Dienstag, 23. Juni 2020

Erster neuer Straßenbahnzug in Ostende angekommen

Nicht nur der Sinterklaas kommt in Belgien per Schiff aus Spanien an. Mit einer Verzögerung von einem halben Jahr ist der erste der neuen Straßenbahnzüge für die Küstentram im Hafen von Zeebrugge per Schiff angeliefert und anschließend per Tieflader nach Ostende gebracht worden. Die restlichen 47 Züge des Typs Urbos100 vom spanischen Hersteller CAF sollen im Lauf der beiden nächsten Jahre folgen.

Einen Bericht mit Bild dazu gibt es bei Het Nieuwsblad.
Het Laatste Nieuws hat ebenfalls einen Bericht und einige Bilder.
Bei Focus WTV gibt es ein Video. 

Freitag, 19. Juni 2020

...in vollen Zügen (2)

Nach viel Hin und Her wegen der Kostenerstattung, hygienischer Bedenken usw. kommen sich Regierung und SNCB allmählich näher. Die aktuelle Variante sieht nun vor, dass alle Bewohner Belgiens ab September sechs Monate lang jeweils zwei Freifahrten pro Monat erhalten, um die ganze Geschichte ein wenig zu entzerren. 

So wird nicht nur verhindert, dass ganz Belgien am nächstbesten Sommerwochenende die Züge zur Küste überfüllt, sondern es werden im November und Dezember wahrscheinlich viele ihre Fahrten überhaupt nicht in Anspruch nehmen. Wir mögen Ostende im November, aber es ist sicher nicht jedermanns Sache. Auf der anderen Seite ist der Weihnachtsmarkt in Lüttich auch ganz nett.

Sonntag, 7. Juni 2020

Wirtschaftsförderung in vollen Zügen

Der 'Superkern', eine Art runder Tisch der zehn größten belgischen Parteien, hat am Samstag eine Reihe von Maßnahmen beschlossen, um in Belgien die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Dazu gehört ein kostenloser Railpass für jeden Einwohner Belgiens. Das ist eine Fahrkarte für 10 einfache Fahrten zwischen beliebigen Bahnhöfen innerhalb Belgiens, die normalerweise 83 Euro kostet und offiziell neuerdings Standard Multi heißt. Sagt nur niemand.

Es sei ja durchaus begrüßenswert, hat die SNCB-Chefin Sophie Dutordoir heute verkündet, wenn man die Bahn als nachhaltiges Verkehrsmittel fördern wolle, aber... man hätte vorher netterweise Bescheid sagen können. Offenbar hatte die Politik versäumt, die SNCB in ihre Überlegungen einzubeziehen.

Und was passiert, wenn es in Belgien Freifahrkarten für Alle gibt, weiß man bei der SNCB nur zu gut: ganz Belgien steigt am nächsten schönen Wochenende in den IC zur Küste. Dann stehen sie im Zug wie die Ölsardinen. Wie da und an den Stränden die Schutzabstände gewahrt werden sollen, bleibt ein Rätsel. 

Frau Dutordoir hat jetzt die Politik aufgefordert, sich schleunigst mit ihr ins Benehmen zu setzen. 

Donnerstag, 4. Juni 2020

Am 15. Juni

...dürfen wir wieder nach Belgien. Wurde aber auch Zeit. Allmählich wird der gute Kaffee von Café Liégeois knapp.

Sonntag, 31. Mai 2020

Schabowski lässt grüßen

Die Ankündigung kam sprichwörtlich über Nacht: die Belgier dürfen seit gestern wieder ins benachbarte Ausland fahren. Offiziell zwar nur um einzukaufen oder Verwandte zu besuchen. Das aber sofort... unverzüglich. 

Dumm nur, dass sie vergessen hatten, die Franzosen zu fragen. Die haben alle gleich an der Grenze wieder zurück geschickt, sie sollten am 15. Juni wiederkommen. 

Das Foto zeigt den Blick nach Frankreich am Grenzübergang zwischen Roesbrugge (B) und Oost-Cappel (F). Auch da ist die Grenze nach wie vor zu. 

Roesbrugge (B), 29.12.2018 - Pentax K-3, DA 18-135 mm 

Freitag, 22. Mai 2020

Drecksarbeit

Die belgischen 20er Elloks haben nicht  nur internationale Reisezüge mit klangvollen Namen befördert.

In den frühen Nullerjahren war ihr Haupteinsatzgebiet die Montzenroute, wo sie sprichwörtlich die Drecksarbeit vor schweren Güterzügen geleistet haben.

Hier steht 2021 im Februar 2006 aus Montzen kommend mit einem Schrottzug vor dem Signal bei Remersdael. In diesem Abschnitt wurde gebaut und daher eingleisig gefahren. Der Gegenzug ist gerade durch und - wie bei den Altbau-Gleichstromloks der SNCB üblich - sind beide Stromabnehmer angelegt, um die bei 3 kV sehr hohen Anfahrströme auf alle vier Schleifstücke zu verteilen. Bei 30 km/h wird der vordere Stromabnehmer wieder gesenkt werden.

Remersdael (B), Februar 2006 - Pentax LX, 2/35 mm, Kodak Elitecolor 400

Donnerstag, 21. Mai 2020

Seine Deutsch Grammatikkenntnisse braucht Arbeit.

Gerade eben per Mail angekommen:

Ich gefilmt ein Video wann u wurden Berühren Sie Ihre intimen Teile.
Ich Zugang zu ur E-Mail-Kontakte und Ich habe alle kopiert dein E-Mail-Kontakte!
Jetzt Ich habe furchterregend schädliche Informationen auf u zu ruinieren Ihr Ruf.
bc1qxex7d5sc5qakf08np9wnruzd2gttvwdhfc8j86 ist mein Brieftaschenadresse, u muss Senden 0.149 Вit.сoin dazu.
Einmal das nachricht ist gelesen, u haben 24 stunden, Ich werde bekommen ein benachrichtigung.
Einmal geld ist gutgeschrieben auf mein konto, Ich werde zerstören das aufnahme mit du schädliche Informationen auf du wird sein entfernt.
Im gegenteiligen Fall, all die schädliche Informationen auf du wird sein weitergeleitet zu dein Freunde...
Lass mich dir geben du ein wort von beraten nicht tun gehe zu fischartig websites, insbesondere das porn websites...
Eingerichtet antivirus-Lösung tut nicht garantie schutz...


Meine Deutsch Grammatikkenntnisse braucht Arbeit.


In der Tat!

Mittwoch, 20. Mai 2020

Schon 15 Jahre

Am 20. Mai 2005 hat bei der AgfaPhoto GmbH in Leverkusen der Letzte das Licht angemacht.

Dienstag, 19. Mai 2020

Keine Empfehlung

In Grâce-Hollogne bei Lüttich ist heute Morgen die Halle eines Spezialunternehmens für Sicherheitstechnik und Brandmeldeanlagen abgebrannt.

Samstag, 16. Mai 2020

Tetenal ist wieder da

Keine Ahnung, wie viele Liter Dokumol, Centrabrom, Eukobrom, Fixierbad, Lavaquick, Mirasol, C-41 und RA-4-Chemie hier im Lauf der Jahre durch die Entwicklerschalen und Dosen gegangen sind. Irgendwann war Tetenal pleite. Jetzt sind sie wieder da.

Die Zeit hat einen Artikel dazu.

Mittwoch, 13. Mai 2020

Ringmill vor Verkauf?

Die sozialistische Gewerkschaft FGTB schlägt Alarm: Arcelormittal Ringmill - die frühere Cockerill Forges & Ringmill in Seraing - soll an den deutschen Fonds Calista Private Equity verkauft werden.

Die Gewerkschaft fürchtet eine harte Restrukturierung und den Verlust von Arbeitsplätzen. Zu frisch ist die Erinnerung an den Verkauf des Elektrostahlwerks ESB im Jahr 2014, der letztlich zum Aus geführt hat.

Aktuell beschäftigt Ringmill rund 100 Mitarbeiter. Produziert werden nahtlos gewalzte Stahlringe für eine Vielzahl von Anwendungen sowie Radreifen für Schienenfahrzeuge. 

Seraing (B), 1.4.2006 - Pentax *istDS, SMC-M 3,5/135 mm 

P.S., 18.5.: Der Verkauf ist unterdessen offiziell und wird von mehreren belgischen Zeitungen gemeldet. 

Sonntag, 10. Mai 2020

Not-Aus

Und wenn man diesen Knopf gedrückt hat, ging die ganze Kokerei aus?

Kokerei Zollverein 

Essen (D), 2001 - Contarex, Zeiss Planar 2/50 mm

Samstag, 9. Mai 2020

Blick über den Tellerrand

Abnahme eines bei der Werft Socarenam gebauten Schubboots im Hafen von Boulogne-sur-Mer. Mit der Nase vor die Kaimauer gelegt und bei Vollgas zwei Stunden lang den Hafen umgerührt. Die Fische müssen furchtbar geschimpft haben. 

Boulogne-sur-Mer (62), 19.6.2006 - Pentax *istDS, SMC-A 2.8/24 mm

Donnerstag, 7. Mai 2020

Kokerei Florange geschlossen

Gestern hat Arcelor die Kokerei im französischen Florange geschlossen. Ursprünglich war die Stilllegung für 2022 vorgesehen. Sie ist nun wegen eines Ausbruchs von Covid-19-Infektionen unter den Beschäftigten vorgezogen worden. Da kann man mal wieder sehen, wozu so ein Virus alles gut ist. 

Betroffen sind 170 direkt dort Beschäftigte sowie die übliche unbekannte Anzahl an Zeitarbeitskräften und Arbeitnehmern bei Lieferanten und Dienstleistern. 

Der SNCF und dem Hafen in Dünkirchen dürfte auch die eine oder andere Tonne fehlen. 

Le Lorrain hat einen Artikel dazu. 

Mittwoch, 6. Mai 2020

Der Hochofen im Garten

...erspart so manchen Weg in den örtlichen Eisenwarenhandel

Hochofen der Forges de Clabecq, seligen Angedenkens

Clabecq (B), 8.10.2006 - Pentax *istDS, SMC-A 3.5/15 mm

Dienstag, 5. Mai 2020

Zweimal 55 mit Kistenschlange

5528 und eine zweite 55er haben gerade  den Gulptunnel verlassen und rollen mit ihrem Containerzug aus Antwerpen oder Zeebrugge auf den Güterbahnhof Montzen zu. Die Bespannung mit Diesel lässt vermuten, dass es gleich nach Aachen West weitergeht, denn 2008 war die Lücke in der Elektrifizierung zwischen Montzen und der deutschen Grenze noch nicht geschlossen.

Diese gelben 55er stellten das Gros der Serie. Sie waren ihrer Dampfheizung irgendwann ersatzlos beraubt worden, was man am Punkt vor der Loknummer sieht, und wurden nur noch vor Güterzügen eingesetzt.

Montzen-Gare (B), 26.4.2008 - Pentax K10D, SMC-M 4/80-200 mm

Montag, 4. Mai 2020

2001, 2004 und 2010 in 2007

Gegen Ende der Nullerjahre war Montzen das reinste 20er-Paradies.
 

Hier im Bild wartet 2004 im Hintergrund mit angehobenen Stromabnehmern auf das Abfahrtsignal.

2001 und 2010 im Vordergrund sind bereit für die nächste Tour. Dahinter, hier nicht im Bild nicht sichtbar, stehen noch 2013 und 2017.


Die Baureihe 20 war mit ihren sechs Achsen und einer Dauerleistung von 5150 kW die stärkste reine Gleichstromlok, die es bei der SNCB je gegeben hat. Insgesamt 25 Stück waren zwischen 1974 und 77 vom üblichen Gespann aus La Brugeoise et Nivelles (BN, Mechanik) und den Ateliers de Constructions Electriques de Charleroi (ACEC, Elektrik) gebaut worden. Sie waren in Belgien die erste Baureihe mit Halbleitersteuerung.


Unterdessen sind sie allesamt ausgemustert und bis auf zwei Museumsloks verschrottet worden.


Montzen-Gare (B), 8.9.2007 - Pentax K10D, SMC-M 1.4/50 mm

Montag, 27. April 2020

Kräht der Wetteronline-Hahn auf dem Mist...

"Tiefs könnten kühlere Luft und weiteren Regen bringen. Andererseits ist es auch möglich, dass der Luftdruck ansteigt und sich ein neues Hoch bemerkbar macht."

Donnerstag, 23. April 2020

Fret'chen in den Dünen

1200 Tonnen Rohstahl hat die 460 026 von Fret SNCF am Haken, was für sie aber ein Kinderspiel ist, denn hier darf sowieso nur 10 km/h gefahren werden.

Mutig waren sie trotzdem, denn die Strecke von Dünkirchen bis zum Gleisanschluss des Stahl- und Walzwerks in Leffrinckoucke war seit über einem Jahr nicht mehr befahren worden. Stellenweise war das Gleis so mit Gras überwachsen, dass die Schienenköpfe nicht mehr zu sehen waren. Und dann gleich mit 1200 Tonnen da rein... alle Achtung.


Die Bahnstrecke als solche, die früher von Dünkirchen bis ins belgische Adinkerke führte, ist seit Jahrzehnten außer Betrieb, die Bahnhöfe sind verwaist, und die Belgier haben an der Grenze sogar ein Stück Gleis entfernt, um Fakten zu schaffen, nachdem Bürgerinitiativen mehrmals die Wiedereröffnung gefordert hatten. 


Nur dieser Anschluss ein paar Kilometer vor der Grenze wurde ab Oktober 2017 wieder wöchentlich bedient, um das Werk von Ascometal zu versorgen. Ursprünglich war dort Schrott für den Elektroofen angeliefert worden, der aber zu diesem Zeitpunkt schon über ein Jahr stillgelegt war. An diesem Tag kam erstmals ein Zug mit Rundmaterial für das Walzwerk an. 

Das Werk ist übrigens die berüchtigte Usine des Dunes von seinerzeit noch Ascometal, die mit den Prozessen um die vielen Asbestopfer traurige Berühmtheit erlangt hat. Wie der Zustand heute ist, kann ich nach einem Durcheinander von teilweise gescheiterten Übernahmen nicht sagen.  

Die Gleissperre vorn unter der Lok ist schon heruntergeklappt, es geht noch einmal über die Straße und dann wird die ganze Fuhre durch das Werkstor verschwunden sein.


Leffrinckoucke (59), 2.10.2017 - Pentax K-3, DA 18-135 mm

Dienstag, 21. April 2020

Alles wird besser?

In Belgien und Frankreich machen McDreck und Würger King die Drives wieder auf und schon gibt es mächtige Autoschlangen. 

Hieß es nicht, nach der Seuche würde die Welt besser?

Café du Gaz

Es gab Zeiten, da stand Gas - die Frankophonen schreiben es mit Z - als Inbegriff für Fortschritt und Modernität. War es doch in der Tat zum Kochen und Beleuchten gegenüber Holz und Fischtran ein enormer Fortschritt. Und ähnlich wie die vielen Cafés de l'Avenir oder Cafés du Progrès gab es an vielen Orten ein Café du Gaz.

Dieses hier in Calais war sogar in der Rue du Gaz, am Kanal Calais - Saint Omer, gleich neben dem früheren städtischen Gaswerk. 

Irgendwann hat es das Schicksal vieler kleiner Cafés ereilt und es ist schon vor Jahren zur Wohnung umgebaut worden. 

Calais (62), Dezember 2007 - Pentax K10D, SMC-M 2/35 mm

Samstag, 18. April 2020

Früher

Als es im Winter noch kalt und neblig war, konnte man in Nordfrankreich solche Fotos machen. 

Saint Omer (62), 3.1.2009 - Pentax K10D, SMC-A 2.8/24 mm

Freitag, 17. April 2020

Ludmilla ist über'n Berg

241 802-8 hat mit ihrem Gemischtwarenladen auf dem Weg von Aachen West (D) nach Montzen (B) den Gemmenicher Tunnel verlassen und kann jetzt erst einmal verschnaufen, denn von hier bis Montzen geht es nur noch abwärts.

Zeit für uns, einmal einen näheren Blick auf die belgische Signaltechnik zu werfen. Wir sehen zwei Hauptsignale und mittig im Gleis die Krokodile der mittlerweile überholten belgischen Zugsicherung.

Auf dem Krokodil liegt je nach Signalstellung eine Spannung an, die von einer Drahtbürste unter der Lok abgetastet wird. Bei Grün ertönt im Fahrstand eine Glocke, bei Gelb muss der Lokführer eine Taste drücken, sonst gibt es eine Zwangsbremsung, und bei Rot... passiert gar nichts, denn man geht davon aus, dass er vorher das gelbe Signal gesehen hat und schon rechtzeitig bremsen wird.

Die Signale stehen hier eigentlich falsch herum, denn normalerweise zeigt das 'Ohr' oben im Blech zum Gleis, für das dieses Signal gilt. Auf diesem Streckenabschnitt ist aber nicht, wie sonst in Belgien üblich, das linke Gleis das Regelgleis, sondern das rechte, wie auf der deutschen Seite. Und so leuchtet hier auch ausnahmsweise das rechte Signal, während das linke, für das Gegengleis, blinkt.

Der große Leuchtkasten oben auf dem Signal enthält das sog. Geweih, ein V, das dann aufleuchtet, wenn am Gleiswechsel, etwas weiter im Bild, auf das andere Gleis gewechselt wird. Gleichzeitig erscheint dann im unteren kleinen Leuchtkasten eine Geschwindigkeitsbeschränkung, gewöhnlich die 4 für 40 km/h.

Im Kasten ganz unten am Mast hängt der Fernsprecher.

Botzelaer (B), 24.11.2007 - Pentax K10D, SMC-M 3.5/135 mm

Dienstag, 14. April 2020

Malo Seaways

Nach dem Ende der Seafrance hat DFDS in Calais schnell reagiert und zuerst die Norman Spirit (die heutige Calais Seaways) eingesetzt, um sozusagen einen Fuß in die Tür zu bekommen. 

Kurz darauf kamen  die Barfleur von Brittany Ferries (als Deal Seaways) und die vormalige Seafrance Molière (als Dieppe Seaways). 

Nachdem der Charter für die Barfleur abgelaufen war, haben sie die Stena Nordica nach Calais geholt und zur Malo Seaways umlackiert. Die war aber nur von April 2015 bis Anfang 2016 dort, denn da war schon absehbar, dass DFDS die Berlioz (heutige Côte des Flandres) und die Rodin (Côte des Dunes) von MFL/Eurotunnel übernehmen würde.

Hier sehen wir die Malo Seaways in Calais im September 2015.


Calais (62), 25.9.2015 - Pentax K-3, DA 18 - 135 mm

Montag, 13. April 2020

Hält nicht in Calais

Nein, die Dunkerque Seaways fährt zwar dicht an Calais vorbei, legt dort aber nicht an, sondern fährt von Dover ohne Zwischenhalt nach Dünkirchen.

Warum überhaupt der Umweg, statt den kürzesten Weg zu nehmen? 


Nun, der gesamte Ärmelkanal ist ein sogenanntes Verkehrstrennungsgebiet. Dort gilt Rechtsverkehr. Alle Schiffe in Richtung Nordsee fahren auf der französischen Seite, und alles, was in den Atlantik will, fährt auf der englischen Seite. Kreuzen darf man ein Verkehrstrennungsgebiet nur rechtwinklig. Man soll ja auch nicht von schräg nach quer über die Straße laufen. 

Die Fähren aus Dünkirchen, Calais und Boulogne müssen daher alle - sozusagen auf dem Bürgersteig - erst einmal hart an der Küste entlang bis zum Cap Blanc Nez fahren und dürfen erst dann die Nase in Richtung Dover drehen. Umgekehrt gilt dasselbe. Immer erst nach Blanc Nez.


Auf www.marinetraffic.com kann man das sehr schön beobachten.

 

Calais (62), 30.9.2016 - Pentax K-3, HD DA 55-300 mm

Sonntag, 12. April 2020

Licht aus - Spot an!

Licht ist im Pas de Calais bekanntlich Glücksache, aber hier hat es die Calais Seaways sehr schön in Szene gesetzt. 

Spirit of France - Calais Seaways - Côte des Dunes

Calais (62), 30.9.2016 - Pentax K-3, HD DA 55-300 mm

Urbi et Orbi

Auch dieses Jahr, weil es so schön ist. Nachrichten, WDR Köln, aus den 90er Jahren:

 

Für Nicht-Rheinländer: der Erftkreis, Heimat eines Stammes gefürchteter Autofahrer mit BM-Kennzeichen, liegt südwestlich von Köln und ist nach Ansicht der Kölner des himmlischen Segens seit jeher ganz besonders bedürftig. 

In diesem Sinne, allen Bergheimern und der ganzen Welt frohe Ostertage.

Samstag, 11. April 2020

Es wird ruhig im Kanal

In Le Havre stapeln sich die aufgelegten Fähren seit Wochen und auf Calais - Dover wird es nun auch ruhiger. PKW werden wegen des Lockdowns in GB und Frankreich kaum noch befördert und selbst im LKW-Verkehr wird es weniger. 

Die Pride of Burgundy und die Pride of Canterbury liegen seit Tagen auf der Reede vor Calais und DFDS hat die Calais Seaways heute nach Dünkirchen gebracht, um sie bis auf weiteres dort aufzulegen. 

Das Photo zeigt sie frisch gestrichen im April 2016 beim Wenden in Calais. 

Calais (62),  1.4.2016 - Pentax K-5, DA 18-135 mm

BBC Radio 2: "Friday Night" jetzt Sonntagabend

Sie haben bei BBC Radio 2 die beliebte Sendung "Friday Night is Music Night" mit dem BBC Concert Orchestra vom Freitag auf den Sonntagabend um 20 Uhr unserer Zeit verlegt. 

Ist doch logisch, oder?

Mike Kilo

Das ist die Langwellen-Funkbake des Flughafens Marck bei Calais. Die sog. ungerichteten Funkfeuer (engl. non-directional beacon, NDB) gehörten zu den ersten Funk-Navigationshilfen in der Luftfahrt und sind bis heute im Betrieb. Diese hier sendet auf 418 kHz alle 8 Sekunden ihre Kennung "MK" - im NATO-Buchstabieralphabet "Mike Kilo" - in Morsezeichen. 

So hört sie sich an:

 

Solche Baken gibt es weltweit und einige Leute haben es sich zum Hobby gemacht, im Äther nach ihnen zu jagen. Vor allem in Winternächten, wenn die Ausbreitung in diesem Frequenzbereich besonders gut ist, kann man sie trotz ihrer geringen Sendeleistung von maximal 250 Watt viele Tausend Kilometer weit hören. 

Wer ein Radio mit Langwelle hat, der kann, wenn er nach oben über die Frequenzen des Langwellenrundfunks hinaus dreht, meist die Langwellenbake seines örtlichen Flughafens hören. 

Freitag, 10. April 2020

P&O möchte gern gerettet werden

P&O ist bei der britischen Regierung vorstellig geworden, sie möchten gern gerettet werden. Man denkt dabei an runde 150 Millionen Pfund. 

Außerdem würde man gern die Gehälter senken, den Urlaub und die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall kürzen und Besatzungen aus Billiglohnländern einstellen. Die Gewerkschaften sind mächtig sauer und werfen der Fährgesellschaft vor, unter dem Deckmantel der Coronakrise Sozialabbau zu betreiben.

P&O gehört DP World, einem der weltweit größten Hafenbetreiber. CEO von DP World ist der Sultan von und zu Dubai und Hauptaktionär ist die staatliche Investmentgesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate. Das Unternehmen wird diesen Monat über 300 Millionen Dollar Dividende an seine Teilhaber auszahlen.

Das Foto zeigt die Pride of Burgundy 2012 in Calais.

Calais (62), 27.12.2012 - Pentax K-5, DA 18-55 mm

Donnerstag, 9. April 2020

Great Fun

The Old Pier, Weston‑super‑Mare (GB) - Mai 1983

Montag, 6. April 2020

VRT Klara übertreibt mal wieder maßlos

Eine ganz Woche Mozart oder Wiener Klassik hatten wir zu den letzten beiden Jahreswechseln bereits. Spätestens nach zwei Tagen kann man es nicht mehr hören. Aber diesmal schießen sie zu Ostern wirklich den Vogel ab:
 
Von Gründonnerstag bis Ostermontag eine durchgehende Sondersendung zum 50jährigen Bestehen des Collegium Musicale Gent. Kantaten, Mottetten, Passionen, das ganze Gejodel. Dazu noch ein wenig instrumentale E-Musik. Überhaupt nix anderes, die ganzen Ostertage. Von morgens bis in die Nacht.


Kein Jazz, kein Caramba, kein garnix. :-/

 
Man kann es mit Verlaub auch übertreiben, zumal der besondere Reiz von Klara gewöhnlich beim sehr vielfältigen Musikprogramm liegt. Fünf Tage Chormusik... 


Die spinnen, die Menapier.

Donnerstag, 2. April 2020

Kommt eine Ludmilla nach Belgien...


Anfang der Nullerjahre hat die DB einige von der DR geerbte Dieselloks der Baureihe 232 (Spitzname wegen ihrer Herkunft aus der UdSSR: Ludmilla) mit üppigen 4000 PS remotorisiert und als Baureihe 241 bezeichnet. Fünf davon wurden weiter umgebaut, um sie zwischen Aachen West (D) und Montzen (B) vor Güterzügen einzusetzen und so das Nachschieben auf der deutschen Seite einzusparen. Dazu mussten die Dachlüfter und in den Drehgestellen die Getriebe geändert werden, um sie an das belgische Lichtraumprofil anzupassen und Schäden an den Krokodilen zu vermeiden. Auf den Einbau der belgischen Simpel-Zugsicherung hat man verzichtet, da ein Einsatz über Montzen hinaus nicht vorgesehen war.

So entstand die Unterbaureihe 241.8 mit insgesamt fünf Maschinen.

Hier hat 241.801-0 gerade den Aufstieg aus Aachen hinter sich und den Gemmenicher Tunnel auf der belgischen Seite verlassen. Wie man im Geäst über der Lok sieht, ist ihr dabei gut warm geworden.

Viel Freude hat die DB an dieser Lösung nicht gehabt. Die Loks waren unzuverlässig und einige Jahre später ist die Lücke in der Elektrifizierung zwischen dem Tunnel und Montzen geschlossen worden.

Seither verschandeln dort Masten und Fahrdraht die schöne Sicht auf die Strecke, aber es gibt sowieso nur noch Traxxe und 66er zu fotografieren.

Botzelaer (B), 2.2.2008 - Pentax K10D, SMC-M 4/80-200 mm

Dienstag, 31. März 2020

In luftiger Höh'

Zugbegegnung in 52 m Höhe auf damals noch nicht renovierten Viaduc de Moresnet der Bahnstrecke Aachen West (D) - Tongeren (B).

Heute sieht es dort völlig anders aus. Die Brücke ist umfassend renoviert worden, das Gleis liegt in einer Betonwanne, und die Strecke ist auch komplett unter Draht, nachdem die Lücke in der Elektrifizierung zwischen Montzen und dem Gemmenicher Tunnel vor Jahren geschlossen worden ist.


Dem sind leider auch die schönen 51er Diesellocks mit dem gemütlich bullernden 8-Zylinder-Dieselmotor von Cockerill Ougrée zum Opfer gefallen. Da fahren jetzt nur noch Traxxe und 66er.


Die etwas seltsamen Farben kommen durch die getönten Scheiben der Lok zustande. Das lässt sich nur in Maßen korrigieren.


Moresnet (B), Sommer 2001 - Contarex, Distagon 4/35 mm

Montag, 30. März 2020

Als Loks noch ein Lenkrad hatten

Fahrstand einer belgischen Ellok der Serie 20. Das Lenkrad war sozusagen das Gaspedal. Links unten sind die beiden Bremsventile. Bei Eisenbahns wird mit Luft gebremst. 

Montzen (B), 2001 - Contarex, Biogon 4.5/21 mm

Sonntag, 29. März 2020

Langeweile? Round Midnight und Clare Teal

Der Hörtipp für den Sonntagabend: 

22.00 - 24.00 Uhr, VRT Klara: Round Midnight - Jazz - heute: Nina Simone
23.00 - 24.00 Uhr, BBC Radio 2: Clare Teal - Swing und Bigband

Alles natürlich auch online empfangbar und später nachzuhören. 

Samstag, 28. März 2020

Zwankendamme

Zwischen Brügge und Zeebrugge lag 2011 noch der Haltepunkt Zwankendamme. Dort warteten die Loks für die Güterzüge zum und vom Hafen auf ihren nächsten Einsatz.

Am Neujahrstag 2011 war es besonders ruhig und so konnte ich diese beiden Reihen belgischer Elloks ablichten. 


Die Loks sind längst verschrottet, der Haltepunkt ist weiter Richtung Zeebrugge verlegt worden und auch das freistehende Reihenhaus gleich nebenan haben sie irgendwann abgerissen.

Zwankendamme (B), 1.1.2011 - Pentax K-5, SMC-M 2/35 mm

Mittwoch, 25. März 2020

Belgien führt Selbstabschiebung ein

Es erinnert an den alten Witz, wo ein Polizist einen Ausländer anhält: "Können Sie sich ausweisen?" und der antwortet:"Wie? Muss man das jetzt schon selbst?"

In Belgien gibt es die sog. centres fermés, geschlossene Zentren in denen Menschen eingesperrt werden, die abgeschoben werden sollen, aber Rechtsmittel eingelegt haben, oder deren Asylantrag keine Aussicht auf Erfolg hat. Teilweise sitzen dort ganze Familien über längere Zeit fest, und es hat sogar Fälle gegeben, in denen Kinder mit den Eltern eingesperrt wurden. 

Menschenrechtsorganisationen sind diese Zentren schon lange ein Dorn im Auge und seit der Coronakrise wächst die Kritik, weil eine vernünftige Distanz zum Schutz vor Ansteckung dort nicht einzuhalten ist. 

Nun hat die belgische Regierung reagiert: sie hat alle Zentren geöffnet und die Leute angewiesen, umgehend das Staatsgebiet zu verlassen, sich sozusagen selbst abzuschieben. Nebenan in Dünkirchen und Calais werden sie sich freuen.

Dienstag, 24. März 2020

Wie nett vom König

Der belgische König Philippe hat gestern mit den Bewohnern eines Altenheims in Lüttich geskypt. Leider wird das Bild aus seinem Arbeitszimmer teilweise von der Bezahlschranke verdeckt, sonst wüssten wir jetzt, was der König für ein Notebook hat. Dass sein Vater mit Nikon fotografiert, wussten wir ja schon länger.

Mehr dazu in -> La Meuse.

Einige Webcams am Kanal

Wenn wir schon nicht hinfahren können, wenigstens ein paar Webcams am Kanal...

Calais Strand, einmal als Panoramabild und einmal als Panoramavideo, alle 15 Minuten aktualisiert, auch als scrollbares Vollbild mit erfreulich hoher Auflösung: 

Calais Strand Pano
Calais Strand Panovideo 

An der englischen Ost- und Südküste gibt es sogar Live-Bilder vom Strand und Hafen in Dover und vom Strand in Brighton, auch hier wahlweise als Vollbild mit hoher Auflösung:

Hafen Dover
Strand Brighton

Sonntag, 22. März 2020

Langeweile? Klara!

Wenn man schon zu Hause bleiben soll oder muss, ist ein gemütlicher Abend am Radio doch genau das Richtige. Deshalb gibt es hier in den nächsten Tagen den einen oder anderen Hörtipp.

Eine regelmäßige Haltestelle auf meinem wöchentlichen Hörfahrplan ist der Webstream von VRT Klara, der Klassik- und Kulturwelle des flämischen Rundfunks. 

Hier einige Highlights:

Samstag, 18.00 bis 20.00 Uhr. Caramba - Latin, Jazz, Easy Listening
Sonntag, 22.00 bis 24.00 Uhr: Round Midnight - Jazz
Montag bis Donnerstag, 18.00 bis 20.00 Uhr: Django - Jazz, World, Klassik

Heute gibt es in Round Midnight zwei Stunden Oscar Peterson. 

Die gesamte Programmübersicht gibt es -> hier. Mit Playlisten und zwar bereits vorab! Man kann also schon vor der Sendung nachsehen, was kommt. Eine feine Sache. Das kenne ich sonst nirgends.

Samstag, 21. März 2020

Wertpapiere

Aus aktuellem Anlass und ohne jeden künstlerischen Anspruch.

Pentax K-3, DA 1,8/50 mm

Mittwoch, 18. März 2020

Nix Neues in Schland

Italien, Spanien, Frankreich, Luxemburg und Belgien ergreifen einschneidende Maßnahmen. Merkel hält eine Ansprache.

Super 95 für 1,01 €/l

So billig ist das Benzin seit heute morgen bei Lukoil in Eupen. Schade nur, dass wir nichts davon haben. 

Dienstag, 17. März 2020

Belgien: Lockdown ab Mittwoch 12 Uhr

Der Nationale Sicherheitsrat hat heute für Belgien einen Lockdown verkündet. Die Belgier dürfen ihr Haus nur noch verlassen, um zum Arzt, zu einem Lebensmittelgeschäft, einem Zeitungsladen, einer Bank oder zur Tankstelle zu gehen bzw. zu fahren. Außerdem dürfen sie zur Arbeit gehen, wenn keine Telearbeit möglich ist, sowie wandern, joggen und Rad fahren, allein oder mit höchstens einer Personen aus dem eigenen Haushalt, nicht mit Freunden oder Fremden. 

Diese Regelung gilt erst einmal bis zum 5. April.

Sonntag, 15. März 2020

Blijf in uw kot!



Maggie de Block, die belgische Gesundheitsministerin, hat den Belgiern noch einmal eindringlich ins Gewissen geredet, sie sollen gefälligst zu Hause bleiben, wenn sie krank sind, keine Verwandten besuchen und keine kranken Kinder nach draußen lassen oder gar in die Schule schicken. Jeden, der bei ihnen mit einer Snotneus - einer Rotznase - ankommt, sollen sie umgehend wieder hinauswerfen. 

Die Gazet van Antwerpen hat ein kurzes Video aus der originalen Pressekonferenz.

Ihr Ausruf "Blijv in uw kot!" - bleibt in Eurem Stall - hat schnell die Runde gemacht und der flämische Musiksender MNM hat gleich einen Rap daraus gemacht. 

Ursprünglich war der Kot ein Anbau hinter dem Haus, als Stall für ein Schwein oder eine Ziege. Heute benutzt ganz Belgien das Wort für eine Studentenbude. In Flandern ist es auch weiterhin ein Anbau, eine Art zweite Küche, in der ein großer Teil des Familienlebens stattfindet.

Die übliche Aussprachehilfe: Bleif in üh kot. Das 'o' in Kot ist - für Deutsche ungewohnt - geschlossen und kurz.

Samstag, 14. März 2020

Belgien: Bürgermeister von Ans verbietet Umarmen und Händeschütteln

Der Bürgermeister von Ans bei Lüttich hat heute Umarmen und Händeschütteln an allen öffentlichen Orten der Gemeinde verboten. Die Bußgelder reichen von 25 bis 250 Euro.

Und wer das nicht glaubt, der kann es -> auf der Website der Gemeinde nachlesen.

Freitag, 13. März 2020

Belgien: Friterien und Friseure bleiben offen - In Lüttich kein Bus

Gesundheitsministerin Maggie de Bock hat heute im flämischen Rundfunk erklärt, dass Friterien weiterhin öffnen dürfen, jedoch nicht für den Verzehr vor Ort. 

Auch die Friseursalons müssen nicht schließen. Schon drängt sich die Frage auf, ob man seine Tüte Fritten mit zum Friseur nehmen darf, um sie dort während der Wartezeit im Sitzen zu verzehren?

In Lüttich und Verviers fährt wieder einmal kein Bus. Die liberale Gewerkschaft CGSLB - ein Kuriosum wie ein Arbeiterflügel der FDP - hat einen wilden Streik in allen Depots des TEC Liège-Verviers angezettelt. Grund ist der angeblich mangelnde Schutz des Personals vor dem Coronavirus. Dabei sitzen die Busfahrer in Lüttich in geschlossenen Kabinen, teilweise sogar mit eigener Klimaanlage. Aber egal. Zu warm, zu kalt, zu Virus - wenn es was zu streiken gibt, sind sie immer gern dabei, und die Leute sollen ja sowieso zu Hause bleiben.

Donnerstag, 12. März 2020

Belgien: Föderale Ebene zieht nach

Heute Abend hat in Brüssel der nationale Sicherheitsrat getagt, und für 19.30 Uhr war eine Pressekonferenz angekündigt, die schließlich um 22.30 Uhr stattgefunden hat, nachdem sich Flamen und Wallonen stundenlang nicht zur Schließung der Schulen einigen konnten. 

Jetzt werden die Schulen geschlossen, während die Kindergärten offen bleiben. Es finden keine Freizeit-, Kultur- und Sportveranstaltungen mehr statt. Die katholische Kirche lässt von sich aus alle Gottesdienste ausfallen. 

Die gesamte Gastronomie schließt ab kommenden Samstag. Der Einzelhandel außer Lebensmittelläden und Apotheken schließt an den Wochenenden, bleibt aber unter der Woche geöffnet.

Das alles gilt vorerst bis zum Beginn der Osterferien am 6. April. 

Knokke-Heist im Lockdown

Bürgermeister Leopold Baron Lippens hat für sein Saint Tropez des Nordens als erste belgische Gemeinde den Lockdown verkündet. Alle Veranstaltungen mit Publikum sind ab sofort verboten, es dürfen keine Gottesdienste mehr stattfinden, Trauerfeiern sind nur noch im engsten Familienkreis erlaubt, die Surf- und Segelschulen, Sportklubs und Strandbars müssen schließen, ab Montag auch die Schulen, und er stellt schon in Aussicht, dass auch Läden und Restaurants folgen könnten. Das alles gilt nun bis zum 30. April, also auch während der Osterferien.

Während in Brüssel nur geredet würde, werde er nun aktiv, verkündete Lippens (79), seit über 40 Jahren Bürgermeister der belgischen Gemeinde mit der höchsten Millionärsdichte. Gastronomen und Handel raufen sich jetzt schon die Haare.

Montag, 9. März 2020

Bügeleisen vor Wegmännern

...und ein Krokodil ist auch dabei.

Und für alle, die jetzt nur Bahnhof verstehen: die Loks der Baureihe 3600 waren bei der CFL und auch bei der SNCF als Bügeleisen (fer à repasser) bekannt, die Reisezugwagen des deutschen Waggonbauers Wegmann in Kassel waren in Luxemburg viele Jahre das Standardmaterial für den internen Verkehr, und das Krokodil liegt ganz links vor der Lok mittig im Gleis. Das war die in Belgien und Luxemburg zu dieser Zeit übliche Zugsicherung. Je nach Signalstellung liegt daran eine Spannung an, die von einer Drahtbürste unter der Lok abgetastet und in den Fahrstand gemeldet wurde. 

Wir lernen: was bei den Schweizern ein Krokodil ist, ist bei den Luxemburgern ein Bügeleisen, denn ein Krokodil ist dort was ganz anderes. 

Aufgenommen habe ich diese Szene im Sommer 1998 im Bahnhof von Troisvierges. 

Pentax P50, SMC-A 4/28-135 mm
Fuji Superia 400, Scan vom Negativ

Dienstag, 25. Februar 2020

SNCB benennt Tickets um

Die belgische Staatsbahn SNCB ändert die Bezeichnungen aller Mehrfahrtenkarten.

Für Touristen aus dem Ausland besonders interessant ist dabei nach wie vor das Weekend Ticket (bisher Billet Weekend) für die Hin- und Rückfahrt innerhalb Belgiens zum halben Preis zwischen Freitag 19 Uhr und Sonntag 24 Uhr. 

Wer öfter fährt, nimmt die Zehnerkarte zu 83 Euro für 10 beliebige Fahrten innerhalb Belgiens. Die hieß bisher Railpass und heißt künftig Standard Multi. Für alle unter 26 Jahren kostet sie nur 53 Euro und heißt Youth Multi. Man trägt in eines der zehn Felder einfach vor Antritt der Fahrt das Datum sowie den Start- und Zielbahnhof ein. 

Für alle über 65 Jahren gibt es das Senior Ticket - Hin- und Rückfahrt zwischen beliebigen Bahnhöfen am selben Tag für 7,20 Euro. Ein uns bekanntes Rentnerehepaar ist damit regelmäßg zu Tagesausflügen von Verviers an die Küste gefahren. Das einzig teure dabei war der Hund: der war noch keine 65 und damit Vollzahler. ;-) 

Mehr zum Thema gibt es auf der Website der SNCB

Foto: Sclessin (B), 27.12.2005 - Pentax *istDS, DA 18-55 mm

Montag, 17. Februar 2020

Lüttich: Der Beklopptenpalast

In Lüttich hat Sturm Dennis am gestrigen Sonntag einen Teil der großen Buchstaben auf dem Dach des Palais des Congrès am Maasufer umgeweht. Jetzt haben sie stattdessen ein Palais des Con. Da müsste zwar eigentlich noch ein Plural-S ans Ende, aber wer lässt sich davon schon eine gute Pointe verderben.

Con ist die französische Entsprechung des englischen cunt und wird ähnlich gebraucht. Seltener im ursprünglichen Sinn als sehr grobe Bezeichnung für das weibliche Genital, sondern eher als Substantiv, um jemand als Bekloppten oder  als Arsch auszuweisen, oder auch als Adjektiv, um etwas als bekloppt oder bescheuert zu qualifizieren.

Das hatten wir vor einigen Jahren schon einmal in einem anderen Zusammenhang. Damals ging es um die Ärsche, die unberechtigt auf Behindertenplätzen parken. 

La Meuse hat einen Artikel und ein Bild dazu.

Sonntag, 16. Februar 2020

Luxemburg: ab 1. März ÖPV kostenlos

Ab dem 1. März ist in ganz Luxemburg der gesamte öffentliche Personenverkehr - Bahn, Bus und die neue Straßenbahn in Luxemburg-Stadt - kostenlos. Für alle, also Luxemburger und Besucher. Nur die erste Klasse bei der Bahn kostet weiterhin den bisherigen Preis. Mehr dazu auf der Website der CFL.

Donnerstag, 13. Februar 2020

Weltradiotag 2020

Zum heutigen Weltradiotag wie üblich ein belgisches Radio, diesmal das Modell 1102 von His Masters Voice

Dieses eigentlich eher für seine Schallplatten bekannte Unternehmen hat in den 50er Jahren in verschiedenen Ländern Radios gebaut, so in GB, Frankreich, der Schweiz und auch in Belgien. Typisches Merkmal dieser Geräte sind die hölzernen Lamellen vor dem Lautsprecher statt des sonst allgemein üblichen Bespannstoffs. 

Auch die Skala gibt sich ausgesprochen belgisch mit Brazzaville, Leopoldville, Brussel und Bruxelles.Das "Comm." unten links auf der Mittelwelle war die Frequenz der kleinen kommerziellen Lokalsender, die es in Belgien bis in die 50er Jahre gegeben hat.

Mittwoch, 12. Februar 2020

Ruß ins Essen schütten

Storm Ciara gooide de zondag en maandag roet in het eten van luchtvaartmaatschappijen, lesen wir heute im De Standaard. 

Der Sturm Ciara - hier hieß er Sabine - hat den Luftfahrtgesellschaften Ruß ins Essen geschüttet, denn es sind viele Flüge ausgefallen.  

Roet in het eten gooien* heißt es dort, wenn man jemand die Suppe versalzen hat. 

Ob jetzt Salz oder Ruß schlimmer ist, darf sich jeder selbst überlegen, aber unappetitlich ist wohl beides. 

Hier noch die übliche Aussprachehilfe: Ruht in het Eten choijen.

Montag, 6. Januar 2020

Das Original

So wie hier in Charleroi sahen die BN-Triebwagen an der Küste früher auch aus - von der anderen Lackierung natürlich abgesehen - bevor die Flamen ihnen das Niederflur-Mittelteil und die alberne Pappnase verpasst haben. 

Da ist das originale Design doch um einiges gefälliger, sehr viel proportionierter und wirkt auch nach 40 Jahren noch nicht altbacken.

Auch das pfiffige TEC-Farbkleid steht dem Fahrzeug besser als die triste De Lijn Lackierung.

Man darf gespannt sein, was passiert, wenn Alstom sie demnächst einmal komplett durch die Modernisierungsmangel gedreht hat.

Gosselies (B), 5.9.2015 - Pentax K-3, 18-135 mm

Samstag, 4. Januar 2020

Prototypenprobefahrt

Probefahrten 40jähriger Prototypen gibt es auch nicht alle Tage. Aber genau das ist ein Proefrit* und der Triebwagen 6000 der belgischen Küstentram wird dieses Jahr 40 Jahre alt.

Er war das erste ausgelieferte Fahrzeug einer Serie von insgesamt 106 Stück, die vom belgischen Hersteller La Brugeoise & Nivelles an die damalige nationale Kleinbahngesellschaft Société Nationale des Chemins de Fer Vicinaux (SNCV) für die Küstenstraßenbahn und das Stadtbahnnetz in Charleroi geliefert worden sind. 

Der Tw 6000 ist heute noch im täglichen Betrieb, wird aber in absehbarer Zeit ausgemustert werden. Die ersten neuen Fahrzeuge für die Küste werden dieses Jahr eintreffen.  

Die Triebwagen in Charleroi werden hingegen von Alstom komplett modernisiert und werden uns noch viele Jahre erhalten bleiben. 

*) Aussprache: pruhf'ritt

Ostende (B), 18.4.2017 - Pentax K-3, 18-135 mm