Mittwoch, 4. September 2013

Larkspur und Gardenia: 25.000 Euro im Monat

25.000 Euro kosten den beiden Fährschiffe der ehemaligen Transeuropa Ferries den Hafen Ostende jeden Monat. Mit diesem Geld wird die Mindestbesatzung bezahlt, die in einem Gezeitenhafen erforderlich ist, um die Vertäuung dem wechselnden Wasserstand anzupassen, sowie die Wartung der Schiffe. 

Laut Hafenbehörde steht man in Verhandlungen mit italienischen und griechischen Interessenten und hofft, dass eines der beiden Schiffe den Hafen bereits im September verlassen kann.

Quelle: Het Nieuwsblad

Dienstag, 3. September 2013

Kein Französisch mehr im Rathaus von Menen

Sonntag sprachen wir noch davon, heute steht gleich wieder etwas dazu im Internet. In der westflämischen Stadt Menen, die unmittelbar an der französischen und der 'innerbelgischen' Grenze liegt, leben viele Franzosen und auch Wallonen. Denen wurde im Rathaus bisher gern auch auf Französisch geholfen. 

Das ist der christdemokratischen Bürgermeisterin Martine Fournier nun zuviel geworden. Wenn sie durch ihr Rathaus gehe, hat die arme Frau dem flämischen Rundfunk VRT erklärt, habe sie oft kaum noch das Gefühl, in Flandern zu sein. Daher hat sie ihre Stadtverwaltung nun angewiesen, ab sofort mit den Bürgern ausschließlich Niederländisch, andere Sprachen hingegen nur noch in Not- und Ausnahmefällen zu sprechen.

Natürlich verstehe sie, dass es für ihre Mitarbeiter nicht angenehm sei, wenn sich Bürger, denen bisher in ihrer eigenen Sprache geholfen worden sei, durch die neue Anordnung vor den Kopf gestoßen fühlen, aber dafür werde sie ihre Leute entsprechend schulen lassen - was immer das heißen mag.

Europa ist schon was Feines.

Quelle: VRT

P.S., 4.9.: Laut de Standaard soll es sich um eine Schulung zum Aggressionsabbau handeln...

Gardenia wird versteigert

Am 14. September wird die Gardenia in Brügge öffentlich versteigert. Falls jemand noch ein Fährschiff braucht, steht alles im Internet auf der Website des Gerichtsvollziehers

In den Allgemeinen Verkaufsbedingungen ist auch nachzulesen, wer alles Forderungen geltend macht.

Sonntag, 1. September 2013

50 Jahre Sprachgrenze

Heute vor 50 Jahren, am 1. September 1963, ist Belgien endgültig in Sprachregionen aufgeteilt worden. Nur Brüssel ist offiziell zweisprachig.

Es war zwar immer wieder vorgeschlagen worden, ganz Belgien zweisprachig zu organisieren, aber das war den Flamen nicht recht. Sie befürchteten - nicht ganz zu Unrecht - dass dies wieder nur zur Dominanz des Französischen führen würde. Und so ist am 1. September 1963 ein für alle mal festgelegt worden, wo was gesprochen wird. Selbst wenn ein flämischer oder wallonischer Bürgermeister seinen Bürgern heute ermöglichen wollte, mit seiner Stadtverwaltung auch in einer der anderen Landessprachen zu verkehren - er dürfte es nicht.

Einzige Ausnahme sind die sog. Gemeinden mit Fazilitäten (frz. communes à facilités), in denen so große Anteile der jeweils anderen Sprachgruppe leben, dass dort Ausnahmen gelten. Das ist in einigen Gemeinden im flämischen Umland von Brüssel und z.B. in Kelmis/La Calamine an der deutschen Grenze der Fall. 

Einige Gemeinden haben damals sogar das Sprachgebiet gewechselt, so z.B. die berühmt-berüchtigten Fourons, an der niederländischen Grenze. Sie haben von der Staatsgründung 1830 bis 1963 zur wallonischen Provinz Lüttich gehört, womit die Sprache der Verwaltung das Französische war, und sind 1963, als Ausgleich für eine andere Gemeinde, der flämischen Provinz Limburg angegliedert worden. Hintergrund dieser Schnapsidee war, dass die Bevölkerung in Schulen und Verwaltungen zwar Französisch, im täglichen Umgang aber auch ein Limburger Platt sprach. Und auch das mit dem angegliedert ist so eine Sache, denn die Fourons haben geografisch keine Verbindung zum restlichen Flandern. 

Aber es hatte wohl niemand damit gerechnet, dass es soviel Widerstand geben würde. Die Frankophonen hatten nach wie vor die Mehrheit, der Streit hat sogar in den 80er Jahren eine Regierung in Brüssel zu Fall gebracht und es hat bis 2000 gedauert, bis die Niederländischsprachigen im Gemeinderat mit vielen Tricks und Schlichen zum ersten Mal eine Mehrheit hatten, und das auch nur wegen einer EU-Richtlinie, die den dort wohnenden 17% Niederländern bei Kommunalwahlen erstmals das Wahlrecht gab. 

Heute ist es ruhiger geworden, nicht zuletzt, weil die Anzahl der Frankophonen stetig abnimmt. Viele sind den Streit satt und die Gemeinde sorgt mit einem Vorkaufsrecht dafür, dass von den Frankophonen verkaufte Häuser hinterher in die 'richtigen' Hände kommen.

Samstag, 24. August 2013

Nur noch 341

Was haben nur noch 341 Haushalte in Belgien, während die Anzahl derer, die das andere haben, erstmals über 3 Millionen gestiegen ist?

Die Antwort liefert die Vereinigung der belgischen Internet-Provider im de Standaard: nur noch 341 Haushalte haben eine Internet-Einwählverbindung, also einen Zugang, bei dem sie sich per ISDN oder analogem Telefon über ein Modem zeitweise einwählen. Die meisten Provider bieten diese Art des Zugangs schon gar nicht mehr an. Im Vergleich dazu haben mittlerweile über 3 Millionen belgische Haushalte einen Breitbandanschluss.

Sonntag, 18. August 2013

Die vier Großen

PLATZ DER VIER GROSSEN
          1940 - 1944
In Anerkennung den Staatsmännern
CHURCHILL - de GAULLE
              ROOSEVELT - STALIN
          Verteidiger
der Freiheit und der Demokratie

Place des Quatre Grands - Jemeppe-sur-Meuse (B) - 17. 8. 2013

Montag, 12. August 2013

Die belgische Küste wird immer flämischer

Laut einem Bericht in Het Nieuwsblad nimmt die Anzahl der wallonischen Touristen an der belgischen Küste weiter ab - seit 2005 um weitere 20 Prozent. 2012 hatten die Wallonen unter den Urlaubern nur noch einen Anteil von rund einem Fünftel. 

Die Gründe dafür sind klar: zu teuer, zu viele hässliche Hochhäuser direkt am Strand und der zunehmende Nationalismus der Flamen, vor allem in den letzten Jahren unter den Einfluss der N-VA. Die hat die belgische Küste unterdessen komplett abgeschafft. Überall heißt sie nur noch die flämische Küste - de Vlaamse Kust - auch in der Überschrift des oben verlinkten Zeitungsartikels. Selbst hier in Köln fuhr letztes Jahr ein Linienbus mit dieser Aufschrift als Reklame. Kein Wort davon, dass diese Küste immer noch in Belgien liegt.

Und so wundert es wenig, dass die Wallonen lieber an die Côte d'Opale fahren, also die nordfranzösische Küste gleich hinter der Grenze. Dort sind die Zimmerpreise günstiger, die Strände nicht so voll und sie müssen nicht befürchten, schief angesehen zu werden, wenn sie Französisch sprechen.

Dienstag, 6. August 2013

Donnerwetter!


Gestern abend hat es in Knokke ein recht spektakuläres Wetterchen gegeben. Mit Böenwalze und Dauerblitzen. 

Am gleichen Abend hat eine Windhose im flämischen Lier bei Antwerpen das Dach des Fußballstadions demontiert.

Montag, 5. August 2013

Ostend Spirit angeblich verkauft

Es verdichten sich die Hinweise, dass P&O die aktuell noch in Tilbury aufgelegte Ostend Spirit, besser bekannt als Pride of Calais, zur Verschrottung in der Türkei verkauft hat.