Montag, 6. April 2020

VRT Klara übertreibt mal wieder maßlos

Eine ganz Woche Mozart oder Wiener Klassik hatten wir zu den letzten beiden Jahreswechseln bereits. Spätestens nach zwei Tagen kann man es nicht mehr hören. Aber diesmal schießen sie zu Ostern wirklich den Vogel ab:
 
Von Gründonnerstag bis Ostermontag eine durchgehende Sondersendung zum 50jährigen Bestehen des Collegium Musicale Gent. Kantaten, Mottetten, Passionen, das ganze Gejodel. Dazu noch ein wenig instrumentale E-Musik. Überhaupt nix anderes, die ganzen Ostertage. Von morgens bis in die Nacht.


Kein Jazz, kein Caramba, kein garnix. :-/

 
Man kann es mit Verlaub auch übertreiben, zumal der besondere Reiz von Klara gewöhnlich beim sehr vielfältigen Musikprogramm liegt. Fünf Tage Chormusik... 


Die spinnen, die Menapier.

Donnerstag, 2. April 2020

Kommt eine Ludmilla nach Belgien...


Anfang der Nullerjahre hat die DB einige von der DR geerbte Dieselloks der Baureihe 232 (Spitzname wegen ihrer Herkunft aus der UdSSR: Ludmilla) mit üppigen 4000 PS remotorisiert und als Baureihe 241 bezeichnet. Fünf davon wurden weiter umgebaut, um sie zwischen Aachen West (D) und Montzen (B) vor Güterzügen einzusetzen und so das Nachschieben auf der deutschen Seite einzusparen. Dazu mussten die Dachlüfter und in den Drehgestellen die Getriebe geändert werden, um sie an das belgische Lichtraumprofil anzupassen und Schäden an den Krokodilen zu vermeiden. Auf den Einbau der belgischen Simpel-Zugsicherung hat man verzichtet, da ein Einsatz über Montzen hinaus nicht vorgesehen war.

So entstand die Unterbaureihe 241.8 mit insgesamt fünf Maschinen.

Hier hat 241.801-0 gerade den Aufstieg aus Aachen hinter sich und den Gemmenicher Tunnel auf der belgischen Seite verlassen. Wie man im Geäst über der Lok sieht, ist ihr dabei gut warm geworden.

Viel Freude hat die DB an dieser Lösung nicht gehabt. Die Loks waren unzuverlässig und einige Jahre später ist die Lücke in der Elektrifizierung zwischen dem Tunnel und Montzen geschlossen worden.

Seither verschandeln dort Masten und Fahrdraht die schöne Sicht auf die Strecke, aber es gibt sowieso nur noch Traxxe und 66er zu fotografieren.

Botzelaer (B), 2.2.2008 - Pentax K10D, SMC-M 4/80-200 mm

Dienstag, 31. März 2020

In luftiger Höh'

Zugbegegnung in 52 m Höhe auf damals noch nicht renovierten Viaduc de Moresnet der Bahnstrecke Aachen West (D) - Tongeren (B).

Heute sieht es dort völlig anders aus. Die Brücke ist umfassend renoviert worden, das Gleis liegt in einer Betonwanne, und die Strecke ist auch komplett unter Draht, nachdem die Lücke in der Elektrifizierung zwischen Montzen und dem Gemmenicher Tunnel vor Jahren geschlossen worden ist.


Dem sind leider auch die schönen 51er Diesellocks mit dem gemütlich bullernden 8-Zylinder-Dieselmotor von Cockerill Ougrée zum Opfer gefallen. Da fahren jetzt nur noch Traxxe und 66er.


Die etwas seltsamen Farben kommen durch die getönten Scheiben der Lok zustande. Das lässt sich nur in Maßen korrigieren.


Moresnet (B), Sommer 2001 - Contarex, Distagon 4/35 mm

Montag, 30. März 2020

Als Loks noch ein Lenkrad hatten

Fahrstand einer belgischen Ellok der Serie 20. Das Lenkrad war sozusagen das Gaspedal. Links unten sind die beiden Bremsventile. Bei Eisenbahns wird mit Luft gebremst. 

Montzen (B), 2001 - Contarex, Biogon 4.5/21 mm

Sonntag, 29. März 2020

Langeweile? Round Midnight und Clare Teal

Der Hörtipp für den Sonntagabend: 

22.00 - 24.00 Uhr, VRT Klara: Round Midnight - Jazz - heute: Nina Simone
23.00 - 24.00 Uhr, BBC Radio 2: Clare Teal - Swing und Bigband

Alles natürlich auch online empfangbar und später nachzuhören. 

Samstag, 28. März 2020

Zwankendamme

Zwischen Brügge und Zeebrugge lag 2011 noch der Haltepunkt Zwankendamme. Dort warteten die Loks für die Güterzüge zum und vom Hafen auf ihren nächsten Einsatz.

Am Neujahrstag 2011 war es besonders ruhig und so konnte ich diese beiden Reihen belgischer Elloks ablichten. 


Die Loks sind längst verschrottet, der Haltepunkt ist weiter Richtung Zeebrugge verlegt worden und auch das freistehende Reihenhaus gleich nebenan haben sie irgendwann abgerissen.

Zwankendamme (B), 1.1.2011 - Pentax K-5, SMC-M 2/35 mm

Mittwoch, 25. März 2020

Belgien führt Selbstabschiebung ein

Es erinnert an den alten Witz, wo ein Polizist einen Ausländer anhält: "Können Sie sich ausweisen?" und der antwortet:"Wie? Muss man das jetzt schon selbst?"

In Belgien gibt es die sog. centres fermés, geschlossene Zentren in denen Menschen eingesperrt werden, die abgeschoben werden sollen, aber Rechtsmittel eingelegt haben, oder deren Asylantrag keine Aussicht auf Erfolg hat. Teilweise sitzen dort ganze Familien über längere Zeit fest, und es hat sogar Fälle gegeben, in denen Kinder mit den Eltern eingesperrt wurden. 

Menschenrechtsorganisationen sind diese Zentren schon lange ein Dorn im Auge und seit der Coronakrise wächst die Kritik, weil eine vernünftige Distanz zum Schutz vor Ansteckung dort nicht einzuhalten ist. 

Nun hat die belgische Regierung reagiert: sie hat alle Zentren geöffnet und die Leute angewiesen, umgehend das Staatsgebiet zu verlassen, sich sozusagen selbst abzuschieben. Nebenan in Dünkirchen und Calais werden sie sich freuen.

Dienstag, 24. März 2020

Wie nett vom König

Der belgische König Philippe hat gestern mit den Bewohnern eines Altenheims in Lüttich geskypt. Leider wird das Bild aus seinem Arbeitszimmer teilweise von der Bezahlschranke verdeckt, sonst wüssten wir jetzt, was der König für ein Notebook hat. Dass sein Vater mit Nikon fotografiert, wussten wir ja schon länger.

Mehr dazu in -> La Meuse.

Einige Webcams am Kanal

Wenn wir schon nicht hinfahren können, wenigstens ein paar Webcams am Kanal...

Calais Strand, einmal als Panoramabild und einmal als Panoramavideo, alle 15 Minuten aktualisiert, auch als scrollbares Vollbild mit erfreulich hoher Auflösung: 

Calais Strand Pano
Calais Strand Panovideo 

An der englischen Ost- und Südküste gibt es sogar Live-Bilder vom Strand und Hafen in Dover und vom Strand in Brighton, auch hier wahlweise als Vollbild mit hoher Auflösung:

Hafen Dover
Strand Brighton

Sonntag, 22. März 2020

Langeweile? Klara!

Wenn man schon zu Hause bleiben soll oder muss, ist ein gemütlicher Abend am Radio doch genau das Richtige. Deshalb gibt es hier in den nächsten Tagen den einen oder anderen Hörtipp.

Eine regelmäßige Haltestelle auf meinem wöchentlichen Hörfahrplan ist der Webstream von VRT Klara, der Klassik- und Kulturwelle des flämischen Rundfunks. 

Hier einige Highlights:

Samstag, 18.00 bis 20.00 Uhr. Caramba - Latin, Jazz, Easy Listening
Sonntag, 22.00 bis 24.00 Uhr: Round Midnight - Jazz
Montag bis Donnerstag, 18.00 bis 20.00 Uhr: Django - Jazz, World, Klassik

Heute gibt es in Round Midnight zwei Stunden Oscar Peterson. 

Die gesamte Programmübersicht gibt es -> hier. Mit Playlisten und zwar bereits vorab! Man kann also schon vor der Sendung nachsehen, was kommt. Eine feine Sache. Das kenne ich sonst nirgends.

Samstag, 21. März 2020

Wertpapiere

Aus aktuellem Anlass und ohne jeden künstlerischen Anspruch.

Pentax K-3, DA 1,8/50 mm

Mittwoch, 18. März 2020

Nix Neues in Schland

Italien, Spanien, Frankreich, Luxemburg und Belgien ergreifen einschneidende Maßnahmen. Merkel hält eine Ansprache.

Super 95 für 1,01 €/l

So billig ist das Benzin seit heute morgen bei Lukoil in Eupen. Schade nur, dass wir nichts davon haben. 

Dienstag, 17. März 2020

Belgien: Lockdown ab Mittwoch 12 Uhr

Der Nationale Sicherheitsrat hat heute für Belgien einen Lockdown verkündet. Die Belgier dürfen ihr Haus nur noch verlassen, um zum Arzt, zu einem Lebensmittelgeschäft, einem Zeitungsladen, einer Bank oder zur Tankstelle zu gehen bzw. zu fahren. Außerdem dürfen sie zur Arbeit gehen, wenn keine Telearbeit möglich ist, sowie wandern, joggen und Rad fahren, allein oder mit höchstens einer Personen aus dem eigenen Haushalt, nicht mit Freunden oder Fremden. 

Diese Regelung gilt erst einmal bis zum 5. April.

Sonntag, 15. März 2020

Blijf in uw kot!



Maggie de Block, die belgische Gesundheitsministerin, hat den Belgiern noch einmal eindringlich ins Gewissen geredet, sie sollen gefälligst zu Hause bleiben, wenn sie krank sind, keine Verwandten besuchen und keine kranken Kinder nach draußen lassen oder gar in die Schule schicken. Jeden, der bei ihnen mit einer Snotneus - einer Rotznase - ankommt, sollen sie umgehend wieder hinauswerfen. 

Die Gazet van Antwerpen hat ein kurzes Video aus der originalen Pressekonferenz.

Ihr Ausruf "Blijv in uw kot!" - bleibt in Eurem Stall - hat schnell die Runde gemacht und der flämische Musiksender MNM hat gleich einen Rap daraus gemacht. 

Ursprünglich war der Kot ein Anbau hinter dem Haus, als Stall für ein Schwein oder eine Ziege. Heute benutzt ganz Belgien das Wort für eine Studentenbude. In Flandern ist es auch weiterhin ein Anbau, eine Art zweite Küche, in der ein großer Teil des Familienlebens stattfindet.

Die übliche Aussprachehilfe: Bleif in üh kot. Das 'o' in Kot ist - für Deutsche ungewohnt - geschlossen und kurz.

Samstag, 14. März 2020

Belgien: Bürgermeister von Ans verbietet Umarmen und Händeschütteln

Der Bürgermeister von Ans bei Lüttich hat heute Umarmen und Händeschütteln an allen öffentlichen Orten der Gemeinde verboten. Die Bußgelder reichen von 25 bis 250 Euro.

Und wer das nicht glaubt, der kann es -> auf der Website der Gemeinde nachlesen.

Freitag, 13. März 2020

Belgien: Friterien und Friseure bleiben offen - In Lüttich kein Bus

Gesundheitsministerin Maggie de Bock hat heute im flämischen Rundfunk erklärt, dass Friterien weiterhin öffnen dürfen, jedoch nicht für den Verzehr vor Ort. 

Auch die Friseursalons müssen nicht schließen. Schon drängt sich die Frage auf, ob man seine Tüte Fritten mit zum Friseur nehmen darf, um sie dort während der Wartezeit im Sitzen zu verzehren?

In Lüttich und Verviers fährt wieder einmal kein Bus. Die liberale Gewerkschaft CGSLB - ein Kuriosum wie ein Arbeiterflügel der FDP - hat einen wilden Streik in allen Depots des TEC Liège-Verviers angezettelt. Grund ist der angeblich mangelnde Schutz des Personals vor dem Coronavirus. Dabei sitzen die Busfahrer in Lüttich in geschlossenen Kabinen, teilweise sogar mit eigener Klimaanlage. Aber egal. Zu warm, zu kalt, zu Virus - wenn es was zu streiken gibt, sind sie immer gern dabei, und die Leute sollen ja sowieso zu Hause bleiben.

Donnerstag, 12. März 2020

Belgien: Föderale Ebene zieht nach

Heute Abend hat in Brüssel der nationale Sicherheitsrat getagt, und für 19.30 Uhr war eine Pressekonferenz angekündigt, die schließlich um 22.30 Uhr stattgefunden hat, nachdem sich Flamen und Wallonen stundenlang nicht zur Schließung der Schulen einigen konnten. 

Jetzt werden die Schulen geschlossen, während die Kindergärten offen bleiben. Es finden keine Freizeit-, Kultur- und Sportveranstaltungen mehr statt. Die katholische Kirche lässt von sich aus alle Gottesdienste ausfallen. 

Die gesamte Gastronomie schließt ab kommenden Samstag. Der Einzelhandel außer Lebensmittelläden und Apotheken schließt an den Wochenenden, bleibt aber unter der Woche geöffnet.

Das alles gilt vorerst bis zum Beginn der Osterferien am 6. April. 

Knokke-Heist im Lockdown

Bürgermeister Leopold Baron Lippens hat für sein Saint Tropez des Nordens als erste belgische Gemeinde den Lockdown verkündet. Alle Veranstaltungen mit Publikum sind ab sofort verboten, es dürfen keine Gottesdienste mehr stattfinden, Trauerfeiern sind nur noch im engsten Familienkreis erlaubt, die Surf- und Segelschulen, Sportklubs und Strandbars müssen schließen, ab Montag auch die Schulen, und er stellt schon in Aussicht, dass auch Läden und Restaurants folgen könnten. Das alles gilt nun bis zum 30. April, also auch während der Osterferien.

Während in Brüssel nur geredet würde, werde er nun aktiv, verkündete Lippens (79), seit über 40 Jahren Bürgermeister der belgischen Gemeinde mit der höchsten Millionärsdichte. Gastronomen und Handel raufen sich jetzt schon die Haare.

Montag, 9. März 2020

Bügeleisen vor Wegmännern

...und ein Krokodil ist auch dabei.

Und für alle, die jetzt nur Bahnhof verstehen: die Loks der Baureihe 3600 waren bei der CFL und auch bei der SNCF als Bügeleisen (fer à repasser) bekannt, die Reisezugwagen des deutschen Waggonbauers Wegmann in Kassel waren in Luxemburg viele Jahre das Standardmaterial für den internen Verkehr, und das Krokodil liegt ganz links vor der Lok mittig im Gleis. Das war die in Belgien und Luxemburg zu dieser Zeit übliche Zugsicherung. Je nach Signalstellung liegt daran eine Spannung an, die von einer Drahtbürste unter der Lok abgetastet und in den Fahrstand gemeldet wurde. 

Wir lernen: was bei den Schweizern ein Krokodil ist, ist bei den Luxemburgern ein Bügeleisen, denn ein Krokodil ist dort was ganz anderes. 

Aufgenommen habe ich diese Szene im Sommer 1998 im Bahnhof von Troisvierges. 

Pentax P50, SMC-A 4/28-135 mm
Fuji Superia 400, Scan vom Negativ

Dienstag, 25. Februar 2020

SNCB benennt Tickets um

Die belgische Staatsbahn SNCB ändert die Bezeichnungen aller Mehrfahrtenkarten.

Für Touristen aus dem Ausland besonders interessant ist dabei nach wie vor das Weekend Ticket (bisher Billet Weekend) für die Hin- und Rückfahrt innerhalb Belgiens zum halben Preis zwischen Freitag 19 Uhr und Sonntag 24 Uhr. 

Wer öfter fährt, nimmt die Zehnerkarte zu 83 Euro für 10 beliebige Fahrten innerhalb Belgiens. Die hieß bisher Railpass und heißt künftig Standard Multi. Für alle unter 26 Jahren kostet sie nur 53 Euro und heißt Youth Multi. Man trägt in eines der zehn Felder einfach vor Antritt der Fahrt das Datum sowie den Start- und Zielbahnhof ein. 

Für alle über 65 Jahren gibt es das Senior Ticket - Hin- und Rückfahrt zwischen beliebigen Bahnhöfen am selben Tag für 7,20 Euro. Ein uns bekanntes Rentnerehepaar ist damit regelmäßg zu Tagesausflügen von Verviers an die Küste gefahren. Das einzig teure dabei war der Hund: der war noch keine 65 und damit Vollzahler. ;-) 

Mehr zum Thema gibt es auf der Website der SNCB

Foto: Sclessin (B), 27.12.2005 - Pentax *istDS, DA 18-55 mm

Montag, 17. Februar 2020

Lüttich: Der Beklopptenpalast

In Lüttich hat Sturm Dennis am gestrigen Sonntag einen Teil der großen Buchstaben auf dem Dach des Palais des Congrès am Maasufer umgeweht. Jetzt haben sie stattdessen ein Palais des Con. Da müsste zwar eigentlich noch ein Plural-S ans Ende, aber wer lässt sich davon schon eine gute Pointe verderben.

Con ist die französische Entsprechung des englischen cunt und wird ähnlich gebraucht. Seltener im ursprünglichen Sinn als sehr grobe Bezeichnung für das weibliche Genital, sondern eher als Substantiv, um jemand als Bekloppten oder  als Arsch auszuweisen, oder auch als Adjektiv, um etwas als bekloppt oder bescheuert zu qualifizieren.

Das hatten wir vor einigen Jahren schon einmal in einem anderen Zusammenhang. Damals ging es um die Ärsche, die unberechtigt auf Behindertenplätzen parken. 

La Meuse hat einen Artikel und ein Bild dazu.

Sonntag, 16. Februar 2020

Luxemburg: ab 1. März ÖPV kostenlos

Ab dem 1. März ist in ganz Luxemburg der gesamte öffentliche Personenverkehr - Bahn, Bus und die neue Straßenbahn in Luxemburg-Stadt - kostenlos. Für alle, also Luxemburger und Besucher. Nur die erste Klasse bei der Bahn kostet weiterhin den bisherigen Preis. Mehr dazu auf der Website der CFL.

Donnerstag, 13. Februar 2020

Weltradiotag 2020

Zum heutigen Weltradiotag wie üblich ein belgisches Radio, diesmal das Modell 1102 von His Masters Voice

Dieses eigentlich eher für seine Schallplatten bekannte Unternehmen hat in den 50er Jahren in verschiedenen Ländern Radios gebaut, so in GB, Frankreich, der Schweiz und auch in Belgien. Typisches Merkmal dieser Geräte sind die hölzernen Lamellen vor dem Lautsprecher statt des sonst allgemein üblichen Bespannstoffs. 

Auch die Skala gibt sich ausgesprochen belgisch mit Brazzaville, Leopoldville, Brussel und Bruxelles.Das "Comm." unten links auf der Mittelwelle war die Frequenz der kleinen kommerziellen Lokalsender, die es in Belgien bis in die 50er Jahre gegeben hat.

Mittwoch, 12. Februar 2020

Ruß ins Essen schütten

Storm Ciara gooide de zondag en maandag roet in het eten van luchtvaartmaatschappijen, lesen wir heute im De Standaard. 

Der Sturm Ciara - hier hieß er Sabine - hat den Luftfahrtgesellschaften Ruß ins Essen geschüttet, denn es sind viele Flüge ausgefallen.  

Roet in het eten gooien* heißt es dort, wenn man jemand die Suppe versalzen hat. 

Ob jetzt Salz oder Ruß schlimmer ist, darf sich jeder selbst überlegen, aber unappetitlich ist wohl beides. 

Hier noch die übliche Aussprachehilfe: Ruht in het Eten choijen.

Montag, 6. Januar 2020

Das Original

So wie hier in Charleroi sahen die BN-Triebwagen an der Küste früher auch aus - von der anderen Lackierung natürlich abgesehen - bevor die Flamen ihnen das Niederflur-Mittelteil und die alberne Pappnase verpasst haben. 

Da ist das originale Design doch um einiges gefälliger, sehr viel proportionierter und wirkt auch nach 40 Jahren noch nicht altbacken.

Auch das pfiffige TEC-Farbkleid steht dem Fahrzeug besser als die triste De Lijn Lackierung.

Man darf gespannt sein, was passiert, wenn Alstom sie demnächst einmal komplett durch die Modernisierungsmangel gedreht hat.

Gosselies (B), 5.9.2015 - Pentax K-3, 18-135 mm

Samstag, 4. Januar 2020

Prototypenprobefahrt

Probefahrten 40jähriger Prototypen gibt es auch nicht alle Tage. Aber genau das ist ein Proefrit* und der Triebwagen 6000 der belgischen Küstentram wird dieses Jahr 40 Jahre alt.

Er war das erste ausgelieferte Fahrzeug einer Serie von insgesamt 106 Stück, die vom belgischen Hersteller La Brugeoise & Nivelles an die damalige nationale Kleinbahngesellschaft Société Nationale des Chemins de Fer Vicinaux (SNCV) für die Küstenstraßenbahn und das Stadtbahnnetz in Charleroi geliefert worden sind. 

Der Tw 6000 ist heute noch im täglichen Betrieb, wird aber in absehbarer Zeit ausgemustert werden. Die ersten neuen Fahrzeuge für die Küste werden dieses Jahr eintreffen.  

Die Triebwagen in Charleroi werden hingegen von Alstom komplett modernisiert und werden uns noch viele Jahre erhalten bleiben. 

*) Aussprache: pruhf'ritt

Ostende (B), 18.4.2017 - Pentax K-3, 18-135 mm