Samstag, 20. Dezember 2014

Heute auf der Küstentram

Eigentlich wollten wir heute nach Zeebrugge und Ostende in den Hafen. Auf dem Hinweg in Westende fiel allerdings auf, dass die Fahrgäste der dort haltenden Straßenbahn alle in einen bereitstehenen Bus umsteigen mussten, der "Vervanging Tram" auf dem Display hatte.
 

In Westende fuhren alle Züge aus Richtung de Panne über den nächsten Gleiswechsel und wendeten dann rückwärts durch die dortige Schleife. Netterweise gelang mir ein Bild davon mit Tw 6001, dem Urahn aller BN-Gelenktriebwagen an der Küste. 


 













Weiter Richtung Ostende offensichtlich kein Schienenverkehr. Sturm, Unfall? Ich hatte wohl schon einmal gehört, dass sie in dem Abschnitt, der vor Ostende am Strand entlang läuft, bei starkem Sturm den Betrieb einstellen, damit es die Bahnen nicht aus dem Gleis haut, es war auch recht stürmisch, aber so sehr...?
Der Grund wurde aber recht schnell klar. Das Gleis lag teilweise zentimetertief unter Sand! Das hatte ich so auch noch nicht gesehen. 






 













In der Abstellanlage in Ostende steht weiterhin der Achtachser-Prototyp 6102, der unterdessen eine neue quietschgelbe Lackierung (Folie?) erhalten hat. Er ist das einzige echte Zweirichtungsfahrzeug des Betriebs und wird bisweilen zum Abschleppen verwendet. 



 













Zum Schluss noch ein Bild von den Museums-Straßenbahnern aus De Panne, die heute den ganzen Tag damit verbracht haben, ihre Wagen für die Weihnachtssonderfahrten zu schmücken. Das Ergebnis ist anschließend zur Ablichtung nach draußen gefahren worden und ich durfte mitfahren und mitlichten.
















Ab Montag und bis zum Jahresende gibt es Sonderfahrten zwischen De Panne und Koksijde.

Donnerstag, 18. Dezember 2014

MFL: Urteil erst Mitte Januar

Nord Littoral meldet, dass das eigentlich für die nächsten Tage vorgesehene Urteil des Competition Appeals Tribunal erst Mitte Januar bekanntgegeben werden soll.

In den Leserkommentaren wird bereits die Befürchtung geäußert, das könne auf ein für MFL ungünstiges Ergebnis hindeuten und die Briten wollten durch die Verzögerung der Bekanntgabe vermeiden, dass es im Fährverkehr vor den Feiertagen zu Streiks und eventuell sogar Blockaden kommt.

Mittwoch, 17. Dezember 2014

Seraing demnächst Luftkurort?


Die Hochöfen sind kalt, die Kokerei ist stillgelegt und das Elektrostahlwerk ESB, ehemals Ellwood Steel Belgium, heute als Engineering Steel Belgium im Besitz der deutschen Georgsmarienhütte, schließt auch. 

Seit Juni wird um den Sozialplan gerungen und die Verhandlungen kommen nicht voran, weil die Verhandlungsführer auf Seiten des Unternehmens nach Ansicht der belgischen Gewerkschaften von der deutschen Muttergesellschaft nicht mit ausreichenden Entscheidungsbefugnissen ausgestattet sind. 

Die Arbeiter sind seit Wochen in Kurzarbeit, die Angestellten kommen noch zweimal pro Woche zur Arbeit. Damit dürfte jetzt auch Schluss sein. Gestern haben die Arbeiter stundenlang zwei Mitglieder der Geschäftsführung in Seraing festgehalten, um andere Verhandlungsführer zu erzwingen, seit heute blockieren sie den Angestellten den Zugang zum Arbeitsplatz.

Das Foto zeigt das Werk im Jahr 2008.

Montag, 8. Dezember 2014

Mgr. Léonard will in Rente

Zum Ausklang des Tages noch eine gute Nachricht: André Léonard, der Primat... pardon... Primas der belgischen Katholen hat erklärt, er möchte so bald wie möglich in den Ruhestand.

Da kann man ihm, der meint, AIDS sei "eine Art himmlischer Gerechtigkeit", doch nur die Daumen drücken, dass sein Wunsch möglichst bald in Erfüllung geht.

Die linguistische Höflichkeit der N-VA

Der Verlag des französischsprachigen Wochenmagazins Le Vif/L'Express, in etwa der belgische Spiegel, hat letzten Sonntag in Teilen Flanderns kostenlose Exemplare seiner Zeitschrift in Bäckereien ausgelegt. Jeder, der wollte, konnte sich eins mitnehmen. Soviel Großzügigkeit hat einigen Politikern der flämischen Separatistenpartei N-VA nun überhaupt keine Freude gemacht.

Prompt hat sich Philippe Laeremans, der Vorsitzende der N-VA in Zaventem, bitter beim Verlag beschwert. Le Vif/L'Express sei eine französischsprachige Zeitschrift und Zaventem eine rein niederländischsprachige Gemeinde, also nicht etwa eine commune à facilités. Da gebiete es die linguistische Höflichkeit, ausschließlich niederländischsprachige Zeitschriften zu verschenken. Sie könnten ihr Blatt schließlich in der Wallonie oder in Brüssel verteilen.

Derselbe Philippe Laeremans hat letztens noch beim neunzigsten Geburtstag des flämischen NS-Kollaborateurs und Rechtsextremisten Bob Maes eine Ansprache gehalten. Das hat ihm seine linguistische Höflichkeit offenbar nicht verboten.

Statt Pollenindex jetzt der Elektrizitätsindikator

Die belgischen Energieversorger, allen voran die vormals staatliche Electrabel, heute privatisiert und im Besitz der Suez-Gruppe, haben ein Problem. Belgien hat für einen strengen Winter nicht genug Kraftwerkskapazitäten. 

Die Gründe dafür liegen zum einen darin, dass zu viele alte Kraftwerke geschlossen und abgerissen worden sind, die den Franzosen von Suez nicht rentabel genug waren, vor allem aber, dass die halbe belgische AKW-Kapazität wegen verschiedener technischer Probleme abgeschaltet ist. Die belgischen  Atomkraftwerke in Tihange bei Lüttich und Doel bei Antwerpen sind rund 40 Jahre alt und bei beiden Anlagen ist die Hälfte der Reaktoren wegen Rissen im Druckbehälter von der Aufsichtsbehörde stillgelegt worden. Ob und wann sie wieder ans Netz gehen, ist völlig unklar. 

Außerdem hat es in Doel im Sommer eine Notabschaltung gegeben, nachdem große Mengen Öl aus der Turbinenschmierung ausgetreten und in einen Keller gelaufen waren. Es besteht der Verdacht, dass es sich dabei um Sabotage, eventuell sogar mit terroristischem Hintergrund, gehandelt hat. Die Untersuchungen laufen noch.

Das ist aber noch nicht alles. Wenn es im Winter eine längere starke Kälteperiode gäbe, würden auch die vorhandenen Leitungen zu den Nachbarländern nicht ausreichen, um genügende Mengen an Elektrizität zu importieren.

Für diesen Fall gibt es seit diesem Sommer einen Notfallplan, um zu verhindern, dass es zu einem Dominoeffekt kommt und das ganze Netz zusammenbricht. Hierzu sollen in den Verbrauchsspitzenzeiten, z.B. am frühen Abend, gezielt ganze Stadtviertel und Straßenzüge mehrere Stunden lang abgeschaltet werden.  Der Plan hierfür ist im Sommer nicht ohne die üblichen Reibereien zwischen Flamen und Wallonen ausgearbeitet worden, nachdem die erste Fassung ziemlich zu Ungunsten der Wallonen ausgefallen war.

Nun wird in den Nachrichten beim Wetterbericht als neuste Errungenschaft der Elektrizitätsindex angesagt. Auch auf der Website von Meteobelgique ist er zu sehen. Zurzeit steht er auf grün - es sind aktuell keine Abschaltungen zu befürchten. 

Weitere Informationen zu diesen Abschaltungen und Tipps zum Stromsparen gibt es auf der Website offon.be

Das Foto zeigt das belgische AKW Doel, an der Schelde bei Antwerpen.

Samstag, 29. November 2014

Mach's gut, Molière

Heute hat die Dieppe Seaways, ex Seafrance Molière, ihren letzten Arbeitstag für DFDS auf der Relation Calais-Dover gehabt. 

Gerade verlässt sie Calais Richtung Dünkirchen. Von dort geht es weiter nach Gdansk. Offenbar findet der Umbau dort statt. Ihr neues Einsatzgebiet findet sie danach im Januar unter ihrem ursprünglichen Namen Superfast X in der irischen See. 

Ihre elegante Silhouette wird ganz sicher fehlen.

Das Foto zeigt sie 2010 in Dünkirchen nach einem Besuch bei den ARNO. 

Dann war da noch...

...der schwarze Jugendliche in Calais, der zu spät zur Schule gekommen ist. Der Zugschaffner hatte ihn für einen Migranten gehalten und ihm deshalb die Zugtür vor der Nase zugeschlagen.

Donnerstag, 27. November 2014

Seltene Einigkeit

Fast möchte man meinen, dass die Belgier nur noch eines verbindet. 

Während der neue föderale Innenminister Jan Jambon (Aussprache Jann Jammbonn, nicht etwa wie der französische Schinken!) von der flämischen Separatistenpartei N-VA sämtliche belgischen Fahnen aus seinem Amtssitz in Brüssel entfernt hat, haben die flämische, die französische und die deutschsprachige Gemeinschaft Belgiens sich diese Woche in seltener Einigkeit darauf verständigt, gemeinsam daran zu arbeiten, die Aufnahme der belgischen Pommes Frites in das Weltkulturerbe der Unesco zu erreichen.