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In Belgien ist bekanntlich alles etwas komplizierter. So gibt es dort drei Regionen, nämlich Flandern, die Wallonie und Brüssel. Die Regionen sind für gebietsbezogene Themen wie Wirtschaft, Arbeit, Landwirtschaft, Energie, Verkehr (mit Ausnahme der Staatsbahn SNCB) Umwelt, Raumordnung und Städtebau, Naturschutz, Außenhandel und die untergeordneten Gebietskörperschaften zuständig.
Dazu gibt es drei Gemeinschaften für die drei Landessprachen: die Flämische Gemeinschaft, die Französische Gemeinschaft (die heißt wirklich so, nicht etwa französischsprachig) und die Deutschsprachige Gemeinschaft. Diese Gemeinschaften sind für die Dinge zuständig, die mit den Bewohnern und ihrer Sprache zusammenhängen: Kultur, Bildung, den Gebrauch der Sprachen, Gesundheit, Jugendschutz usw.
Der Rest, also Finanzen, Verteidigung, Außenpolitik usw., ist Sache der föderalen Ebene.
Alle Regionen und Gemeinschaften haben eigene Parlamente oder Räte, womit wir einschließlich des föderalen Parlaments auf sieben Parlamente mit entsprechenden Heerscharen von Ministern, Ministerialbeamten usw. kommen.
Das ist aber immer noch zu einfach. Die Gemeinschaften entsprechen in ihren Gebieten nicht unbedingt den Regionen. So gibt es keine deutschsprachige Region, denn das Gebiet der Deutschsprachigen Gemeinschaft ist Teil der Wallonie.
Das behagt den Germanophonen schon länger nicht mehr, denn eigentlich wären sie auch gern eine Region. Immerhin haben sie es - unter geschickter Ausnutzung des Dauerstreits zwischen Flamen und Wallonen - geschafft, einiges an Kompetenzen in ihre Zuständigkeit zu ziehen. Um dem Ganzen auch nach außen hin etwas mehr den Anstrich einer eigenen Region zu geben, haben sie unlängst im wallonischen Parlament beantragt, an ihren 'Grenzen' Schilder mit der Aufschrift "Willkommen in Ostbelgien" aufzustellen.
Überhaupt sei Ostbelgien eine viel bessere Bezeichnung, zumal die Abkürzung DG für Deutschsprachige Gemeinschaft ständig mit Dolce&Gabbana oder Dachgeschoss verwechselt würde.
Regionalminister für öffentliche Arbeiten, Maxime Prévot, lehnte dieses Ansinnen mit der Begründung ab, die Deutschsprachigen seien schließlich auch Wallonen, die halt Deutsch sprächen.
Das hätte er nicht sagen dürfen, und das Geschrei in Ostbelgien ist mittlerweile so groß, dass es sogar die taz - die schon fröhlich von einer Region schreibt - und die Tagesschau erreicht hat. Daher und zur Klarstellung dieser kleine Artikel mit Hintergrundinformationen.
Ach ja, noch der Vollständigkeit halber: die Region Brüssel Hauptstadt hat knapp 1.2 Mio. Einwohner, Flandern rund 6,5 Mio. und die Wallonie etwa 3,6 Mio, davon etwas über 70.000 deutschsprachige Bürger, also etwa so viele Einwohner wie Troisdorf bei Köln.
Die RTBF hat bei ihren Hörfunkprogrammen mal wieder alles auf den Kopf gestellt. Hier sind die neuen URL:
http://lapremiere.ice.rtbf.be/lapremiere-64.aac
http://vivaciteliege.ice.rtbf.be/vivaliege-64.aac
http://musiq3.ice.rtbf.be/musiq3-128.aac
Gemeinerweise ist das ein neueres AAC, das ältere Internetradios, z.B. der DNT IPdio tune, nicht verstehen. Der bisherige MP3-Stream von La Première scheint dieser Aktion komplett zum Opfer gefallen zu sein.
Wohl wegen der Abstimmung über die Ehe für Alle hat es am letzten Freitag das "Vierte Gesetz zur Änderung des Telekommunikationsgesetzes" nicht mehr auf die Tagesordnung des Bundestags geschafft.
Zur Erinnerung: Das war die Gesetzesvorlage, nach der künftig 'hochwertige' Radios - definiert als alle Radios, die auch den Sendernamen anzeigen - nicht mehr nur mit UKW-Empfang hätten verkauft werden dürfen. Zusätzlich (!) hätte wahlweise ein Empfangsteil für DAB+ oder Internetradio eingebaut sein müssen.
Das ist jetzt erst einmal vom Tisch und alle, die sich seit Monaten über den angeblich bevorstehenden Untergang des Abendla... pardon... des analogen Radios aufgeregt haben, können sich erst einmal wieder setzen.
Mit solcher Liebe zum Detail haben sie früher in Belgien Brücken über die Eisenbahn gebaut.
Slijkensesteenweg, Ostende (B) - Pentax K-3, HD-DA 55 - 300 mm
Nein, die seligen Zeiten der nationalen Kleinbahngesellschaft SNCV (oder NMVB in Flandern) sind nicht wieder zurück und die Fahrten finden per Tieflader ohne Fahrgäste statt. Wie jeden Sommer geht eine Reihe Hermelijn-Triebwagen aus Antwerpen und Gent auf die Reise zur Küstentram, um dort während der Hochsaison als Verstärker eingesetzt zu werden. Insgesamt 13 Stück werden in diesen Tagen nachts nach Ostende gebracht.
Bevor sie dort zum Einsatz kommen, müssen noch einige Anpassungen vorgenommen werden. Der Stromabnehmer erhält ein breiteres Schleifstück, die Haltestellenanzeige muss umprogrammiert und der Sprechfunk umgestellt werden. Außerdem erhalten die Wagen seitliche Trittbretter, denn sie sind auf Höhe der Einstiege 30 cm schmaler als die an der Küste eingesetzten BN-Triebwagen. Das gäbe sonst an den Haltestellen mit Bahnsteigen zu große Lücken.
Auch der Transport der fast 30 m langen Fahrzeuge ist kein Kinderspiel, oder wie Het Nieuwsblad zu berichten weiß, geen kattenpis. Soso...
Das Foto zeigt einen der beiden Hermelijn, die ganzjährig an der Küste bleiben. Sie werden dort zur Fahrerschulung und wochentags zwischen Ostende und Westende eingesetzt.
Foto: Ostende (B), 18.4.2017 - Pentax K-3, HD-DA 55-300 mm.
Erste Berichte im April, Ricoh könnte sich vom Kamerageschäft trennen, waren noch zurückgewiesen worden. Unterdessen gibt das Unternehmen offiziell zu, in der tiefsten Krise seiner Geschichte zu stecken. Vor allem das Kerngeschäft, Multifunktionsdrucker, ist förmlich implodiert.
Berichte in der asiatischen Finanzpresse, z.B. bei Nikkei, lesen sich mehr als besorgniserregend.
Laut dem neuen CEO sollen in den nächsten Jahren fast 1 Milliarde Dollar, hauptsächlich im Vertrieb, eingespart werden. Da ist die Versuchung natürlich groß, weniger profitable Bereiche abzugeben oder gleich zu schließen.
So, wie man ihn auf meinem zehn Jahre alten Foto sieht, hatte der alte Fischkutter jahrelang im Hafen von Herstal gelegen. Ein Lütticher hatte das komplette aus Holz gebaute Schiff vor Jahren gekauft und dann doch nicht die Mittel, es zu restaurieren.
Vor einigen Monaten war es im Rahmen einer Kunstaktion mit Kränen und einem Lastkahn nach Lüttich ans Maasufer gebracht und als Bateau-Vivre mit Obst- und Gemüsepflanzen begrünt worden. Nach dem Ende der Aktion ist es, wiederum per Lastkahn, in den Hafen von Seraing gebracht und dort an Land deponiert worden.
Da ist es letzte Nacht durch einen Brand völlig zerstört worden. War ganz bestimmt Selbstentzündung... Hätte doch jedem klar sein müssen, dass man sowas in Seraing nicht einfach liegen lassen kann.
Quelle: La Meuse