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Die vergoldete Pistole, die Gaddafi in der Hand hatte, als er ergriffen wurde, stammt - wer hätte es gedacht - aus Herstal bei Lüttich. Es handelt sich um eine Maßanfertigung, die von der Fabrique Nationale d'Armes de Guerre (FN) eigens für ihn hergestellt worden war.Die FN befindet sich über die Région Wallonne zu 100% im Staatsbesitz. Das Thema hatten wir ja bereits zu Beginn des Aufstands in Libyen.
Die Wettbewerbskommission der EU in Brüssel hat der Seafrance eine letzte Frist bis Montag eingeräumt, um eine Lösung zu finden, die von den Wettbewerbshütern genehmigt werden kann. Eine reine Rekapitalisierung durch die SCNF scheidet dabei aus, denn Brüssel verlangt einen Anteil privater Investoren von mindestens 50 Prozent als Beleg dafür, daß jemand Vertrauen in die Zukunft der Reederei hat.
Für den Fall, daß eine solche Lösung genehmigt wird, hat die Betreibergesellschaft des Kanaltunnels bereits eine Klage dagegen angekündigt. Außerdem soll eine weitere Klage von P&O vorliegen.
Am Dienstag nächster Woche entscheidet das Handelsgericht in Paris darüber, zu welchem Abschluß das laufende Sanierungsverfahren gebracht werden soll. Zur Debatte stehen eine Übernahme durch die Belegschaft in Form einer Genossenschaft (SCOP), ein gemeinsames Übernahmeangebot von DFDS Seaways und LD-Lines und ein weiteres Angebot der famosen Firma Being Bang. Sollte das Gericht keine dieser Lösungen für tragfähig befinden, kommt es unwiderruflich zur Liquidation.
Die beiden zwischenzeitlich verkauften Fähren Renoir und Cézanne sind auf dem Weg in den indischen Ozean. Die Cézanne passiert gerade mit Zielhafen Port Dubai die Meerenge zwischen Sizilien und Nordafrika, die Renoir ist am 12. 10. in den Suezkanal eingefahren und seither vom Bildschirm verschwunden.
Foto: die Seafrance Renoir im Hafen von Calais, 1998
Steht da. Wirklich. Manchmal haben die Frankophonen wahrlich eine Gabe für gezwirbelte Benamsungen.Hermalle-sous-Argenteau (B), 14. 10. 2011
P.S.: Da muß man Gurgel doch glatt mal loben. Die Art und Weise, wie die Bilder jetzt nach dem Anklicken groß angezeigt werden, finde ich aber tausend mal schöner, als den fiesen grellweißen Hintergrund vorher. Auch die Lösung, daß mehrere Bilder im selben Posting nun zusammen angeboten werden, ist eine nette Idee.
Bei einem vorher nicht angekündigten Besuch in Lüttich hat Geert van Poelvoorde, Vice President und CEO der Flat Carbon Europe Division North bei Arcelor-Mittal, heute offiziell erklärt, daß die beiden Hochöfen in Ougrée und Seraing sowie das Stahlwerk und die Strangußanlage in Chertal endgültig stillgelegt werden.
Unmittelbar betroffen sind erst einmal rund 1000 Mitarbeiter. Was aus dem Warmwalzwerk in Chertal und der Kaltphase in Tilleur und Flémalle werden soll, ist noch nicht bekannt.
Quelle: La Meuse
Manchmal muß man einfach Glück haben...Eigentlich sollte die Pride of Calais längst auf dem Altenteil sein. Bei der Auslieferung der Spirit of France gibt es aber Probleme mit Vibrationen, und so hat die Calais noch eine Gnadenfrist bekommen.Ich hatte schon bei der Einfahrt in den Hafen gesehen, daß sie gleich neben der Dunkerque Seaways lag, die uns nach einer netten Tagestour durch Kent und East Sussex wieder nach Dünkirchen bringen sollte.Das bot die einmalige Gelegenheit, die noch fahrende Calais und die Nachtaufnahmequalitäten der K-5 zusammenzubringen. Aber von der Landseite war - ISPS oblige - natürlich kein Herankommen.Also konnte ich nur hoffen, daß es sich so ergeben würde, daß wir vor der Calais ablegen würden. So schnell bin ich noch nie vom Fahrzeugdeck zum offenen Bereich am Heck der Dunkerque gesprintet. Nach einer weiteren Viertelstunde Hochspannung sind wir dann tatsächlich unmittelbar vor der Calais raus.Foto: Dover (GB), 3. 10. 2011 -
Pentax K-5, SMC-A 2.8/24 mm, ISO 800, Offenblende, 1/10 s
Heute abend hat die Western Light, ex Seafrance Cézanne, wohl zum letzten Mal einen französischen Hafen verlassen. Wie man vor Ort hört, wird es überhaupt ihre letzte Reise werden.
Dunkerque (59), 7. 10. 2011
Schild an einer Tierarztpraxis in Gravelines (62). Das Selbstportrait ließ sich leider nicht verhindern.
Da liegt sie, die Western Light, ex Seafrance Cézanne. Immer noch an derselben Stelle, immer noch genauso gammelig. Die Eastern Light, alias Renoir, ist hingegen verschwunden.
Bei den ARNO haben sie die River Jade, offenbar ein Baggerschiff, im Schwimmdock und die Repubblica di Roma der Grimaldi Lines im Trockendock. Letztere ein typischer Afrika-Frachter - halb RoRo, halb Container. Die hat gerade eine blitzblanke Neulackierung erhalten.
Erstmals nach Jahren haben wir kein mobiles Internet. Die französischen Telekomanbieter haben sich verschworen, alle Prepaid-Angebote entweder lächerlich teuer zu machen - 10 Euro für 200 MB bei Orange - oder schlicht ganz abzuschaffen. Bei Auchan hatten sie das Paket mit der SIM-Karte schon in der Hand und alle meine Daten eingegeben, es ließ sich nur nicht freischalten. Nachfrage hinter den Kulissen ergab, es sei nicht mehr im Angebot. Zut alors!
Dann eben nur WiFi abends im Zimmer.
Nachtrag, 7.10, 19.45 Uhr: Die Western Light wird in Dünkirchen gerade ausgeschleust.

Wer in Eben-Emael bei Anna und Chantal noch einmal die köstlichen Frites essen will, der muss sich mächtig beeilen. Diesen Sonntagabend ist Schluss in Kneipe und Friterie.
Die beiden haben recht kurzfristig beschlossen, dass sie nach vielen Jahren in der Gastronomie mal wieder Lust auf ein normales Leben haben, abends ausgehen wollen, kurz all das, was wir alle auch können. Das seit 1. Juli totale Rauchverbot in der belgischen Gastronomie hat wohl seinen Teil dazu beigetragen.
So jammerschade es auch ist, wünschen wir ihnen jedenfalls viel Glück und alles Gute für die Zukunft. Danke für die schöne Zeit.