Sonntag, 16. August 2020

Der größte Spaß... (2)

Hier noch ein Beispiel mit weniger Geräuschteppich und etwas mehr Dynamik zu ruhigeren Zeiten: Sonntagnachmittag mit Publikum vor den Gaststätten gegenüber, etwas Autoverkehr und dem ewigen Ferrari, der hier immer wieder seine Runden dreht, denn wer so viel Geld ausgegeben hat, der will ja auch gesehen werden.



Die Bearbeitung ist minimal. Hochpassfilter bei 50 Hz, leichte Höhenanhebung um maximal 3 dB bei 6 kHz, keine Bearbeitung der Dynamik, nur Normalisierung auf -1 dBFS.

Mit einem passenden Stecker sollten sich diese Mikrofone auch an die meisten DSLR oder Camcorder anschließen lassen. Das wäre mal was, denn deren eingebaute Mikrofone taugen allesamt nichts und bei aller tollen 4K-Videoqualität ist das, was man z.B. auf Youtube an Tonqualität in den Videos geboten kriegt, leider meist zum Fürchten. 

Samstag, 15. August 2020

Der größte Spaß, den man für 9,80 € haben kann...

Schon länger suchte ich etwas für spontane Tonaufnahmen, wenn draußen gerade wieder die Post abgeht: das abendliche Gewitter, die üblichen Krawallschleudern der Haute Prollée, kreischende Hen Parties usw. Etwas, das ich draußen am Fenster haben kann, ohne dass die Welt untergeht, wenn jemand es herunterreißt oder wenn es im Regen nass wird.

Da schien das Roland Wearpro Mic bei Thomann im Ausverkauf für 9,80 € gerade recht.

Das alles gibt es für weniger als zehn Euro:



Ursprünglich zum Anschluss an Gopro-Kameras vorgesehen, reicht es, den USB-Stecker abzuknipsen, der sowieso keiner ist, stattdessen einen Klinkenstecker anzulöten, und schon funktionieren die beiden winzigen Mikrofönchen an jedem Mikrofoneingang mit Plugin-Power. Schnell noch in ein Stück Windschutzfell eingepackt...




Und ab vors Fenster damit. Einfach am Fensterrahmen mit Gewebeband befestigt und an den Kabeln baumeln lassen. 

Zugegeben, viel hatte ich nicht erwartet. Umso erstaunter war ich, dass die kleinen Kapseln nicht nur ordentlich Pegel liefern, sondern das Rauschen sich bei Atmo-Aufnahmen in kaum hörbaren Grenzen hält und die Klangqualität durchaus manierlich ist. 

So klingt es hier am Samstagnachmittag draußen vorm Fenster. Zufällig marschierte eine Ecke weiter gerade der übliche Aufzug von Wirrköpfen vorbei, der hier jeden Samstag gegen alles protestiert, was uns vor der Seuche schützen soll. Richtig verstehen kann man ihre Parolen in der halligen Umgebung nicht, aber glaubt mir, das ist kein Verlust. 


 

Man kann sie natürlich auch - wie eigentlich vorgesehen - in die Ohren stecken und damit Kunstkopfaufnahmen (oder eher Echtkopfaufnahmen) mit beeindruckender Räumlichkeit machen. 

Ein Hinweis noch: die Dinger haben keine Kopfhörerfunktion wie z.B. die Sennheiser Ambeos. Sie sind aber akustisch durchlässig, damit man hört, was man aufnimmt, wenn man sie in den Ohren hat.

Freitag, 7. August 2020

† Jean Gandois

Jean Gandois, lange Jahre einer der führenden Köpfe der belgischen und französischen Stahlindustrie, ist heute im Alter von 90 Jahren gestorben.

Nach verschiedenen leitenden Funktionen bei Wendel, Sacilor und Sollac war er von 1987 bis 1999 Direktor von Cockerill, wo unter seiner Leitung eine umfangreiche Sanierung stattfand, der neben anderen Betriebsteilen auch das Oxygenstahlwerk in Seraing zum Opfer fiel. Ebenfalls unter seiner Ägide erfolgten 1990 die Übernahme von Ekostahl und 1998 der Zusammenschluss mit Usinor.  

Nach eigenen Aussagen hatte er in seinem Leben 100.000 Arbeitsplätze wegrationalisiert, um 300.000 zu retten. 

Mittwoch, 5. August 2020

Malen nach Zahlen

Die belgischen Medien veröffentlichen täglich eine Karte, in der für alle Kommunen die Anzahl der Neuinfektionen der letzten 7 Tage pro 100.000 Einwohner angegeben wird. Größter Brennpunkt ist nach wie vor Antwerpen mit einem Wert von 186.

Auch in kleineren Gemeinden sieht es auf den ersten Blick dramatisch aus. So hat es im Städtchen Aubel im Dreiländereck B/NL/D gleich 46 Neuinfektionen gegeben. Pro 100.000 Einwohner wohlgemerkt. Denn Aubel hat nur 4300 Einwohner. Und so waren es tatsächlich auch 'nur' 2 Fälle.

Ibrahim Maalouf - Beirut


Dienstag, 4. August 2020

Ein Blatt Papier gespart und 500 verplempert

Also sprach der größte Musicstore wo gibt:

"Ab sofort legen wir unseren Sendungen keine Papier-Rechnung mehr bei. Dadurch sparen wir mehrere Tonnen Papier pro Jahr und leisten einen wertvollen Beitrag für die Umwelt."

Donnerwetter, ein ganzes Blatt Papier gespart. Dafür schicken sie bei jeder Bestellung den 500seitigen Katalog mit, ohne dass man ihn abbestellen kann.

Gibt es wirklich noch Leute, die sich damit aufs Klo setzen?

Donnerstag, 30. Juli 2020

Die nächste Pleite

Im belgischen Einzelhandel wird es ungemütlich. Schon letztens haben sie aus den Läden von Blokker - Haushaltswaren, Kleinmöbel, Elektro, alles Markenware - eine Kette vom Resterampen gemacht. Wir brauchen zwei neue Pfannenheber. Die dürfen wir jetzt bei ebay kaufen.

Nun hat es die Schuhladenkette Brantano erwischt. Dort gab es Markenschuhe zu günstigen Preisen, die Verkäuferinnen waren ausgesprochen nett und hilfsbereit und was nicht in der passenden Größe vorrätig war, haben sie aus einer anderen Filiale beschafft. In den beiden Läden in Verviers und Bredene waren wir Stammkunden. Jetzt können wir sehen, wo wir künftig unsere Schuhe her bekommen.

Montag, 20. Juli 2020

Belgisch-Deutsche Freundschaft

5521 und 2741 der SNCB und 215 023-3 der DB standen im April 2000 vor dem Dienstlokal der Lokführer in Montzen und warteten auf ihren nächsten Einsatz. Das war damals ein alltäglicher Anblick.

Die 215er war eine von sieben Maschinen, die mit der belgischen Zugsicherung ausgestattet waren und von den Belgiern freizügig nicht nur nach Aachen, sondern in ganz Belgien eingesetzt wurden. Gefahren wurden sie von Montzener Lokführern. Das war die Gegenleistung dafür, dass die D-Züge Ostende-Köln auch auf der deutschen Seite mit belgischen Elloks der Serie 16 gefahren wurden.

Später wurden diese Loks noch in die Baureihe 225 umgezeichnet, bevor sie mit der Fertigstellung der durchgehenden Elektrifizierung von Aachen-West nach Montzen einige Jahre später aus Belgien verschwanden. 

Montzen (B), 24.4.2000 - Pentax P50, Fuji Superia 400

Samstag, 18. Juli 2020

World Listening Day 2020

Heute ist... na gut... war der diesjährige World Listening Day. Da machen alle möglichen Leute Tonaufnahmen und stellen sie online, z.B. bei Aporee.org.

Samstagabends, zumal an einem solchen warmen Sommerabend,  ist hier vorm Fenster normalerweise mächtig Remmidemmi: Gejohle, prollige Autos und Motorräder, laute Autoradios, Hundegebell, die Jungs und Mädels aus dem Blaulichtmillieu, das volle Programm.

Jetzt wissen wir, wie man hier augenblicklich Ruhe schafft. Es reicht, einen Recorder auf die Fensterbank zu stellen. Das geht sogar im Dunkeln; man muss ihn nicht einmal sehen. Das alte Spiel: wenn einer guckt (oder hört), kann ich nicht. Wenn nicht ein paar Verrückte kurz vor Mitternacht ihr privates Feuerwerk veranstaltet hätten, wäre die ganze Sache so unspektakulär gewesen, dass man es gar nicht hätte veröffentlichen brauchen.

Aufgenommen im Ambisonic-Format mit Zoom H3-VR, gewandelt nach Binaural, Wiedergabe also vorzugsweise per Kopfhörer.