Samstag, 21. Juli 2018

Am Wegesrand gepflückt

Musik von Duke Ellington, gespielt von der WDR Bigband, wiedergegeben auf einem gestern in der Südstadt eingesammelten Philips GA2230W von 1964.

Die passende Nadel habe ich auf der Rückfahrt von Lüttich sozusagen am Wegesrand (2ememain.be) gepflückt.

Sowas hat damals laut Prospekt fast 500 Gulden gekostet Entsprechend solide haben sie ihn gebaut, bei der Deutschen Philips in Hamburg. Kombinierter Reibrad- und Riemenantrieb auf einem schweren Druckgusschassis, Magnetsystem mit Diamantnadel. Das war zu der Zeit technisch vom Feinsten. Heute ist der Kleine ein Geheimtipp, der nur selten angeboten wird. Umso größer ist die Freude daran. 

Montag, 9. Juli 2018

In neuen Würden

Wir haben einen neuen Bundesbeauftragten für lupenreine Demokraten. Das Auswärtige Amt hat Gas-Gerd als offiziellen Vertreter der Bundesregierung zur Thronbesteigung von Sultan Recep dem Prächtigen nach Ankara geschickt. 

Sonntag, 8. Juli 2018

Einmal schwarzer Kater

Als hätten sie nicht schon lange genug unter menschlicher Dummheit und Aberglauben gelitten, lesen wir diese Woche im Guardian, dass schwarze Katzen neuerdings auch noch deshalb in den Tierheimen sitzenbleiben, weil sie sich so schlecht fotografieren lassen und auf Selfies und bei Instagramm nichts hermachen. Die Leute haben doch alle einen Knall. 

Zudem gibt es sowieso keine richtig schwarzen Katzen. Denn genauso wie Katzen aller Farben nachts sprichwörtlich grau sind, sind alle schwarzen Katzen in der Sonne mehr oder weniger rot. Dabei ist unser Zenobius, der sich hier so wohlig räkelt, noch etwas ganz besonderes, denn der hat türkisblaue Augen. 

Foto: Pentax K-3, 18-135 mm - 8.6.2018

Samstag, 7. Juli 2018

Wieviele Belgier gibt es eigentlich?


Auf diese Frage gibt es eine ganze Reihe von Antworten. Das Spektrum reicht vom berühmten "Sire, il n'y a pas de Belges!" aus dem Brandbrief des Arbeiterführers Jules Destrée an König Albert I., in dem er schon vor über 100 Jahren erklärte, es gäbe keine Belgier, sondern nur Flamen und Wallonen, bis zu den offiziellen Zahlen des Statistikamts mit rund 6 Mio. Flamen, 4 Mio. Wallonen und knapp 70.000 Germanophonen, wobei letztere sich bekanntlich vehement verbeten haben, den Wallonen zugeschlagen zu werden, auch wenn sie auf dem Gebiet der Région Wallonne wohnen.

Ein alter Witz besagt, es gäbe genau 12 Belgier: den König und die Fußball-Nationalmannschaft. 

Seit zwei Wochen  sind sie erst einmal alle Belgier - Flamen, Wallonen und die Herrschaften aus dem Dachgeschoss. Jedenfalls solange die Siegesserie der Nationalmannschaft, der Diables Rouges, bei der Weltmeisterschaft andauert. Immerhin haben sie es dieses Jahr schon bis ins Halbfinale geschafft. Vielleicht haben ja auch die vielen Linienbusse geholfen, die mit "Allez les Diables" in der Zielanzeige herumfahren. 

Ganz Belgien ist ein Meer von schwarz-gelb-roten Fahnen. Sie hängen an den Häusern, flattern auf den Autos und schmücken die Schaufenster. Nur Bart de Wever, Vorsitzender der flämischen Abschiebe- und Separatistenpartei NVA, hat trotzig die gelbe Fahne mit dem flämischen Löwen aus dem Fenster gehängt. 

Foto: Bahnhof Verviers Central, 6. Juli 2018, kurz vor dem Spiel gegen Brasilien

Freitag, 29. Juni 2018

Geschichten aus dem real existierenden Kapitalismus (25)

Heute: Geschenkt zu teuer!

Liebe GMX-Werbeheinis, 
wenn Ihr mir zu Eurem tollen Stromtarif ein iPad schenken könnt, dann ist der Stromtarif zu teuer, sonst wäre das nicht drin. Sucht Euch einen anderen Dummen.

Donnerstag, 28. Juni 2018

Auch aus Belgien demnächst keine Mittelwelle mehr

Die Flamen haben ihre Mittelwellensender schon vor einiger Zeit abgeschaltet und nun zeichnet sich auch bei der RTBF das Ende ab. 

Es gibt ohnehin nur noch zwei Mittelwellensender, einen kleinen im Hennegau, der das 2. Hörfunkprogramm Vivacité auf 1125 kHz mit 20 kW ausstrahlt, und den großen Sender in Wavre auf 621 kHz, der das erste Programm La Première mit immerhin noch 300 kW sendet und der im Westen Deutschlands auch tagsüber gut zu hören ist. Dessen Betriebszeiten sind im Mai bereits auf 6 bis 20 Uhr reduziert worden (vorher 5 bis 24 Uhr). Nun kündigt die RTBF die Abschaltung 'in den nächsten Monaten' an.

Damit ist dann im Westen des europäischen Festlands - von ein paar niederländischen Piraten abgesehen - endgültig Sense. Schade. 

Quelle: RTBF

Dienstag, 29. Mai 2018

Take Ninety-Five


Das letzte lebende Mitglied des Dave-Brubeck-Quartetts, der Bassist Eugene Wright, feiert heute seinen 95. Geburtstag. Happy Birthday, Eugene.

Mittwoch, 16. Mai 2018

Belgien in Dosen

Wegen des Fußballgedöns im Reich Zar Wladimir III. verkauft AB InBev sein Jupiler in Dosen vorübergehend unter dem Namen Belgium. 

Na denn Prost. 

Mittwoch, 9. Mai 2018

Auntie räumt auf

Gestern Abend hat die BBC wieder einmal ein Stück Kultur in die Tonne getreten. Nach 49 Jahren ist auf BBC Radio 2 die letzte Folge von The Organist Entertains mit Moderator Nigel Ogden gelaufen - die wohl weltweit einzige  Sendung, in der es um Kino- und Theaterorgeln, Hammond und bisweilen auch Kirchenorgeln ging, letztere meist mit einem eher ungewöhnlichen Repertoire. 

Dreißig Minuten pro Woche am späten Abend waren wohl mittlerweile zuviel des Guten. Stattdessen gibt es künftig zwei Stunden Sarah Cox mit dem üblichen Radio-2-Gedudel und dem passenden belanglosen Geplauder. Wenig originell. Aber Originalität ist wohl heute im Radio das letzte, was erwünscht ist. Von wegen der Abschaltimpulse, weil sonst die Quote leidet.  

Die letzte Sendung des Organist gibt es -> hier 30 Tage lang zum Nachhören. Thanks, Nigel, good luck and all the best. 

Mittwoch, 2. Mai 2018

Schweinkram!

Manchmal fasst man sich in diesem Hipsterviertel ernsthaft an den Kopf. Geile Frikadellen... Die haben doch einen hochherrschaftlichen Knall.

Köln, 2.5.2018 - iPhone

Freitag, 23. März 2018

Diesel teurer als Benzin

Seit heute liegt der staatlich festgesetzte Höchstpreis für Dieselkraftstoff in Belgien erstmals über dem von Superbenzin. Das war seit einem Jahr das erklärte Ziel der Regierung.

An der Zapfsäule ist Diesel zwar immer noch einen knappen Cent billiger, weil die Mineralölgesellschaften die Autofahrer nicht allzu sehr erschrecken wollen, aber das wird sich wohl bald ändern. 

Die Differenz holen sie sich bis dahin bei denen, die meinen, sie müssten 98er Super tanken. Erst vor ein paar Tagen ging eine Meldung durch die belgische Presse, dessen Absatz habe 2017 um 55% zugenommen. Dazu muss man wissen, dass es  dort seit Januar 2017 kein E5er Superbenzin gibt, sondern nur noch E10, und dem trauen die Leute angeblich nicht.  

Ich fahre seither nur noch mit E10 und davon abgesehen, dass das Zeug stinkt wie eine Hafenspelunke, kann ich bisher keine nachteiligen Effekte feststellen. 

Dienstag, 13. März 2018

Mutter, Tante, Stadtanzeiger

Wer über andere spotten will, sollte seine Fakten richtig beisammen haben, sonst blamiert er sich selbst. Der Kölner Stadtanzeiger zieht heute genüsslich darüber her, dass die Kanadier beim Staatsbesuch des belgischen Königspaars versehentlich die falsche - nämlich die deutsche - Fahne gehisst hatten, bevor der Fehler gottlob noch früh genug bemerkt wurde.

So weit, so gut. Doch dann lesen wir:

Die Fahne hing an einem Baum, den Philippes Mutter, Königin Fabiola, 1977 beim letzten Staatsbesuch eines belgischen Monarchenpaars in Kanada gepflanzt hatte. 

Bardaf, würde der Belgier jetzt sagen, zu Deutsch etwa Bums, Pardauz. Jedenfalls hereingefallen. Philippes Mutter ist Königin Paola. Fabiola war seine kinderlos gebliebene Tante. 

Mehr dazu gibt es bei Wikipedia

P.S., 14.3.2018: Ich hatte ihnen gestern eine Mail, geschickt und sie haben es nach einem Tag doch noch geschafft, den Fehler zu korrigieren. 

Mittwoch, 7. März 2018

Die Rundum-Geldmaschine ist pleite

Im Februar 2009 hatte ich hier über die Firma Giroptic und ihr sonderbares Geschäftsmodell zur Aufbereitung und Veröffentlichung von 360-Grad-Panoramen berichtet. Die haben immerhin fast 10 Jahre durchgehalten. Jetzt sind sie pleite.

Freitag, 2. März 2018

J'aime pas la Chanson

Juliette mag das Chanson nicht. Also das Chanson, das französische. So singt sie jedenfalls auf ihrem gleichnamigen neuen Album. 

Denn das schleicht sich wie ein Dieb ins Haus, knabbert einem das Ohr ab, jammert bei schönstem Wetter herum und umgekehrt, weiß sowieso nicht, was es will, und überhaupt. Das alles vorgetragen im schönsten Musette-Stil:



Und dann sieht man mal bei Youtube nach und findet neben dem herrlich drögen Procrastination noch ein weiteres Juwel: Offenbar zählt die Dame zu den Landratten, die sich rein aus Liebe zur Poesie den Seewetterbericht von BBC und France Inter anhören. Schon schreibt sie ein höchst vergnügliches Liedchen über einen Tag in etwas melancholischer Stimmung. Un jour à Météo Marine...





Wieder etwas, auf das ich nie gekommen wäre, hätten sie es nicht Montagabend bei FIP vorgestellt. Die Sendung kann man übrigens -> hier nachhören. 


Donnerstag, 1. März 2018

Nieten

Dass die französische Polizei bisweilen ihren ganz besonderen Charme hat, wissen wir schon länger. Dieser Tage haben sie sich in Quiévrechain einen Belgier vorgenommen. Er habe seinen Gurt gerade erst angelegt. Logisch, hat der Belgier gemeint, er sei ja auch gerade erst eingestiegen. Na gut, dann seien seine Kennzeichen halt nicht vorschriftsmäßig. Wie bitte...? 

Es muss wohl in F eine Vorschrift geben, dass die Schilder am Fahrzeug so angebracht werden müssen, z.B. mit Nieten, dass man sie nicht ohne weiteres abmontieren kann. Bei den Belgiern sind sie, wie auch in D, angeschraubt oder in einem Halter eingeclipst. Alles andere wäre in Belgien schon deshalb schwierig, weil man sein Kennzeichen dort zeitlebtags behalten kann und einfach ans nächste Auto schraubt. 

Unserem Belgier haben sie daraufhin den KFZ-Schein abgenommen und er ist dazu vergattert worden, seine Ordnungswidrigkeit auf der Stelle in Ordnung zu bringen. Das alles ist wohl wenige Meter von der Grenze passiert. Eben diese paar Meter ist er daraufhin auf die andere Seite gefahren und hat dem Flic eine lange Nase gemacht. Jetzt muss er nur noch zusehen, wie er seinen KFZ-Schein zurückkriegt. Ach ja, 90 Euro Bußgeld kamen auch noch dazu. 

Ihr seid gewarnt...

Quelle: La Voix du Nord

Samstag, 17. Februar 2018

Ambrosius




Bei der Ausübung seiner Kernkompetenz: Abhängen. Wir brauchen gelegentlich einen neuen Katzenbaum. Es wird eng in der Hängematte.

Donnerstag, 25. Januar 2018

Fischer blockieren Calais

Die französischen Fischer aus Boulogne und Calais blockieren seit heute morgen den Fährverkehr in Calais. Sie protestieren gegen ihre schlechte Lage und die mögliche Erlaubnis des Fischens mit elektrischem Strom durch die EU. 

Besonders die von Boulogne aus operierenden Fischer aus dem niederländischen Urk - das sind die ach so frommen Protestanten, die schon öfter mit unerlaubten Fangmethoden aufgefallen waren und sich letztens im Nebenerwerb auf den Drogenschmuggel verlegt hatten - würden diese Technik gern einsetzen. 

P&O hat umgehend ein Statement getwittert, die Blockade sei utterly unacceptable und die französische Regierung aufgefordert, diesem Treiben unverzüglich ein Ende zu bereiten. Die Briten werden wohl nie verstehen, dass die Franzosen bei sowas völlig anders ticken.

Samstag, 20. Januar 2018

Ungewohnte Töne

Beim AFN Wiesbaden gibt es seit heute Für Elise, Minutenwalzer und Türkischer Marsch in Dauerschleife. Dazwischen die Ansage: "Due to the government shutdown, AFN services are not available."



Keine Kohle, kein Radio. Auch nicht fürs Militär. 

Dienstag, 16. Januar 2018

April, April...

Draußen schneit es bei strahlendem Sonnenschein.

Montag, 8. Januar 2018

Elle l'avait aussi

Nicht nur die von ihr besungene Ella hatte es, dieses tout petit supplément d'âme, das kleine Extra an Seele. Auch sie selbst hatte eine gehörige Portion davon.

Warum France Gall doch eine der Großen war und Gainsbourg seit jeher ein ausgemachter Widerling, das beschreibt die Zeit sehr treffend. 

Montag, 1. Januar 2018

Kein Anschluss...


Heute haben sie in Frankreich die letzten Telefonzellen abgeschaltet.

Les Huttes d'Oye (62) - 31.12.2017