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Donnerstag, 17. Januar 2019

NLMK Clabecq: Halbe Belegschaft muss gehen

Als 2011 die Scheidung zwischen Duferco und NLMK erfolgt und der Hausstand aufgeteilt worden ist, haben die Russen die Standorte La Louvière und Clabecq behalten. 

Richtig glücklich geworden sind sie damit nie. Schon vor Jahren ist die Belegschaft in La Louvière um die Hälfte abgebaut worden. 

Jetzt ist das Walzwerk als letzter noch vorhandener Betriebsteil der vormaligen Forges de Clabecq an der Reihe. NLMK hat im Rahmen einer Restrukturierung, die bis 2022 dauern soll, das Renault-Verfahren für 290 und damit die Hälfte der dort verbliebenen Mitarbeiter beantragt. 

Montag, 15. Oktober 2018

Straßenbahn Charleroi - La Louvière 1990

Manche Dinge dauern halt etwas länger, aber nach immerhin 28 Jahren habe ich es am Wochenende doch noch geschafft, eine erste Fuhre meiner Videoaufnahmen der Straßenbahnlinie 90 von Charleroi nach La Louvière ein wenig aufzumöbeln und zu Youtube hochzuladen. 

Viele Jahre ist das alles daran gescheitert, dass die Videobearbeitung in analogen Zeiten eine mächtig aufwendige Angelegenheit war. Schon erstaunlich, wie flott und einfach das heute am Rechner geht.





Aufnahmen vom Sommer 1990 mit einem Sony Hi8-Camcorder V6000. Der hat damals 5000 Mark gekostet. Für die zugehörigen Schnitt- und Titelgeräte wären noch ein paar Tausender fällig geworden. Daraufhin habe ich das ganze Videogedöns schnell wieder aufgegeben. 

Heute lässt jeder billige Camcorder zu 150 Euro dieses damalige Flaggschiff von Sony derart alt aussehen, dass man nur staunen kann, und die Bearbeitung am Rechner ist fast schon ein Kinderspiel. Auf dem Gebiet hat es wirklich Fortschritt gegeben. 

Mittwoch, 23. April 2014

NLMK droht Westeuropa

Wie die belgischen Medien heute berichten, hat der russische Stahlkocher NLMK bereits am 25. März der EU-Kommission und den Regierungen in Belgien, Italien und Dänemark in einem Brief mit "verheerenden Folgen" gedroht, falls es zu Wirtschaftssanktionen der EU gegen Russland kommen sollte.

Der Brief malt ein Schreckensszenario von Versorgungsschwierigkeiten für die westeuropäischen Abnehmer ihrer Produkte bis zur umgehenden Schließung ganzer Werke.

NLMK beschäftigt in Westeuropa rund 2400 Arbeitnehmer, davon etwa 1000 in Belgien an den Standorten Clabecq und La Louvière.

Donnerstag, 30. Mai 2013

Bei Duferco in La Louvière brennt es

...und diesmal im wortwörtlichen Sinne. Betroffen ist die Entzunderung im Kaltwalzwerk und es scheint etwas größeres zu sein. Der Bürgermeister hat den Katastrophenplan ausgerufen, es ist ein Umkreis von 1 km abgesperrt worden, das gesamte Werk und ein benachbartes großes Einkaufzentrum sind evakuiert worden und die Menschen in der Umgebung sollen ihre Häuser nicht verlassen und Fenster und Türen geschlossen halten.

Die RTBF hat einen Artikel und erste Bilder dazu. 

P.S., 22.00 Uhr: Feuer aus, alles halb so schlimm. Sie waren beunruhigt wegen verschiedener Gefahrstoffe vor Ort, z.B. Salzsäure und radioaktive Stäube. Daher auch Evakuierung, Absperrung und Katastrophenplan. 

Mittwoch, 27. März 2013

La Louvière: Duferco schließt

Also doch. Die Beschäftigten von Duferco La Louvière haben heute in einer Betriebsversammlung der sofortigen Schließung des Betriebs zugestimmt. 

Zu groß wäre bei einer Fortführung die Gefahr eines Konkurses gewesen, und dann wäre nicht einmal mehr Geld für einen Sozialplan übrig geblieben. So stehen laut Geschäftsführung immerhin noch die Mittel zur Verfügung, um alle Mitarbeiter, die über 52 Jahre alt sind, in den Vorruhestand zu schicken und den übrigen eine ordentliche Abfindung zu zahlen. Leicht wird ihnen diese Entscheidung trotzdem nicht gefallen sein. Das sieht man auch daran, dass nur 65 % dafür gestimmt haben.

Die Anlagen sollen noch einige Jahre erhalten bleiben. Man hofft, das Werk bei einer Wiederbelebung der Stahlkonjunktur vielleicht noch verkaufen zu können. Dies aber, laut Country Manager Antonio Gozzi, sicher noch nicht in den nächsten zwei Jahren. 

Damit zieht sich Duferco aus der Stahlindustrie in Belgien vollständig zurück. Oder doch nicht ganz. Man will ein Unternehmen gründen, das sich auf den Rückbau und die Sanierung ehemaliger Hüttenwerksstandorte spezialisiert. Dort sollen einmal bis zu 100 Arbeitsplätze entstehen.

Donnerstag, 21. März 2013

La Louvière: alles unklar

Die Direktion von Duferco in La Louvière dementiert energisch jede Absicht, das Werk schließen zu wollen. Auch die christliche Gewerkschaft CSC sieht keine Anzeichen. Was ist los in La Louvière?

Klar ist nur eins: nach monatelangen ergebnislosen Verhandlungen über die Zukunft des Standorts liegen bei allen beteiligten Parteien die Nerven blank. 

Die Direktion hat die Gewerkschaften am gestrigen Mittwoch vor die Alternative gestellt, das Werk entweder sofort zu schließen und einen Sozialplan auszuhandeln oder ein externes Audit erstellen zu lassen, ob und unter welchen Bedingungen eine Fortführung überhaupt möglich sein könnte. Dabei würden im günstigsten Fall etwa 280 der aktuell 440 Stellen erhalten bleiben. 

Die Gewerkschaften beklagen seit längerem die fehlende Bereitschaft des Unternehmens, ihrer Ansicht nach notwendige Investitionen vorzunehmen. Vor diesem Hintergrund und der Alternative eines weiteren Arbeitsplatzabbaus hatte man wohl auf Seiten der sozialistischen Gewerkschaft FGTB geschlossen, Duferco sei an einer Fortführung ohnehin nicht interessiert. 

Wer dabei Recht hat, wird sich bald genug zeigen.

Mittwoch, 20. März 2013

Aus für Duferco La Louvière?

Verschiedene belgische Medien melden heute abend, dass der Duferco-Standorts in La Louvière nach Angaben aus Gewerkschaftskreisen vor dem Aus steht.

Die Verhandlungen zwischen Gewerkschaften und Direktion kommen nicht mehr voran. Die Direktion hat wahlweise die umgehende Schließung oder ein Gutachten zur Fortführung des Werks angeboten, nicht ohne deutlich auf die schlechten Rahmenbedingungen hinzuweisen. Die Gewerkschaften werfen Duferco vor, am Standort nichts mehr zu investieren und so in jedem Fall das Ende herbeizuführen.

Im vergangenen Jahr hatten Duferco und NMLK mit der Beendigung ihres Joint Ventures in Belgien die Anlagen der ehemaligen Usines Gustave Boël in La Louvière unter sich aufgeteilt. NMLK hatte das Walzwerk erhalten, das seither mit Brammen aus Russland versorgt wird, Duferco das Elektrostahlwerk.

Während NLMK sich mit den Gewerkschaften auf einen tragfähigen Investitionsplan geeinigt hat, sieht es für die rund 440 Beschäftigten von Duferco finster aus. 

Nach der Aufgabe des Carsid-Hüttenwerks in Charleroi würde sich Duferco damit völlig aus Belgien zurückziehen.  

Das Foto zeigt die Rückseite des Werks mit den Einrichtungen zum Ausladen des Schrotts für den Elektroofen. Die Aufnahme ist aus dem Jahr 2007.

Donnerstag, 25. Oktober 2012

La Louvière: 600 Entlassungen bei Duferco und NLMK

Nach Duferco Charleroi trifft es jetzt auch die Beschäftigten in La Louvière. Fast die halbe Belegschaft muss gehen. Im vergangenen Jahr hatten Duferco und Novolipetsk Steel ihre Scheidung bekanntgegeben. Anschließend wurden die Kinder und der Hausrat aufgeteilt.

Das, was in Charleroi übrig war, wird jetzt abgewickelt und in La Louvière, bei den ehemaligen Usines Gustave Boël, werden jetzt 600 der rund 1300 Mitarbeiter entlassen, um Kosten zu sparen.

Quelle: La Meuse