticher Becken zu suchen, um so die 700 Arbeitsplätze zu retten. 

Die werden ihnen wohl kaum die Tür einrennen. Die Anlagen laufen aktuell mit einer Auslastung von 40 Prozent.

Tilleur (B), 1.11.2014 - Pentax K-3, SMC-M 2/85 mm

Dienstag, 13. April 2021

Das kommt jetzt auch weg

Wer dieses beliebte Motiv noch einmal ablichten will, der sollte die Beine in die Hand nehmen. Gestern hat die Région Wallonne den Abriss der Altanlagen von Arcelor in Lüttich genehmigt. Von einer musealen Erhaltung war schon länger keine Rede mehr.

Damit werden die Kokerei Seraing, das hier gezeigte Hochofenwerk Ougrée mit dem HO B sowie das Stahl- und Walzwerk in Chertal in nächster Zeit aus der Landschaft verschwinden.

Ougrée (B), 15.6.2009 - Pentax K10D, SMC-M 2/85 mm

Im Rausch des Extremweitwinkels

Anno 2000 bin ich in den Besitz einer kompletten Contarex-Ausrüstung mit Objektiven von 21 bis 250 mm gekommen.

Besonders fasziniert hat mich das Zeiss Biogon 4.5/21 mm, ein für damalige Verhältnisse recht extremes Weitwinkelobjektiv ohne die bisher üblichen Fehler und Verzerrungen. Ich habe wochenlang fast mit nichts anderem mehr fotografiert.

Das Foto zeigt eine Eisenbahn- und eine Rohrleitungsbrücke, die bei Haccourt über den Albertkanal führen. Die als Motiv durchaus interessante Zementfabrik auf der anderen Seite des Kanals ist unterdessen abgerissen worden.

Analogfoto, Scan vom Negativ

Visé (B), 21.6.2000 - Contarex, Zeiss Biogon 4.5/21 mm

Montag, 12. April 2021

Na denn Prost

In England darf die Außengastronomie ab heute wieder öffnen. Bei dem Wetter wird denen da draußen ja glatt das Bier kalt.

Sonntag, 11. April 2021

Köln: die nächsten 5000 Dosen AZ für 60+

Die Stadt Köln verimpft diese Woche in der Messe in Deutz die nächsten 5000 Dosen Astra-Zeneca an Personen über 60. Keine weiteren Vorbedingungen. Anmeldung bei http://termin.corona-impfung.nrw/. Die Site ist teilweise heftig überlastet. Einfach öfter versuchen.

Ich habe mir letzten Donnerstag meine erste Dosis abgeholt. Keine Komplikationen außer einem fiesen Muskelkater in Beinen und Rücken wegen der endlosen Steherei und Lauferei in der Halle. Die haben einen Riesen-Parcours aufgebaut, um eine Schlange aufzufangen, die gar nicht da war. Dadurch sind alle Wege fünfmal so lang, wie sie sein müssten.

Samstag, 10. April 2021

Prohibit encendre foc!

Nein, es brauchte niemand die Feuerwehr zu rufen. Es hatte nur jemand das welke Laub zusammengefegt, in die Grube der Drehscheibe gekippt und dort angezündet. So machten sie das vor 20 Jahren in Soller. 

Auch damals konnte man schon Nachtaufnahmen aus der Hand machen, ganz ohne Stabilisierung. Eine Contarex war einfach zu schwer zum Verwackeln. 

Analogaufnahme, Scan vom Negativ

Soller (E), November 2000 - Contarex, Zeiss Biogon 4.5/21 mm, Kodak Royal Supra 800

Donnerstag, 8. April 2021

Sofagate

Wirklich blamiert hat sich nicht Erdogan - dessen Ruf ist sowieso ruiniert - sondern Charles Michel. Der war offenbar so bräsig, dass er sich ohne weiteres auf den zweiten Stuhl gesetzt hat, den er laut einem Bericht im Guardian schnurstracks angesteuert hatte.

Mittwoch, 7. April 2021

Calais: und noch eine Fährverbindung

Kaum ist die Meldung über Irish Ferries auf Calais - Dover verhallt, schon kündigt DFDS für Juni eine neue tägliche Verbindung für unbegleitete Fracht zwischen Calais und Sheerness auf der Isle of Sheppey in der Themsemündung an. Als Schiff soll die Gothia Seaways eingesetzt werden.

Da kommt die Eröffnung der Hafenerweiterung in Calais mit direktem Bahnanschluss für kombinierten Ladungsverkehr (vulgo "rollende Landstraße") im nächsten Monat doch gerade richtig.

Montag, 5. April 2021

Erste neue Küstentram im Einsatz

Am Samstag ist erstmals einer der neuen CAF-Triebwagen an der Küste im Planbetrieb mit Fahrgästen gelaufen. Vorerst erfolgt der Einsatz auf den Verstärkern zwischen Ostende und Westende. Ab diesen Sommer werden sie dann auf der ganzen Strecke fahren. In den nächsten zwei Jahren sollen die mittlerweile 40 Jahre alten BN-Triebwagen komplett ersetzt werden. 

Het Nieuwsblad hat einen Artikel mit Bild dazu.

Liberty Steel

Seit dem Niedergang von Greensill steckt Herr Gupta mächtig in der Klemme. Die Banken, allen voran Credit Suisse, wollen Geld sehen und verlangen die Liquidierung einzelner Betriebe.

In GB versucht Gupta gerade, Geld von der Regierung zu bekommen. Da kann man dort schlecht gleichzeitig Arbeitsplätze über die Klinge springen lassen. Also soll es jetzt den ausländischen Betrieben von Liberty Steel an den Kragen gehen.

Vor zwei Jahren hat das Unternehmen in Lüttich große Teile der Kaltphase von Arcelor übernommen - ein Verkauf auf Verlangen der EU-Wettbewerbshüter, wegen der geplanten Übernahme von Silva in Italien durch Arcelor. Daraus ist zwar nichts geworden, aber da waren die Betriebe in Lüttich schon zu Liberty gegangen und sind jetzt hoch gefährdet. Nun fürchtet man dort um 750 Arbeitsplätze, u.a. beim Weißblechwalzwerk, der ehemaligen Ferblatil, in Tilleur.

Die Gewerkschaften in Lüttich versuchen gerade, die Région Wallonne zum Einstieg zu bewegen. Die Erfolgsaussichten dürften etwa so hoch sein wie bei Elwood Steel in Seraing.

Das Foto zeigt die Ferblatil, von Ougrée aus über die Maas gesehen, anno 2004.

Tilleur (B), 30.3.2004 - Exakta 66, Zeiss Jena Sonnar 2.8/180 mm

Sonntag, 4. April 2021

Urbi et orbi

Wie jedes Jahr, weil es so schön ist. Nachrichten, WDR Köln, aus den 90er Jahren:

 

Für Nicht-Rheinländer: der Erftkreis, Heimat eines Stammes gefürchteter Autofahrer mit BM-Kennzeichen, liegt südwestlich von Köln und ist nach Ansicht der Kölner des himmlischen Segens seit jeher ganz besonders bedürftig. 

In diesem Sinne, allen Bergheimern und der ganzen Welt frohe Ostertage.

Mittwoch, 31. März 2021

Pentax K3-III oder die schwarze Katze im dunklen Raum

Der Physiker sucht - laut einem alten Witz - in einem dunklen Raum eine schwarze Katze. Der Philosoph sucht in einem dunklen Raum eine schwarze Katze, die gar nicht da ist. Der Theologe sucht in einem dunklen Raum eine schwarze Katze, die gar nicht da ist, und ruft: "Ich hab sie!"

Ab heute geht der Witz in die nächste Runde. Der Fotograf nimmt seine neue Pentax K3-III, stellt sie auf ISO 1.600.000 (i.W. eine Million sechshunderttausend) und macht ein Bild davon.

www.ricoh-imaging.eu/de_de/pentax-k-3-mark-iii

Allein, was sie sich bei einem Preis von 2000 € für eine APS-C-Kamera gedacht haben, lässt mich ratlos zurück. Damit ist sie genauso teuer, wie die vollformatige K1-II.  Meine K3 hat neu 1300 gekostet.

Freitag, 26. März 2021

Irish Ferries auf Calais - Dover

Irish Ferries kündigt an, die aktuell zwischen Rosslare und Milford Haven verkehrende Isle of Inishmore ab Juni auf der Route Calais - Dover einzusetzen und das Angebot später auszubauen. Offenbar geraten sie in Panik, nachdem immer mehr Verkehr den direkten Weg von Dünkirchen und Cherbourg nach Rosslare wählt. 

Ihre Idee ist nun, Kunden mit Kombi-Tarifen für den Kanal und die Irische See anzulocken. Angesichts des Schlamassels, das die Spediteure dabei erleben, Waren zwischen dem Kontinent und Irland quer durch Post-Brexit-GB zu transportieren, werden sie ihnen wohl noch Geld dazu geben müssen.

Man darf gespannt sein, wie lange sie das durchhalten werden.

Montag, 22. März 2021

Vier Knaben stahlen einen Zug

doch waren sie nicht schlau genug,
die Lok in Gang zu bringen,
bevor sie die Gendarmen fingen.

Eine Premiere, gleich am Montagmorgen, denn Klapphornverse hatten wir hier noch keine. 

Zum Hintergrund:  Im Elsass haben vier Jugendliche versucht, einen Zug zu stehlen, um von einem Ausflug nach Hause zu fahren. Offenbar sind sie am Aufrüsten der Lok (oder des Triebwagens, für die Pressefritzen ist ja alles eine Lok) gescheitert. Daraufhin haben sie ganz normal den Zug genommen und sind bei der Ankunft in Straßburg verhaftet worden. Nur einem gelang die Flucht. So weit, so banal.

Was die Presse daraus gemacht hat, ist das übliche Lehrstück aus Unkenntnis und Ignoranz, vor allem bei der Bebilderung, denn dummerweise war wohl gerade wieder kein Pressefotograf zur Stelle, um live zu berichten.

Aber kein Problem, für sowas gibt es bekanntlich Bildagenturen. Suchbegriffe "Lokomotive" und "Zug". Voilà! Den Vogel hat wie üblich La Meuse abgeschossen.

https://www.dna.fr/faits-divers-justice/2021/03/21/ils-tentent-de-voler-un-train-deux-mineurs-en-garde-a-vue-un-troisieme-en-fuite

https://www.ouest-france.fr/grand-est/bas-rhin/bas-rhin-quatre-jeunes-tentent-de-voler-une-locomotive-pour-rentrer-chez-eux-7195250

https://lameuse.sudinfo.be/765698/article/2021-03-21/pour-rentrer-chez-eux-quatre-mineurs-tentent-de-voler-une-locomotive?from_direct=true

Samstag, 13. März 2021

Endstation

 

 

 

 

 

 

 

Steuerwagen ES146 der Köln‑Bonner Eisenbahnen beim Verschrotter.

Hürth-Kendenich, Sommer 1986 - Voigtländer VSL1, Color-Ultron 1.8/50 mm

Dienstag, 9. März 2021

Dünkirchen: weiter Stubenarrest am Wochenende

Und noch drei Wochenenden im Lockdown. Immerhin ist die Inzidenzzahl auf 785 pro 100.000 Einwohner zurückgegangen.

Sonntag, 7. März 2021

La Renommée

Und ist der Ruf erst ruiniert...

Analogfoto, Scan vom Negativ

Oupeye (B), 2005 - Contarex Super, Distagon 4/35 mm

Samstag, 6. März 2021

BBC Radio Webstreams - die nächste Runde

Wer BBC Radio via Internet per Icecast oder Shoutcast über die Domains bbcmedia.ic.llnwd.net oder bbcwssc.ic.llnwd.net empfängt, wird ab 22. März nichts mehr hören. Bei den betroffenen Streams läuft zur vollen Stunde eine entsprechende Ansage.

Die aktuellen bzw. künftigen URL gibt es -> hier

Wer die BBC-Hörfunkprogramme noch über ein Internetradio mit Reciva-Chipsatz (dnt IPdio, Roberts, Sangean, Grace) empfängt, hat nun endgültig Pech gehabt. Da wird nichts mehr aktualisiert.

Freitag, 5. März 2021

Viertes Schiff für Dünkirchen - Rosslare

Die von DFDS Anfang des Jahres eingeführte "Brexit Buster" Direktverbindung zwischen Nordfrankreich und Irland erweist sich als voller Erfolg. Die drei Schiffe - Visby, Kerry und Drotten - sind so gut ausgelastet, dass ab 1. April die Ark Dania als viertes Schiff dazukommt. 

Die Ark Dania ist eher ein RoRo-Frachter als ein klassisches Fährschiff. Sie bietet Platz für 176 Auflieger und 12 komplette Lastzüge mit Fahrer, also hauptsächlich das, was im Englischen als unaccompanied freight bezeichnet wird. 

La Voix du Nord hat einen Artikel dazu.

Mittwoch, 3. März 2021

Tramway Touristique de l'Aisne

Zur Abwechslung wieder etwas belgisches:

60 km südlich von Lüttich verkehrt in der belgischen Provinz Luxemburg eine der ältesten Museumsbahnen des Landes. Die Tramway Touristique de l'Aisne hat als 'Ausgründung' des belgischen Kleinbahnmuseums in Schepdaal schon in den 60er Jahren von der Nationalen Kleinbahngesellschaft SNCV eine rund 11 km lange Strecke in den Ardennen übernommen und betreibt dort seither einen touristischen Personenverkehr.

Zwischen Pont d'Erezée und Lamorménil kann man seither erleben, wie der Kleinbahnbetrieb in den entlegeneren Ecken Belgiens in den 1930er Jahren ausgesehen hat, wo nicht elektrifiziert, sondern von Dampf- auf Dieselbetrieb umgestellt worden war. Der Verein hat auch zwei Kastendampfloks, die aber wegen Fristablauf und Kesselschäden nicht einsatzfähig sind.

Wie überall ruht auch dort dieses Jahr der gesamte Betrieb, aber im nächsten Jahr soll es wieder losgehen.

Das Bild zeigt den 1935 von Baume & Marpent gebauten Dieseltriebwagen AR 133 mit einem offenen Sommerwagen, einer sog. Baladeuse, kurz vor Erreichen der Endstelle Pont d'Erezée im Sommer 1998.

Analogaufnahme, Scan vom Negativ

Pont d'Erezée (B), Sommer 1998 - Pentax P50, SMC-A 4/28-135 mm

Dienstag, 2. März 2021

Loks aus Köln




In Köln wurden schon seit den Anfängen der Bahntechnik Fahrzeuge für Eisen- und Straßenbahnen hergestellt.  Prominenteste Vertreter dieser Branche waren Herbrand in Köln-Ehrenfeld und Van der Zypen & Charlier in Deutz. Letztere sind später zur Westwaggon geworden und schließlich in Klöckner Humboldt Deutz aufgegangen.

In Deutz wurden frühe Prototypen der Wuppertaler Schwebebahn entwickelt sowie Waggons aller Art, Straßenbahnen und Lokomotiven gebaut. Gerade letzteres bot sich an, da KHD auch die passenden Dieselmotoren baute. 

In den 50er und 60er Jahren umfasste das Programm mehrere Typen von Dieselloks, die vor allem an Werks- und NE-Bahnen verkauft wurden. NE steht für 'nicht bundeseigene' Bahnen, also private, kommunale und Landesbahnen, mithin alles außer der Deutschen Bundesbahn. 

Das Spitzenmodell in den 60ern war die Reihe DG1x00BBM. Die gab es mit 1000, 1200 und zweimotorig sogar mit 1600 PS. 

Die Köln-Bonner Eisenbahnen und die Köln-Frechen-Benzelrather Eisenbahn beschafften ein gutes Dutzend DG1200BBM, die Rheinischen Braunkohlenwerke einige DG1000BBM.   

Die Fotos zeigen zwei DG1200BBM im Lokdepot des KFBE-Bahnhofs Köln-Braunsfeld im Jahr 1986 und die DG1000BBM der Rheinbraun als Lok Nr. 477 im KFBE-Bahnhof Frechen im Sommer 2006.

Montag, 1. März 2021

Führerstandsmitfahrten


...gab es früher in den Achtachsern der KVB im ganz normalen Betrieb. Man musste sich nur nach vorn setzen. Damals hat auch noch niemand einen Aufstand gemacht, wenn man ein paar Fotos machen wollte. 

Man beachte das aufgeräumte Fahrpult mit den soliden Kellogschaltern. Die Aufbauten oben waren jüngeren Datums. Vlnr.: Funk, IBIS, Haltestellenansagegerät, Kursnummernanzeige.

Erst mit dem Umbau für Doppeltraktion wurde eine Trennwand eingezogen.

Tw 3770 auf der Hochbahnstrecke der Linie 13.

Analogfoto, Scan vom Negativ

Köln (D), Sommer 1997 - Minox 35 GT, Kodak Gold 200

Sonntag, 28. Februar 2021

Kraaaahhh!

Diese Krähe kommt hier seit Tagen jeden Morgen vorbei und führt ein gehöriges Spektakel auf, hat sich aber bisher allen Versuchen verweigert, sie aufzunehmen. Das übliche... Wenn einer guckt (oder aufnimmt) kann ich nicht! 

Heute hat es endlich geklappt. Den Quatschkopp im Hintergrund ignorieren wir einfach. Irgendwas ist ja immer.

  

Die kleinen Mikrofönchen hängen jetzt schon ein halbes Jahr vorm Fenster, haben den ganzen Winter draußen verbracht und funktionieren immer noch prima. 

Köln (D), 28.2.2021 - Roland Wearpro Mic, MOTU traveler Mk3

Kleinbahn Beuel-Großenbusch

Aus Zeiten, als Eisenbahn noch schwarzweiß war. 

Regelmäßigen Zugverkehr hat die Bahn schon lange nicht mehr, die Anschlusskunden sind alle weggestorben, aber Gebäude und Strecke existieren noch und die RSE fährt mit ihren MAN-Schienenbussen jeden Herbst einen Pendelverkehr zur beliebten Großkirmes Pützchens Markt.

Analogfoto, Scan vom Negativ

Bonn-Beuel (D), 1986 - Voigtländer VSL1, Color-Ultron 1.8/50 mm

Samstag, 27. Februar 2021

Mein erstes Foto

...natürlich nicht mein allererstes, aber das erste auf meinem allerersten selbst entwickelten Farbfilm

Tw 3111 biegt als führender Wagen eines Langzugs der Linie 9 von der Hahnenstraße in den Mauritiussteinweg ein.

Analogfoto, Scan vom Farbnegativ

Köln (D), 9.3.1996 - Yashica Mat-124 G, Agfa Optima 100

Freitag, 26. Februar 2021

Javaanse Jongens

Kölner Achtachser und Tabakreklame. Das alles gab es in Köln vor 25 Jahren noch. Die Achtachser sind verschrottet, die Reklame ist verboten, aber wenigstens ist uns der Vorfrühling erhalten geblieben, auch wenn es heute wieder etwas kühler ist.

Tw 3873 mit Ganzreklame auf der Linie 7 am Rudolfplatz.

Analogaufnahme, Scan vom Negativ

Köln (D), 9.3.1996 - Yashica Mat-124 G, Agfa Optima 100

Mittwoch, 24. Februar 2021

Dünkirchen: Wochenende im Lockdown

In Dünkirchen herrscht Alarmzustand: die Inzidenz pro 100.000 Einwohner hat in den letzten Tagen einen Wert von 900 (i.W. neunhundert!) erreicht, wobei der größte Teil der Infektionen durch die britische Variante verursacht wird. Das ist nach Nizza der zweithöchste Wert in ganz Frankreich. Nun hat die Präfektur für die Stadt einen Lockdown von Freitagabend bis Montagmorgen angeordnet. Die Einwohner dürfen das Haus nur noch verlassen, um Lebensmittel einzukaufen oder zum Arzt zu gehen.

Nicht fein vom Saarstahl

Dieses Bild eines Stahlhandels in Droixhe hatte ich bereits 2006 gezeigt. Gestern sind bei Arbeiten an der Fassade mehrere Buchstaben herabgefallen und haben drei Arbeiter verletzt, berichtet La Meuse.  

Rue de Droixhe, Liège (B), 25.3.2006 - Pentax *istDS, SMC-A 3.5/15 mm

Montag, 22. Februar 2021

Der Knallfrosch

Es ist immer wieder erstaunlich, wie viel Gestank die Gerätehersteller in einem Bauteil von kaum 2 x 1 cm unterbringen. Das gelbe Teil oben im Bild ist der Entstörkondensator in einem meiner Messgeräte.

Dieses kleine Mistding hat sich letzte Woche sprichwörtlich mit Schall und Rauch in den Ruhestand verabschiedet. Dem Gerät ist sonst nichts passiert, es funktioniert immer noch bestens, stinkt aber wie ein abgebranntes Reifenlager und steht erst einmal auf dem Balkon zum Auslüften.

Im Grunde alles völlig harmlos aber olfaktorisch höchst beeindruckend und im übrigen der Grund, warum jährlich Millionen von Geräten aller Art weggeworfen werden, was eigentlich überhaupt nicht nötig wäre. Aber wenn es knallt, aus allen Ritzen raucht und riecht, als sei der Leibhaftige durch die Bude geritten, dann geht der Laie natürlich davon aus, dass das Gerät jetzt hinüber ist, zieht mit spitzen Fingern den Stecker aus der Dose und sieht hoffentlich davon ab, das gute Stück dem Hausmüll beizugeben. 

Da sowas aber gewöhnlich erst nach vielen Jahren passiert, kann sich eigentlich niemand beklagen. Nach 20 Jahren von programmierter Obsoleszenz zu reden, erschiene mir etwas vermessen.

Unter Technikern ist diese Art von Entstörkondensator nicht von ungefähr als Knallfrosch bekannt. Ersatz ist heute eingetroffen, wird aber erst eingebaut, wenn der Gestank nachlässt. Am nächsten wärmeren Nachmittag werde ich erst einmal den öligen Niederschlag in der Umgebung des Tatorts beseitigen. Man sieht ihn rechts auf der schwarzen Fläche sehr deutlich.

Samstag, 20. Februar 2021

Holiday on Schneematsch

In der Innenstadt hält sich der Schnee nie sehr lange.

Tw 3201, einer der in den 90er Jahren für Doppeltraktion umgerüsteten Kölner Achtachser, auf der Linie 7 am Rudolfplatz, im Hintergrund das Hahnentor. Tatsächlich letzte Haltestelle vor der Wendefahrt am Aachener Weiher ist die Station Moltkestraße, aber die gab es auf den Zielfilmen nicht und sie ist auch in den heutigen Displays nicht vorgesehen.

Analogfoto, Scan vom Negativ

Köln(D), Januar 1997 - Yashica Mat-124 G, Fuji NPH400

Freitag, 19. Februar 2021

Agfa Film

Noch ein Schneebild vom 30.12.96, denn wenn es in Köln einmal schneit, muss man mitnehmen, was man kriegen kann. 

Hier ist es 3211 als führender Wagen einer Doppeltraktion auf der Linie 7 bei der Einfahrt in die Haltestelle Poll Salmstraße, mit Reklame für Agfa Film.

In der Kamera steckte hingegen ein Rollfilm von Fuji. 

Köln (D). 30.12.1996 - Yashica Mat-124 G, Fuji NPH400
 

Donnerstag, 18. Februar 2021

Mein allererster...

Dieses Foto stammt von meinem allerersten selbst entwickelten Farbfilm, Prozess C-41, im Jobo Duolab, einer pfiffigen kleinen Maschine, mit der man Filme und Papier entwickeln konnte.

Die Filmentwicklung ging damit flott von der Hand, allein beim Papier war das alles ziemlich umständlich, von der notwendigen Farbkorrektur noch nicht zu reden. Und so war ich froh, als es endlich die ersten bezahlbaren Filmscanner gab. 

Von da ab wurden hier nur noch die Filme entwickelt und anschließend gescannt und ausgedruckt. Das war nicht nur sehr viel praktischer, sondern auch wesentlich Material sparender, denn der Ausschuss beim Vergrößern im Labor war schon sehr hoch.  

Köln (D), 10.3.1996 - Yashica Mat-124 G, Agfa Optima 100

Mittwoch, 17. Februar 2021

Früher war mehr Winter

 

In Köln jedenfalls, wo in den letzten Jahren kein nennenswerter Schnee mehr gefallen ist.
Diese Aufnahmen stammen vom Winter 1996/97.

Das obere Bild zeigt Tw 3878, einen der klassischen Düwag Achtachser, die viele Jahre lang das Kölner Straßenbild geprägt haben, an der seinerzeitigen Endhaltestelle der Linie 2 auf der Nordseite des Neumarkts.

Das untere Foto mit den damals noch neuen Niederflur-Tw 4029 und 4004 ist an der Endhaltestelle Junkersdorf der Linie 1 entstanden. Die Strecke ist seither bis Weiden verlängert worden. 

Beide Fotos sind mit einer zweiäugigen Mittelformatkamera entstanden, Aufnahmeformat 6x6 cm, und vom Negativ gescannt worden. 

Köln (D), 30.12.1996 - Yashica Mat-124 G, Fuji NPH400

Samstag, 13. Februar 2021

Heute ist Weltradiotag

Und wie üblich gibt es ein belgisches Radio zu sehen. Diesmal etwas "aus der schlechten Zeit, als es nichts gab". Ein eher einfaches Modell des Herstellers Semda aus dem Jahr 1947. Der Bedarf an Radios im Land war nach dem Krieg groß, denn die deutschen Besatzer hatten den Belgiern in ganzen Landstrichen per Erlass alle Radios abgenommen (.pdf) und nach Osten abgefahren.

Teile für Neugeräte waren knapp, und so wurde verbaut, was da war: Vorkriegsröhren und allgemein nur das Nötigste. Dazu in Allstromtechnik. Nicht etwa, dass es in Belgien noch so viele Gleichstromnetze gegeben hätte, sondern eher, um den teuren Netztrafo einzusparen. Allein das Gehäuse ist, wie in Belgien üblich, mit Liebe gemacht und schönstes Schreinerhandwerk.  

Das Teil links in dem großen Glaskolben ist keine Röhre, sondern ein Eisenwasserstoffwiderstand. Im Grunde eine Sonderform einer Glühlampe, eine Art spannungsabhängiger Widerstand. Damit wurde der Heizkreis der Röhren stabilisiert und die überschüssige Spannung sprichwörtlich verbraten. Deshalb auch das Blech dahinter, und im Gehäusedach haben sie innen zur Wärmeabschirmung ein Stück Asbest angetackert.  

Auch der Netzstecker würde heute wohl nicht mehr zugelassen werden.

Aber egal. Man hatte wieder ein Radio, und dank des guten Lautsprechers klingt es sogar recht ordentlich.

Donnerstag, 11. Februar 2021

Ich weiß jetzt, wo Alesia liegt!

 

Sie wird gerade in Dünkirchen vor dem Hochofen entladen.

Dienstag, 9. Februar 2021

...und FIP hat das Kontrastprogramm


 

Der reinste Hellseher

Frank Deboosere, seines Zeichens Wettermann der VRT, hatte schon im Januar die Kältewelle vorhergesagt, meldet La Meuse. Wenn ich jetzt für August eine Hitzewelle vorhersage, komme ich dann auch in die Zeitung?

Sonntag, 7. Februar 2021

Brigitte Macron kommt nach Calais

Die Gattin des Präsidenten besucht am Dienstag das Krankenhaus in Calais, meldet Nord Littoral. Virtuell, versteht sich, wegen Covid. Die Idee erscheint ausbaufähig. Keine umständlichen Reisen, keine Abgase, und erst die Zeitersparnis. Damit sollte ein Dutzend Krankenhäuser am Tag kein Problem mehr sein.

Wenn man in Frankreich ausdrücken will, dass es von etwas ganz besonders viel gibt, dann sagt der Franzose, es gäbe davon autant qu'un évêque peut en bénir. So viele, wie ein Bischof segnen kann. Und das muss wohl eine ganze Menge sein. 

Demnächst also autant que Brigitte Macron peut en visiter

Mittwoch, 3. Februar 2021

Die schöne Adrienne hat ein Pulloverbrett im Funkgerät

Die automatischen Übersetzungen der Artikelbezeichnungen bei ebay sind immer wieder eine reiche Quelle der Erheiterung. Heute gibt es - als Ersatzteil für ein Funkgerät - ein "Pullover Brett". Die Abbildung zeigt eine Steckkarte mit ein paar Buchsen, die mit Kabelbrücken verbunden sind.

Na, fällt der Groschen?

Mittwoch, 27. Januar 2021

Zätsch!!!

So sieht das aus, wenn die Straßenbahn gerade angefahren ist, richtig Strom zieht, und dann ohne Auszuschalten unter einem Trenner durchfährt.

Was man hier sieht, ist nicht mehr der Abrissfunke, sondern ein dabei entstandenes Plasmawölkchen, das zum Himmel schwebt und im nächsten Augenblick zerfallen wird.

So etwas auf den Sensor zu bannen ist natürlich der pure Zufall, denn das kann man weder planen noch im richtigen Moment auslösen. Ich habe das überhaupt erst gesehen, als ich das Bild nach Jahren einmal näher betrachtet habe.  

Wir sehen PCC-Triebwagen 7741 der STIB als Linie 94 barrée auf der Rue Royale. Der Querstrich bedeutet in Belgien, dass ein Kurs nicht den ganzen Linienweg befährt - hier nur bis zur Station Legrand statt Louise.

Bruxelles (B), 17.8.2007 - Pentax K10D, DA 18-55 mm

Dienstag, 26. Januar 2021

Alizé sattelt um

Die Zeiten, in denen mit der Exploration von Gas und Erdöl viel Geld zu verdienen war, sind schon länger vorbei, und einige Explorationsschiffe der Compagnie Générale de Géophysique, die heutzutage nur noch unter CGG firmiert, sind seit Jahren in Dünkirchen aufgelegt - der größte Teil sogar kalt und mit abgeschaltetem AIS, damit man das Elend auf Marinetraffic nicht so sieht.

Mindestens eins davon ist vor zwei Jahren gegen den Widerstand der Gewerkschaften nach Norwegen verkauft und bei Nacht und Nebel aus dem Hafen geholt worden. 

Die CGG Alizé wird nun zum schwimmenden Gasturbinenkraftwerk umgebaut. Was sie damit im weiteren vorhaben, wurde nicht gemeldet.

Das Foto zeigt sie im Hafen von Dünkirchen im März 2016. Da liegt sie laut Marinetraffic immer noch.

Dunkerque (F-59), 25.3.2016 - Pentax K-3, DA 18-135 mm

Freitag, 22. Januar 2021

Das historische Schild

Diese Schilder, die ich im Sommer 2005 in Lüttich und Charleroi fotografiert habe, waren damals alle schon historisch.

 

 

 

 

 

 

 

 

Die Usinor‑Gruppe war zu der Zeit schon in Arcelor aufgegangen. In der Halle im Hintergrund steht der Elektroofen der Industeel S.A., heute im Besitz von Arcelor. Das Werk geht zurück auf die 1863 gegründete Fabrique de Fer de Charleroi, lokal auch als "la Fafer" bekannt.

Von Phenix Works in Flémalle war zu der Zeit schon nicht mehr viel übrig. 


 

Noch älter als das Schild von Cockerill in Seraing ist die Parole auf der Wand dahinter. Die Union des Communistes Marxistes-Léninistes de Belgique (UCMLB), eine maoistische Absplitterung der belgischen Kommunisten, hat sich schon 1976 aufgelöst.



 

 

 

Der Aufkleber "A. Cools" mit der Rose der sozialistischen Partei, unten auf dem Schild bei Tubemeuse in Flémalle, stammt wohl aus einem Wahlkampf der 80er Jahre. 

Er steht für André Cools, den örtlichen Kurfürsten der Sozialisten, der 1991 von Tätern aus dem Umfeld der Mafia erschossen wurde. Die wurden zwar gefasst und verurteilt, aber die Auftraggeber und die Hintergründe wurden nie vollständig aufgeklärt. 

Im Kielwasser dieses Falls ist aber eine ganze Reihe weiterer Affären und Skandale hochgespült worden.

Alle Aufnahmen Charleroi und Lüttich, Sommer 2005 - Contarex, Planar 2/50 mm, Distagon 4/35 mm und Sonnar 2/85 mm