Donnerstag, 12. September 2019

Der wallonische Wasseraufstand

Die künftige wallonische Regierungskoalition aus Sozialisten, Liberalen und Grünen will, dass den Kunden in Restaurants künftig zum Essen kostenlos Karaffen mit Leitungswasser angeboten werden. 

Dagegen gehen die Gastronomen gerade ganz mächtig auf die Barrikaden. Nein, meinen die Wirte, das sei unzumutbar. Schließlich müsse das Leitungswasser auch serviert werden, was eine Dienstleistung sei, die nicht kostenlos erbracht werden könne, und die Gläser müssten gespült werden. 

Die ganze Aufregung ist freilich kein Wunder, wenn man sieht, was ein einfaches Mineralwasser dort kostet, und weiß, dass die Gewinnspannen bei Getränken weit über denen der Speisen liegen.

Seltsamerweise ist genau das gleich nebenan in Frankreich seit ewigen Zeiten gesetzlich vorgeschrieben. Ganze Restaurantketten haben in ihren Filialen einfach Zapfstellen mit Gläsern und Karaffen stehen, wo sich jeder bedienen kann, und die auf Wunsch auch Eiswürfel ausgeben. Geht also. 

Des Einen Freud...

Während die Fährgesellschaften sich schon die Hände reiben, wie schön sie bei einem No-Deal-Brexit wieder am Duty-Free-Verkauf verdienen werden, laufen britische Gesundheitspolitiker Sturm gegen die Vorstellung, dass es wie früher billigen Schnaps und Zigaretten geben soll. 

Dienstag, 10. September 2019

Gotcha!

Das Rätselraten um das Schiff für die Verbindung Calais - Tilbury scheint ein Ende zu haben. Das ist jedenfalls das Ergebnis einer kleinen Detektivarbeit von heute Mittag. Doch der Reihe nach.

In der Wirtschaftspresseschau der nordfranzösischen Handelskammern taucht heute das folgende Zitat aus Nord Littoral auf:

...und die von P&O gecharterte Fähre ist letzte Woche in Portugal eingetroffen, um in den Farben der Reederei lackiert zu werden. Das Schiff passt an den Anleger T4 in Calais, der für die neue Verbindung reserviert ist. Es soll zwischen dem 20. und dem 25. September eintreffen.

Wo also gibt es in Portugal Trocken- oder Schwimmdocks? Ein kurzer Überflug der Küste bei Google Maps zeigt welche in Lissabon, in denen Marinetraffic kein Schiff anzeigt, und zwei weitere in Viana do Castelo. Und siehe da: im größeren liegt der RoRo-Frachter Caroline Russ. Die passt. 

Bleibt nur noch die Frage, unter welchem Namen sie für P&O fahren wird. 

Dienstag, 3. September 2019

Calais - Tilbury jetzt offiziell

In wenigen Wochen ist es soweit: P&O hat die neue Relation von Calais nach Tilbury offiziell bekanntgegeben. Sie verraten zwar immer noch nicht, welches Schiff zum Einsatz kommt, aber es wird Platz haben für 12 komplette Sattelzüge und 90 Auflieger oder Container. Sicher ist aber, dass es weder die European Seaway noch die Pride of Burgundy sein werden, denn beide passen in Tilbury nicht an die Anleger.

Ab Ende September geht es täglich einmal hin und zurück und die Dauer der Überfahrt beträgt sechs bis acht Stunden. 

Die Uhrzeiten sind: ab Calais um 22.30 Uhr, Tilbury an um 04.30 Uhr, Tilbury ab um 11.00 Uhr und Calais an um 19.00 Uhr. 

Laut P&O sollen die LKW und Auflieger nach der Ankunft in Tilbury bis 06.00 Uhr entladen und für die Weiterfahrt auf der Straße sein, um dem morgendlichen Berufsverkehr um London auszuweichen. 

Mittwoch, 28. August 2019

KStA: Escort-Damen im kräftigen Starkregen

Der Kölner Stadtanzeiger - immer wieder ein Hort der wohlgefeilten Sprachkunst - warnt heute: Gewitter mit kräftigem Starkregen erwartet

Donnerwetter! Nicht etwa leichter oder mäßiger, sondern gleich kräftiger Starkregen. What next? Trockene Dürre, eiskalter Schnee, böiger Sturm...?

Außerdem schwappt die Damen-Welle jetzt auch über die deutsch-belgische Grenze. In La Meuse schon länger für alle Frauenspersonen üblich, die in Altersheimen stehlen, im Garten Müllberge aufhäufen oder ihren Kindern den Hals durchschneiden, lesen wir nun auch im Stadtanzeiger: Strafbefehl gegen Jan Ullrich nach Vorfall mit Escort-Dame.

Montag, 26. August 2019

Mist, verpasst!

La Meuse schreibt leider erst heute, dass es am Wochenende in Flémalle bei Lüttich das große Tomatenfest gegeben hat. Dort ist am Samstag eine ganze Tonne Tomatensoße gekocht worden, für den Wettbewerb im Spagetti-Essen. Wer gewonnen hat, ist noch nicht gemeldet worden.

Freitag, 9. August 2019

Calais - Tilbury: Die Spannung steigt

Die Möwen schreien es seit Tagen von den Dächern, aber die Hauptbeteiligten zieren sich noch, wenn man sie fragt. 

Offenbar wird P&O ab September eine  tägliche Überfahrt von Calais nach Tilbury mit sog. unbegleiteter Fracht anbieten. Das ist die Bezeichung für den Transport von Sattelaufliegern ohne Zugmaschine und Fahrer. Die Auflieger werden dabei per Straße oder auch per Bahn im kombinierten Ladungsverkehr ('rollende Landstraße') angeliefert bzw. abgeholt. Die Anlagen zur Bahnver- und -entladung sind in Calais vor einiger Zeit gebaut worden, um einen Verkehr nach Südfrankreich zu organisieren und könnten auch für diese Relation genutzt werden.

Als Schiff würde wohl die European Seaway zum Einsatz kommen, die nicht von ungefähr seit einigen Wochen in Dünkirchen liegt. 

Die Vorteile dieser Lösung wären enorm, vor allem dann, wenn es wegen eines ungeregelten Brexit in Dover zum befürchteten Chaos kommt. Damit wäre ein erheblicher Engpass elegant beseitigt.

Tilbury wird schon länger durch P&O von Zeebrugge aus bedient. Über Calais wäre ein Umschlag von rund 45.000 Einheiten pro Jahr möglich. 

Angeblich hängt alles nur noch davon ab, dass P&O von der Betreibergesellschaft des Hafens in Calais gern die schriftliche Zusicherung hätte, dass diese Verbindung nicht von Streiks betroffen sein wird. Man fragt sich wirklich, in welchem Paralleluniversum die leben. 

Eine Erklärung von P&O soll es dem Vernehmen nach Ende nächster Woche geben.

Das Foto zeigt die European Seaway 2018 vor Calais. 

Quelle: Nord Littoral

Donnerstag, 8. August 2019

Weltkatzentag

Heute ist Weltkatzentag und das hier war Ambrosius, der uns Anfang des Jahres mit nicht einmal drei Jahren verlassen hat. Er fehlt uns immer noch.

2016 - Pentax K-3, DA 18-135 mm

Plofkraak und Bommelding

Plofkraak op KBC-kantoor in Kinrooi, lesen wir heute im Standaard. Ploffen ist das niederländische Wort für knallen, eine Explosion ist eine ontploffing und wenn man etwas kraakt, dann bricht man es auf. Wenn man nun eine Bank oder einen Geldautomaten mit Gas oder Sprengstoff knackt, dann ist das ein plofkraak. Man hört es förmlich: Plof!

Es hat eine Weile gedauert, bis ich auf den Trichter gekommen bin, was ein Bommelding sein soll. Man muss es nur richtig aussprechen: bom-melding. Die bom ist die Bombe und die melding... naja. Bei uns würde man Bombendrohung dazu sagen. Die meisten sind gottlob Fehlalarme, aber hin und wieder macht es halt doch Plof!