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Gestern hat es ein Treffen zwischen Lakshmi Mittal und der Enquetekommission des französischen Parlaments zur Zukunft der Stahlindustrie gegeben.
Viel ist von dieser Veranstaltung hinter verschossenen Türen nicht nach außen gedrungen. Er soll Presseberichten zufolge jedoch die Bedeutung der küstennahen Standorte, insbesondere Dünkirchen, betont und die zu kurzen französischen Arbeitszeiten bemängelt haben.
Eine macrale, auch macrâle geschrieben, ist im Wallonischen eine Hexe, die für allerlei Böses, so auch für den Winter, verantwortlich gemacht wird. Sie kann auch das Äußere eines Kettenhunds annehmen.
In einigen Gegenden wird eine Hexenfigur am Ende des Winters auf einem Scheiterhaufen verbrannt. Auch im wallonischen Karneval und bei anderen folkloristischen Veranstaltungen, z.B. am 15. August in Lüttich, gibt es Gruppen von macrales in den Umzügen zu sehen.
Das Wort hat sogar Eingang in die Sprache der wallonischen Hochöfner gefunden. Eine emmacralage, wörtlich also eine Verhexung, war früher ein besonders gefürchteter Zustand, bei dem es im Ofen zu einem plötzlichen starken Temperaturabfall kam, sodass kein Abstich mehr möglich war und der Ofen verstopfte. Im schlimmsten Fall musste er dann völlig heruntergefahren, aufgebrochen und ausgeräumt werden.
Foto: Wikimedia CC-BY-2.5 Area151Bel
Morgen trifft sich im wallonischen Wirtschaftsministerium die Task Force, die im Rahmen des Renault-Verfahrens für die Lütticher Warmphase und die von der Stilllegung betroffenen Teile der Kaltphase versuchen sollte, Unternehmen zu finden, die an der Übernahme der Anlagen interessiert wären, und zu ermitteln, ob und wie man Arcelor gegen deren erklärten Willen zum Verkauf zwingen könnte.
Schon jetzt zeichnet sich ab, dass sich die Frage des ob und wie kaum stellen wird. Einzig für die Kokerei scheint es Interessenten zu geben. Das würde etwa 200 Arbeitsplätze retten und auch dies nur bis 2022. Dann läuft die Konzession für die Anlage aus, und es ist mehr als unwahrscheinlich, dass ausgerechnet die größte Dreckschleuder diesseits des Eisernen Vorhangs in diesem Ballungsraum noch einmal genehmigt werden könnte. Politik und Gewerkschaften haben bereits erkennen lassen, dass sie daran kein ernsthaftes Interesse haben.
Wenn also in den nächsten 24 Stunden kein Wunder mehr passiert, dürfte für die Warmphase einschließlich Kokerei sowie einen großen Teil der Kaltphase im Maastal endgültig und unwiderruflich Schluss sein.
Foto: Kokerei Seraing, 2006
Wer in den nächsten Wochen in die südwestliche Ecke Belgiens kommt, sollte einen kleinen Umweg über Kortrijk (Courtrai) einplanen.
Dort gibt es unter dem Titel ALLER RETOUR eine geballte Ladung belgischer Fotografie vom Allerfeinsten zu sehen. Gleich drei Fotografen werden gezeigt: Magnum-Fotograf Carl de Keyser mit Aufnahmen aus seiner letztes Jahr schon in Ostende gezeigten Serie Before the Flood, der den Lesern dieses Blogs bereits wohlbekannte Stephan Vanfleteren mit einer Reihe seiner Fassadenansichten und die junge belgische Fotografin Bieke Depoorter, Jahrgang 1986, mit einem Querschnitt ihres bisherigen Schaffens.
All dies noch bis zum 9. Juni 2013 in der Budafabriek in Kortrijk. Mehr dazu gibt es -> hier.
Im Stahlwerk von Arcelor in Gent ist heute eine Pfanne mit 300 Tonnen flüssigem Stahl umgekippt und hat einen größeren Brand verursacht. Der ist zwar mittlerweile gelöscht, die Feuerwehr wird jedoch noch eine Weile damit zu tun haben, alles zu kühlen und einen erneuten Ausbruch zu verhindern. Verletzt wurde zum Glück niemand.
Quelle: de Standaard
In einer Pressemitteilung gibt der amerikanische Rüstungskonzern Raytheon bekannt, dass er gerade an der Erfindung des Rads... pardon... von 3D-Audio arbeitet.
Diese laut Raytheon neue Technik soll z.B für Piloten von Kampfflugzeugen die Sprachsignale aus verschiedenen Kommunikationswegen und Funkkanälen so aufbereiten, dass sie aus unterschiedlichen Richtungen wahrgenommen werden und so leichter zu unterscheiden sind.
Da kann man mal sehen, was man im Internet alles lernen kann. Ich wusste garnicht, dass es so etwas bisher noch nicht gegeben hat...
Zu einem ordentlichen Frühjahrsputz gehört bekanntlich auch eine gründliche Entrümpelung. Die haben die Belgier gerade bei ihren verschiedenen Gesetzbüchern in Angriff genommen. Dort gibt es noch einiges, das schon länger nicht mehr zeitgemäß ist.
So besagt der Artikel 1408 des Gerichtsgesetzbuchs, dass bei einer Pfändung durch einen Gerichtsvollzieher eine Kuh oder zwölf Ziegen oder Schafe oder 24 Hühner, einschließlich Stroh und Futter für einen Monat, zum unpfändbaren Existenzminimum gehören.
Artikel 985 des Bürgerlichen Gesetzbuchs regelt das Verfassen eines Testaments in Gegenden, zu denen die Verkehrsverbindungen wegen eines Ausbruchs der Pest unterbrochen sind.
Ebenso überholt ist das Gesetz vom 16. Juni 1937, nachdem der König in Belgisch-Kongo die Mobilmachung anordnen darf.
Bislang kümmert sich um solche Relikte ein Ausschuss der beiden Parlamentskammern, gewöhnlich auf Vorschlag des Verfassungsgerichts oder der Generalstaatsanwaltschaft. Im nächsten Monat soll eine Website eingerichtet werden, über die auch die Bürger Vorschläge machen können.
Wer hätte gedacht, dass das neue Logo der ehemaligen Dexia-Banque einmal so populär werden würde.
Herstal (B) - Pentax K-r
Das ist das einzige halbwegs ordentliche Bild, das ich vom Inneren der Kokerei in Seraing habe. Die ist nämlich außer von den Hängen des Maastals fotografisch völlig unzugänglich. Von der Rückseite ist die Aussicht ziemlich komplett verbaut und zur Maas steht eine hohe Mauer.
In dieser Mauer gibt es eine Tür für den Kranführer der Kohleentladung. Einmal in all den Jahren hat sie offen gestanden. Ich habe schnell von außen durch die offene Tür ein paar Bilder geschossen und hatte mich kaum herumgedreht, als sie hinter mir krachend zugeworfen wurde.
Seraing (B), 2002 - Contarex, Distagon 4/35 mm