Donnerstag, 4. August 2011

3 Euro

Nun ist es offiziell: DFDS und LD Lines haben ein Angebot zur Übernahme der Seafrance abgegeben. Immerhin 3 Euro. Dafür soll die Anzahl der Beschäftigten nochmals auf 450 verringert werden. Und da sich damit keine drei Schiffe betreiben lassen, würde die Molière ebenfalls gehen müssen.

Als nächstes wird sich die Betriebsversammlung mit diesem Angebot befassen.

Donnerstag, 21. Juli 2011

Ein königliches Donnerwetter



Traditionsgemäß gab es heute zum belgischen Nationalfeiertag die Ansprache des Königs. Wie immer hatte man eine wenig kontroverse Rede erwartet, in der es eher allgemein um Werte und Ethik gehen würde. Umso überraschter waren die Belgier, dass König Albert II. mit nie gehörter Deutlichkeit die aktuelle Regierungskrise angesprochen, mit nachdrücklicher Gestik auf die Gefahren hingewiesen und die verantwortlichen Politiker eindringlich zum Handeln ermahnt hat.

Die Bürger rief er auf, aufeinander zuzugehen und die Sprache der jeweils Anderen zu erlernen.


So gab es denn zum Ende der Rede nicht die üblichen Wünsche für einen angenehmen oder gar - wie im letzten Jahr - einen behaglichen, sondern für einen wirklichen Nationalfeiertag, wie man auch im kurzen deutschen Teil zum Ende der Ansprache hören kann.

Dem König selbst ist auch nicht zum Feiern zu Mute. Er war zwar heute morgen beim Te Deum in der Kathedrale St. Michel et Gudule in Brüssel anwesend und nimmt auch heute nachmittag die Parade der Streitkräfte ab, dem anschließenden Volksfest bleiben er und die Königin dieses Jahr aber fern.

Geschichten aus dem real existierenden Kapitalismus (8)

Heute: Veräppeln kann ich mich selbst

Aus der Sendungsverfolgung des Götterboten:



Die haben die Sendung jetzt also schon dreimal zum Feierabend einfach wieder mit reingenommen.

Den Abruf der dämlichen Textbausteine bei deren Kundendienst habe ich mir erspart. Das war jedenfalls das letzte Mal, daß ich irgendwo gekauft habe, wo dieser Saftladen als Transporteur fungiert.

Nachtrag, 21. 7., 19.00 Uhr - Das mußte doch noch zu toppen sein:



Heute ist wieder nichts angekommen. Die haben mein Paket unterdessen allen Ernstes schon viermal vor meiner Haustür vorbeigefahren.

Servicewüste Deutschland...

Ich habe sie jetzt doch mal angemailt:

Ihre Sendungsnummer .......

Heute ist wieder nichts angekommen. Diese Sendung haben Sie laut Ihrer eigenen Sendungsverfolgung unterdessen zum vierten Mal vor meiner Haustür vorbeigefahren, ohne sie abzuliefern.

Sagen sie mal, wollen Sie mich verarschen?

Mit freundlichen Grüßen,
Ralf ....

Mal sehen, was sie antworten.

Nachtrag, 22. 7.: Die Sendung ist tatsächlich heute angekommen. Und da man ja auch das Positive erwähnen sollte: sie haben es immerhin geschafft, das Päckchen vier Tage durch die Gegend zu kegeln und nur einen der fünf Röhrensockel zu zertrümmern.

Dienstag, 19. Juli 2011

Ougrée: ...doch länger aus?

Die Abschaltung der Flüssigphase in Ougrée und Chertal während etwa sechs Wochen von Ende Juli bis Mitte September ist schon länger geplant. Der Hochofen soll eine neue Kühlung bekommen und auch die Gießbühne wird erneuert. Das Stahlwerk soll einen neuen Konverter erhalten. Alles in allem Investitionen von 30 bis 40 Mio. Euro.

Als Termin für den Beginn der Arbeiten ist der 29. Juli angesetzt worden.


Fraglich ist jedoch mittlerweile, ob es bei nur sechs Wochen bleibt. Die Abschaltung könne sich, je nach der Konjunkturentwicklung, mindestens über das gesamte dritte Halbjahr erstrecken, heißt es nun.

Freitag, 27. Mai 2011

Metro Gaga

Es kommt keine Ruhe in die Metro-Musik-Affäre. Nachdem die STIB jetzt auch noch einen Deal mit der Plattenfirma von Lady Gaga abgeschlossen hat, deren neues Album in der Metrobeschallung nun ständig läuft, reicht es auch der zuständigen Ministerin Brigitte Grouwels von den flämischen Christdemokraten (CD&V).

"Als zuständige Ministerin verstehe ich die Bedenken der STIB, um in der Sprachenfrage neutral zu bleiben. Die jetzige Regelung führt jedoch dazu, daß einheimische Künstler gegenüber den ausländischen Interpreten benachteiligt werden. Daher werde ich die STIB auffordern, eine Regelung zu erarbeiten, die die Ausstrahlung einer ausreichenden Anzahl von Liedern in den beiden Amtssprachen der Region Brüssel-Hauptstadt in unseren Metrostationen erlaubt", so die Ministerin in ihrem Blog.

Als wären sie in Brüssel nicht gaga genug. Gestern hat der Vorsitzende der wallonischen Sozialisten, Elio di Rupo, der vom König wieder einmal mit der Regierungsbildung beauftragt worden ist, Journalisten gegenüber den berüchtigten Plan B, also die Teilung Belgiens, nicht mehr ausgeschlossen, falls in dieser Runde keine Einigung erreicht werden sollte.

Mittwoch, 25. Mai 2011

Die wirklichen Probleme in Belgien

Belgien hat auch ein Jahr nach der Wahl immer noch keine neue Regierung, die Ratingagenturen drohen deshalb schon mit einer Herabstufung, aber offenbar haben die Belgier derweil ganz andere Sorgen.

Brüssel ist offiziell zweisprachig, also französisch und niederländisch. Die Verkehrsbetriebe der Hauptstadt, die Société des Transports Intercommunaux de Bruxelles (STIB), beschallen seit einiger Zeit die Bahnsteige der U-Bahn mit Popmusik aus den internationalen Hitparaden, also hauptsächlich englischsprachigen Titeln. Um das alles ein wenig aufzulockern, waren eine Weile auch Titel französichsprachiger Interpreten gelaufen, was sofort zu Protesten der niederländischsprachigen Brüsseler geführt hatte. Die verlangten auch niederländischsprachiges, worauf die STIB argumentierte, das käme in den internationalen Hitparaden nicht vor. Also sind die Franzosen jetzt auch wieder rausgeflogen, so sie denn nicht auf Englisch singen.

Nun läuft wieder ein Mix aus englischen (70 %), spanischen und italienischen (je 15 %) Titeln. Das alles bis 21 Uhr. Danach läuft sowieso Klassik.

Solche Probleme sind in Brüssel nichts neues. Es war gerade schwierig genug, eine für Alle annehmbare Regelung zur Reihenfolge der Sprachen bei den Ansagen in den Stationen zu finden. Seither laufen in der einen Hälfte der Stationen zuerst die französischen und der anderen zuerst die niederländischen Ansagen.

Felix Belgia...

Quelle: La Meuse

Sonntag, 22. Mai 2011

10. Transphotographiques in Lille



Am Donnerstag ist es wieder soweit. Zum mittlerweile zehnten Mal eröffnen in Lille und an mehreren anderen Orten in Nordfrankreich die Transphotographiques, eine Reihe von Ausstellungen und Veranstaltungen, die mittlerweile auch international einen guten Ruf genießt.

Thema ist diesmal "Nords". Man beachte den Plural, denn es geht nicht nur um Nordfrankreich, sondern auch um weitere nördliche Regionen. Highlights dieses Jahr sind Ausstellungen mit Fotos u.a. von Basilico, Charbonnier, Marquis, Cartier, Nefzger, Konopka, Tourneboeuf, Bechet und Brunelli.

Mehr unter www.transphotographiques.com

Mittwoch, 18. Mai 2011

Die Deutsche Welle schafft sich auch ab

Zum 1. November 2011 ist Schluß mit dem deutschen Programm auf Kurzwelle und nicht nur damit:

Zum 1. November 2011 stellt die DW die Kurzwellenübertragung auf Deutsch, Russisch, Farsi und Indonesisch ein.

Farsi, soso... Die Mörderbande in Teheran wird es freuen.

Für das Englische Programm wird die KW-Ausstrahlung auf Afrika begrenzt, die Sendezeit des Chinesischen Programms wird von 120 Minuten auf 60 Minuten reduziert. ... Von November an strahlt die DW dann noch in folgenden Sprachen Radioinhalte via Kurzwelle aus: Amharisch, Chinesisch, Dari, Englisch und Französisch für Afrika, Haussa, Kisuaheli, Paschtu, Portugiesisch für Afrika und Urdu.


Die Programme auf Kurzwelle werden von rund 260 auf 55 Stunden täglich reduziert, die KW-Relaisstationen in Portugal und Sri Lanka werden geschlossen.


Dafür wird das Internetangebot ausgebaut. Erreicht werden sollen damit unter anderem:

...Menschen, die sich in autoritären Staaten aktiv für Demokratie, Freiheitsrechte und Fortschritt einsetzen und so die Zivilgesellschaft stärken.

Dumm nur, daß mittlerweile jedes Unrechtsregime weiß, wie man den Zugang zum Internet nach Belieben auf- und zumachen kann.

Das ganze zynische Gefasel zu dieser Aktion, die vor allem dazu dienen soll,
die Wettbewerbsfähigkeit der DW auf dem internationalen Medienmarkt dauerhaft zu sichern, kann man hier nachlesen.

Ich bin dafür, den Laden zum 1. November von "Deutsche Welle" in "Deutscher Bitstream" umzubenennen oder besser gleich ganz dichtzumachen.

Mittwoch, 11. Mai 2011

Rettet den analogen Rundfunk

Die Mittelwelle leidet schon länger an galoppierender Schwindsucht, und unsere Regierung plant still und heimlich, bis 2015 den analogen UKW-Rundfunk komplett abzuschaffen.

In der Praxis heißt das, wir können in nur vier Jahren *alle* unsere Radios auf den Müll werfen, vom Autoradio bis zum High-End-HiFi-Tuner. Millionen und Abermillionen von Geräten. Was für ein Schwachsinn!


Dagegen läuft zur Zeit eine Online-Petition, die dringend noch ein paar Unterschriften gebrauchen kann.