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Donnerstag, 14. Mai 2026

BBC Radio 4 LW - Schluss am 27.6.

In den frühen Morgenstunden des 27.6. wird der berühmte Langwellensender Droitwich für BBC Radio 4 auf 198 kHz Langwelle endgültig abgeschaltet werden. Ich muss gestehen, ich habe ihn wegen des enormen Störpegels hier auch seit Jahren nicht gehört, aber etwas wehmütig macht es mich schon. Immerhin geht es noch per Internet und Satellit. Vor allem letzterer ist mir wichtig, denn dass die Briten den Zugang per Internet für den Kontinent nach Belieben abdrehen können, haben wir ja schon erlebt. 

Viel trauriger macht mich, dass die Hörfunkprogramme der BBC immer weiter kaputtgespart werden. Da ist es fast schon egal, auf welchem terrestrischen Weg man sie hier in Westeuropa nicht mehr hören kann.

Samstag, 22. März 2025

Geschichten aus dem real existierenden Kapitalismus (43)

Heute: Markus ist nicht sehr nachhaltig

Wer kennt ihn nicht, den Ikea-Bürostuhl Markus? Günstig, robust, man sitzt ganz ordentlich, und die 10-jährige Garantie ist auch nicht zu verachten.

Nur haben sie leider vor ein paar Jahren die Sitzfläche von Kunstleder nach Stoff geändert, was natürlich dumm ist, wenn der Kater darauf k*tzt. Auf dem Kunstleder ließ sich das einfach abwischen. Ersatzteil? Fehlanzeige.

Außerdem zerbröselt nach kurzer Zeit die Beschichtung der Armlehnen. Auch damit könnte man noch leben, wenn es wenigstens Ersatz gäbe. Aber nein. Nachhaltigkeit geht anders.  

Neuste 'Verbesserung': die Rollen sind jetzt angeblich für weiche und harte Böden geeignet. Bisher konnte man für harte Böden einen eigenen Satz nachkaufen. Die gibt es jetzt nicht mehr und damit fällt die Möglichkeit weg, sich Ersatz zu beschaffen, wenn sie schwergängig werden. 

Und daher erklären wir das alles nun zum Fortschrott der Woche.

Samstag, 4. Januar 2025

Digitalradio und postmoderne Strandmöblierung (2019)

Die Segnungen der Neuzeit am Strand von Calais. 

Auf den alten Bänken konnte man recht bequem verweilen, aufs Meer schauen und dem Treiben am Strand zusehen. Auf den neuen Bänken kann kein Mensch vernünftig sitzen.

Auf UKW hat die BBC in der Stadt stellenweise etwas gerauscht. Bei DAB gibt es stattdessen ständig Komplettaussetzer. 

Calais (F-62), 4.1.2019 - iPhone 6

Donnerstag, 28. November 2024

Kretschmann: Knopf im Ohr statt Sprachen lernen

Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, will die bisher verpflichtende zweite Fremdsprache an Schulen abschaffen. Englisch soll reichen. 

Die Schüler sollten besser in digitaler Medienkompetenz unterrichtet werden. O-Ton Kretschmann: "Ich stecke mir einen Knopf ins Ohr, und mein Telefon übersetzt – egal, ob mein Gegenüber Spanisch, Polnisch oder Kisuaheli spricht." Das ist natürlich ungemein medienkompetent.

Und überhaupt, warum noch Spanisch, Italienisch oder Französisch lernen, wenn man Miguel de Cervantes, Giovanni Guareschi oder Simone de Beauvoir, statt sie im Original zu lesen, einfach durch Google Translate nudeln kann. Gruselige Vorstellung. Der Deutsche Philologenverband, also die Vereinigung der Gymnasiallehrer, ist zu Recht entsetzt.

Vielleicht sollte man einfach Kretschmann durch eine KI ersetzen. Dumme Ideen erzeugt die längst schneller und billiger.

Dienstag, 4. Juni 2024

Mit der Zeit gehen?

Die Wegweiser an wallonischen Straßen werden gegen neue ausgetauscht. Der einzige Unterschied: die neuen Schilder haben keine Kilometerangaben mehr. Wozu das Ganze? Man müsse mit der Zeit gehen. Die Entfernungen könne man schließlich im Navi nachsehen. Was für ein Fortschrott.

Quelle: La Meuse

Samstag, 25. Mai 2024

Auch das noch! (1)

Heute: Der Chatbot im Radioforum

In einem deutschsprachigen Forum für Sammler alter Radios treibt sich seit neustem ein Chatbot herum, der sich in die Diskussionen einmischt, um den Leuten zu erklären, wie man Radios repariert. Was er beizutragen hat? Nichts als Gemeinplätze ohne sittlichen Nährwert.

Und das dürfte erst der Anfang dessen sein, was uns künftig an allen Ecken erwartet. Darauf können wir nun wirklich verzichten. Hiermit zum Fortschrott der Woche ernannt.

Samstag, 20. April 2024

Radio France, die KI und die Geschlechtergerechtigkeit

Radio France veröffentlicht jeden Freitag den Newsletter Hyperradio über Innovationen und aktuelle Entwicklungen im Hörfunk und den neuen Audio-Medien. Am Schluss gibt es Veranstaltungshinweise und meist noch einen Link zu etwas in 3D-Audio. 

Nachdem dieser Newsletter jahrelang recht interessant war,  wird er in letzter Zeit etwas eintönig - fast nur noch KI und Musik-Streaming.

Thema heute ist Voice Cloning per KI und die Gefahr des Missbrauchs. Computerbetrug, Deep Fakes und all das. 

Aber etwas Gutes finden sie dann doch. Wo man jetzt Texte von beliebigen Stimmen lesen lassen kann, könne man doch endlich die ungleiche Verteilung männlicher und weiblicher Sprecher ausgleichen. Und das sei doch ganz toll, im Sinne der Geschlechtergerechtigkeit. Na wunderbar.

Keine Rede davon, dass menschliche Sprecher und Sprecherinnen damit aus ihren Jobs verdrängt werden. Und deshalb erklären wir hier das gleich zum Fortschrott der Woche.

Freitag, 5. April 2024

Eine sichere Bank (2014)

Dachten wir jedenfalls. Bis sie abgebaut wurde und sie die gesamte Umgebung ganz fürchterlich postmodernisiert haben. Auf den neuen Bänken kann kein Mensch mehr vernünftig sitzen.

Calais (F-62), 21.12.2014 - Pentax K-3, HD 18-135 mm

Donnerstag, 21. März 2024

BBC Radio 4 - keine Mittelwelle mehr

Laut BBC werden die Mittelwellensender von BBC Radio 4 am 15. April abgeschaltet. Stattdessen sollen die Leute UKW, DAB und mit der BBC Sounds App per Internet hören.

Viel interessanter ist natürlich die Frage, was mit der Langwelle 198 kHz, dem bekannten Sender Droitwich, passiert. Angekündigt ist noch nichts, aber es kursieren Gerüchte über eine Abschaltung im zweiten Quartal 2024. Dazu passt, dass Ende März die Sondersendungen, z.B. Cricket, auf der Langwelle eingestellt werden.

Montag, 4. März 2024

Der Mac Studio und seine Kuscheldecke

Mir war dank iStat Menus aufgefallen, dass der Rechner in letzter Zeit trotz Winter deutlich wärmer lief. Ein Blick auf die Unterseite hat gerade eben klar gemacht, woran das liegt. Auf dem ringförmigen Gitter, wo er die Luft ansaugt, hatte sich eine kuschelige Fleece-Decke aus Staub gebildet. Jetzt sind die Temperaturen wieder normal.

Beim Mac Mini konnte das nicht passieren, denn der war hochbeiniger und hatte größere Öffnungen an der Unterseite. Daher wird die Konstruktion beim Mac Studio hiermit zum Fortschrott der Woche ernannt.

Donnerstag, 15. Februar 2024

Er tanzte nur einen Sommer lang (1999)

Zur Jahrtausendwende stand in Köln die Beschaffung neuer Stadtbahnwagen an. Das Verhältnis zwischen KVB und Duewag war zu diesem Zeitpunkt bereits getrübt, nachdem die ersten Niederflurzüge (K4000) bei Bombardier-Eurorail bestellt worden waren. Den Kölnern waren die Duewag-Bahnen einfach zu teuer geworden.

Offenbar wollte man den Düsseldorfern doch noch eine Chance geben und so wurde Duewag - unterdessen Siemens - aufgefordert, zwei Prototypen für die Nachfolge des Stadtbahnwagens B zu erstellen.

Was dann geliefert wurde, sehen wir hier im Bild - der Siemens City Sprinter. Man hätte meinen mögen, die Herren Siemens-Ingenieure wollten ein Anschauungsobjekt dafür liefern, dass man für so wenig Geld nichts vernünftiges bauen kann.

Herausgekommen war eine Art Hochflur-Combino ohne Luftfederung, mit einem Fahrkomfort, als seien die Achslager fest mit dem Wagenkasten verschraubt. Die Leistungshalbleiter der Fahr/Brems-Steuerung erzeugten Geräusche, als säßen tausend böse Nattern unter dem Wagenboden.

Die Demonstration ist spätestens da rundum gelungen, als der Prototyp mit der Wagennunmmer 5001 am 23. 8. 1999 in der Kölner U-Bahn-Haltestelle Christophstraße wegen Bremsversagen mit 50 km/h auf einen dort stehenden Planzug prallte. Es gab mehrere Schwer- und zahlreiche Leichtverletzte.

Auf die Lieferung des zweiten Prototypen und der weiteren Serie hat man in Köln daraufhin dankend verzichtet.

Stattdessen wurde bei Bombardier die erste Flexity Hochflurserie (K5000) in Auftrag gegeben, wobei die Wagennummern erst ab 5101 vergeben wurden. Eine Serie 5000 hat es in Köln nicht mehr gegeben.

Das Foto zeigt den 5001 beim Probebetrieb in der rechtsrheinischen Haltestelle Vischeringstraße.

Analogfoto, Scan vom Negativ

Köln (D), 16.7.1999 - Pentax P50, SMC-A 4/28-135 mm

Mittwoch, 10. Januar 2024

UKW im Kabel - letzter Akt


Nun hat es auch die ehemaligen Kunden von Unitymedia erwischt, die vor einigen Jahren ungefragt an Vodafone verschachert worden waren.

Seit heute gibt es hier im UKW-Tuner per Kabel auf allen Kanälen nur noch diese Ansage:



*Nummer 1* DVB-C-Empfänger, *Nummer 2* Radio per Fernseher, soso...

Natürlich weist bei Vodafone niemand darauf hin, dass man *Nummer 3* UKW nach wie vor terrestrisch empfangen kann. Schließlich wollen sie auch nach dem 1. Juli, wenn die Zwangsverkabelung per Mietvertrag endet, weiter Geld an uns verdienen. Dabei reicht für die örtlichen Programme meist eine einfache Wurfantenne - 3,95 € bei ebay - zum terrestrischen Empfang.

Wer unbedingt digital empfangen will, ist *Nummer 4* mit einem Internet-Tuner allemal besser beraten als mit den von Vodafone vorgeschlagenen Empfängern für DVB-C. Im Internet ist das Senderangebot um ein Tausendfaches höher - über den ohnehin vorhandenen Internetzugang und ganz ohne Kabelgebühren. Wer es ganz günstig haben will, nimmt statt des Internet-Tuners sein ausgemustertes Smartphone und eine passende App.

Auch *Nummer 5* DAB+ per Antenne und *Nummer 6* Satellitenempfang unterschlägt der Möchtegern-Nachwuchssprecher von Vodafone, denn daran verdienen sie ja nichts. Wer hat diesem Flegel eigentlich erlaubt, mich zu duzen?

Ganz nebenher ist die von den Kabelnetzbetreibern gepriesene digitale Qualität oft nur das halbe Vergnügen, denn gar zu gern wird das von den Hörfunkanstalten mit 320 kbps übergebene Signal auf jämmerliche 128 kbps kleingerechnet, um im Kabel noch mehr Bandbreite zu sparen.

Jetzt dürfen wir noch zähneknirschend die nächsten fünf Monate für Vodafone zahlen, bis der Pflichtempfang per Nebenkosten ein Ende hat. Danach dürfen die sich ihr Kabel mit Verlaub wohin stecken.

Dienstag, 9. Januar 2024

Von rechts kommt nix!

...waren laut einem alten Witz die letzten Worte des Beifahrers.

VW baut jetzt auch ChatGPT in seine Autos ein. 

Donnerstag, 4. Januar 2024

Postmodern (2019)

Bis vor einigen Jahren gab es in Calais oberhalb des Strands einen großen Parkplatz, einen breiten Gehweg, mehrere Bänke sowie die Buden der Friterie des Nations, des Eisverkäufers und des maghrebinischen Schmalzkringelbäckers.

Das war eine feine Sache, denn so konnte man selbst im Winter im Auto über dem Strand sitzen und den Möwen und den Fähren zusehen.

Unterdessen haben sie das alles zu einer dieser neuzeitlichen Fußgängerwüsten mit der üblichen Stadtmöblierung umgestaltet.

Die Buden mussten auch weichen und wurden durch Pavillons im Stil der Postmoderne ersetzt. Nur der Schmalzkringelbäcker konnte sich nicht mit der Stadt einigen und ist jetzt ein gutes Stück weiter weg.

Wer heute noch im Winter den Möwen und Schiffen zusehen will, der darf sich in Sturm und Regen auf eine der neuen Designerbänke setzen. Die sehen zwar toll aus, sind aber äußerst unpraktisch, man friert und wird nass.

So sah die Friterie viele Jahre lang aus, bevor das ausgebrochen ist, was ich hier im Blog unter 'Fortschrott' subsummiere.

Calais (F-62), 4.1.2019 - Pentax K-3, DA 18-135 mm

Sonntag, 15. Oktober 2023

Zülpicher Platz anno 2000

B-Wagen, Kaiser's, Vobis und Conrad

Kaiser's mit der lachenden Kaffeekanne ist jetzt REWE, Vobis ist Geschichte, die KVB-Linie 17 Ubierring - Niehl gab es so nur bis 2003 und die erste Serie der B-Wagen fährt heute in Istanbul

Das größte Ärgernis, die wenige Jahre später geschlossene Conrad-Filiale im Rücken des Fotografen, sieht man hier wenigstens nicht.

Panoramafoto, analog, Scan vom Negativ

Köln (D), 19.8.2000 - Horizon 202

Mittwoch, 20. September 2023

Digital X in Köln

Es ist richtig was los draußen. 

Die Telekomiker veranstalten heute und morgen ihren jährlichen Digital X Rummel. Ständig rennen vor dem Fenster Leute mit einem Teilnehmerausweis um den Hals herum, einige auch mit magentafarbenen Hütchen, und eilen von einem Event zum anderen, alle mit demselben seligen Ausdruck, als sei der Papst in der Stadt. 

Dazu eine Flotte von Fahrradrikschas, offenbar gesponsert von Samsung, die die Besucher zwischen den Vorträgen von George Cloney, Björn von Abba und Barbara Schöndingens hin und her karren. 

Zwischendurch stehen sie in Grüppchen zusammen und diskutieren gestenreich die Segnungen  der Digitalisierung. 

Und unsere partei- und nutzlose Oberbürgermeisterin hat angekündigt, ab 2028 keine Faxen mehr zu machen. Wenn das kein Fortschritt ist.

Montag, 14. August 2023

Ventura mag kein Headzone

 

 

 

 

 

 

 

 

So kann man sich auch das Wochenende versauen...

Alles begann mit der freudigen Entdeckung, dass SDRplay es tatsächlich nach sieben (7) Jahren geschafft hat, zu ihren SDR-Empfängern auch eine Mac-Software anzubieten. Wer hätte das gedacht...

Systemvoraussetzungen: Mac OS 13 und höher, also Ventura. Grmpfl... Bisher hatte ich mich erfolgreich drücken können, mein Mac Studio lief ohne Probleme unter Monterey, und ich hatte wenig Lust auf die bunte Welt von Ventura. Aber gut. Ventura downgeloaded und installiert.

Wie üblich, ein kurzer Rundgang über die wichtigste Software, ob noch alles funktioniert. Es wollte eine neuere Version von Thunderbird. Damit kann man ja noch leben. Soweit schien alles in Ordnung. Bis ich auf Youtube etwas ansehen wollte und über den Headzone nebst Kopfhörer kein Ton kam. 

Headzone? Nein, hier kifft niemand. Das ist ein externes Audiogerät der Firma Beyerdynamic, das Surround-Audiosignale so aufbereitet, dass man sie über Kopfhörer in nahezu voller Räumlichkeit wiedergeben kann. Angeschlossen ist es per Firewire und der Mac steuert es per Core Sound an. Es sind also keine speziellen Treiber erforderlich. Das läuft hier auch seit Jahren als ganz normaler Kopfhörerverstärker für alles, was an Audio aus dem Rechner kommt.

Offenbar hat Apple mit Ventura eben diese Unterstützung per Core Sound gemeuchelt. Das Gerät wird zwar in der Systemübersicht angezeigt, erscheint aber nicht im Audio-MIDI-Setup und lässt sich auch sonst nicht ansprechen. Mist, verdammter!

Eine Nachfrage bei Beyerdynamic habe ich mir verkniffen.  Früher gab es auf deren Website für Profi-Equipment direkt die Durchwahlen zu den Leuten in Heilbronn, die sich mit sowas auskannten und im Zweifelsfall kniffligere Fragen auch nach einem Blick ins Schaltbild klären konnten. 

Heute landet man im Callcenter jenseits von Oder und Neiße, wo ich beim ersten und gleichzeitig letzten Versuch vor ein paar Jahren erst einmal 'Headzone' buchstabieren durfte. Nach ein paar Tagen kam die Auskunft per E-Mail: das Gerät wird nicht mehr unterstützt. 

Blieb also nur, Monterey wieder zu installieren. Auch nicht gerade ein Spaziergang. Jetzt geht zwar der Headzone wieder, dafür darf ich nun nach jedem Neustart zwei Dutzend Mal die Meldung "syncdefaultsd wurde unerwartet beendet" wegklicken, und der Rechner kann keine Fotos mehr aus dem iPhone auslesen. Egal. Der SDR...? Der kann mir von nun an sowas von gestohlen bleiben.

Samstag, 5. August 2023

The end is nigh

Volvo stellt den Verkauf ihrer Limousinen und Kombis in GB mangels Nachfrage ein. Künftig gibt es dort nur noch SUV. Das Ende des Abendlandes ist wirklich nicht mehr aufzuhalten.

Freitag, 23. Juni 2023

Rechts ist frei!

Mercedes integriert ChatGPT in ihren Sprachassistenten. 

Montag, 19. Juni 2023

Die KI muss noch viel lernen

Ich spiele gerade mit dem heute erschienenen ON1 Photo Keyword AI herum. Das soll mit Hilfe künstlicher Intelligenz Fotos verschlagworten.

Immerhin - Katzen, Pommes Frites und Klopapier erkennt es ziemlich zuverlässig. Alles andere nicht so sehr. Da findet es Pferde am Strand von Calais, wo weit und breit kein Pferd ist, und hält Zwergziegen für Milchkühe. Industrieanlagen sind ihm völlig fremd. Dafür gibt es jede Menge Anlagen, vorzugsweise in Blumentöpfen.

Die deutschen Schlagwörter sind wohl ebenfalls durch eine KI übersetzt worden. "Hoher Schlüssel" erschließt sich ja noch recht einfach. Aber "stummgeschaltet" in jedem zweiten Bild hat mich doch eine Weile zum Nachdenken gebracht. Also rückübersetzen. "Stummgeschaltet" -> "muted" -> "gedeckt" wie in "gedeckte Farben". Aha! Und die Anlagen in den Blumentöpfen? Plants halt. Kann man so oder so übersetzen. 

Außerdem zieht es sogar meinen Mac Studio mächtig in den Keller. Die Prozessortemperatur schießt von 35 auf 76 Grad und die Stromaufnahme von 18 auf 56 Watt in die Höhe. Wenn das nur genug Leute kaufen, werden wir ein paar AKW mehr brauchen.

Merke: nicht der Computer ist der große Energieverbraucher, sondern die Software. 

Und was die KI angeht, die wird noch viel lernen müssen.