Donnerstag, 21. August 2014

Kein Anschluss unter dieser Nummer...

Bitte nicht wundern, wenn hier Funkstille herrscht. Wir sind seit mittlerweile 3 Wochen ohne Festnetztelefon und Internet. Die Chaoten von Netcologne haben ihre Vermittlungstechnik, an der wir angeschlossen sind, am anderen Ende des Viertels in einem privaten Heizungskeller hängen und versuchen schon seit Wochen, dort den Hausmeister zu erreichen, damit der ihnen aufschließt und sie ihren Krempel reparieren können.

Wir halten uns so gut es geht per GSM und UMTS über Wasser, aber da muss das Bloggen halt ein wenig zurückstehen.

Sonntag, 10. August 2014

Kleine Abkühlung gefällig?

Hier ist die angekündigte Kaltfront ziemlich undramatisch durchgezogen. Gerade eben im Hof aufgenommen:

 

Aufnahme mit iPhone 4 und Tascam iM2X. Das kleine Ding funktioniert sehr manierlich und ist dank seiner geringen Größe eine geniale Immer-Dabei-Lösung. Der Hinweis von Tascam wegen iOS7 ist offenbar überholt. Hier geht es unter 7.1.2 am iPhone 4 und am iPad 3 einwandfrei.

Es empfiehlt sich jedoch, bei Aufnahmen mit hoher Empfindlichkeit den Flugmodus zu aktivieren - das GSM-Signal stört sonst hörbar. Das wird aber auch in der Anleitung so empfohlen. 

Offenbar wird es nicht mehr hergestellt und bei etlichen Händlern jetzt ausverkauft, weil es an den neuen iPhones mit Lightning-Stecker nicht funktioniert. Ich habe in den letzten Wochen zwei Stück für jeweils unter 40 Euro inklusive Porto (und in einem Fall sogar allen Einfuhrabgaben aus USA) erbeutet.

Donnerstag, 7. August 2014

He, Sie da! Ihr Zug rostet!

Jetzt haben die Jungs von Infrabel auch den letzten Rest der "Sammlung" Ley aus dem Montzener Bahnhof in das Gleis nach Hombourg der ehemaligen Linie 38 gedrückt, bevor das demnächst vom Netz getrennt wird.

Hintergrund ist ein umfangreicher Rückbau im Bahnhof Montzen. Die letzten beiden Stellwerke werden Ende des Jahres auf Fernsteuerung umgestellt. Die Gleisharfe der Richtungsgruppe West verschwindet völlig. Das Einfahrtgleis aus Richtung Visé im Vordergrund unten kommt mit den zugehörigen Weichen ebenfalls weg.

Das Material oben im Bild wird größtenteils verschrottet, weil es völlig verrottet und für eine museale Erhaltung uninteressant ist, z.B. die ganzen Lazarettwagen der britischen Rheinarmee, rechts im Bild. Davon ist mindestens ein halbes Dutzend dabei. Einen hat die Lontzener Feuerwehr letztens im Rahmen einer Rettungsübung schon weitgehend zerlegt.

Foto: Hombourg (B), 1.8.2014

Dienstag, 5. August 2014

Die belgischen Eisenbahner im 1. Weltkrieg

Eine der vielen Veröffentlichungen zum 100. Jahrestag des Ausbruchs des ersten Weltkriegs beschäftigt sich mit der Rolle der belgischen Eisenbahner in diesem Konflikt. 

Um sich eine Vorstellung davon zu machen, wie groß die strategische Bedeutung von Eisenbahnen in dieser Zeit war, reicht es, sich vor Augen zu führen, das es in Belgien 1914 etwa dreimal mehr Lokomotiven als Autos gab.

Die ganze deutsche Kriegstaktik baute auf einem schnellen Transport von Truppen und Waffen per Bahn auf. Frankreich sollte auf diese Weise in sechs Wochen komplett überrannt werden.

Dafür, dass das so nicht verwirklicht werden konnte, haben nicht zuletzt die belgischen Eisenbahner in der Region Lüttich gesorgt. Sie haben, teilweise noch in der Nacht vom 2. zum 3. August 1914, Tunnel und Brücken der Bahninfrastruktur zwischen der belgisch-deutschen Grenze und Lüttich zerstört und dafür gesorgt, dass fast das gesamte Rollmaterial, also Loks und Wagen, ins Landesinnere und im weiteren Verlauf nach Frankreich geschafft werden konnte. Allein über die unlängst endgültig unterbrochene eingleisige Strecke von Adinkerke nach Dünkirchen sind rund tausend Lokomotiven und tausende Reisezugwagen und Güterwaggons nach Frankreich gerollt. Vieles davon wurde während des Konflikts in Frankreich eingesetzt oder den britischen Truppen  nach ihrer Ankunft auf dem Kontinent zur Verfügung gestellt. Was nicht aus Belgien gerettet werden konnte, wurde - ebenso wie die Strecken, Signalanlagen und Kommunikationseinrichtungen - zerstört, um es nicht in die Hand der Deutschen fallen zu lassen.

Im weiteren Verlauf des Konflikts haben die belgischen Eisenbahner - in der belgischen Armee und außerhalb - auf vielfältige Weise ihren Beitrag geleistet und oft weit mehr als das. Viele von ihnen haben dafür mit dem Leben bezahlt. 

Louis Maraite, bis Anfang dieses Jahres Pressesprecher der SNCB, hat zu diesem Thema ein Buch verfasst, das es im Internet kostenlos zum Download gibt: Le rôle des cheminots dans la bataille de Liège.

Montag, 4. August 2014

Warum der Wiener Kaffee heute ein Lütticher Kaffee ist

Als die Franzosen vor ein paar Jahren keine Lust hatten, mit den "Willigen" in den Krieg zu ziehen, waren die Amerikaner so sauer, dass die Pommes Frites dort nicht mehr French Fries, sondern Freedom Fries hießen. Für eine Weile jedenfalls.

Und wer bisher gemeint hat, dass der Eiskaffee in Frankreich und Belgien seit jeher ein Café Liégeois war, der wurde dieser Tage durch die Berichte zum 100. Jahrestag des deutschen Einmarschs in Belgien eines besseren belehrt. Bis 1914 war das nämlich ein Wiener Kaffee, ein Café Viennois.

Nachdem die Belgier den deutschen Vormarsch auf Frankreich Anfang August 1914 an der Maas tagelang aufgehalten und den Franzosen so deutlich mehr Zeit für die Vorbereitung auf den deutschen Angriff verschafft hatten, ist der Stadt Lüttich kollektiv der französische Orden der Ehrenlegion verliehen worden, die Station Berlin der Pariser Metro heißt seither Liège und der ehemals Wiener Kaffee wurde zum Café Liégeois. So heißt er noch heute.

Wobei der Eiskaffee wohlgemerkt nicht mit den Produkten der Firma Café Liégeois in Herve zu verwechseln ist. Die heißt so, weil sie der Familie Liégeois gehört. Deren Kaffee ist aber auch von ganz hervorragender Qualität. So gut, dass es seit vielen Jahren in diesem Haushalt nichts anderes mehr gibt. Wer nach Verviers kommt, sollte unbedingt einen Abstecher in die Rue de l'Harmonie 44 machen. Dort gibt es ihn nicht nur zu kaufen, man kann ihn auch an Ort und Stelle genießen. Bonne dégustation !

Mittwoch, 23. Juli 2014

Dienstag, 22. Juli 2014

MFL - Steigt Eurotunnel aus?

Bei der Pressekonferenz zu den Halbjahreszahlen von Eurotunnel, die wieder einen Verlust von 11 Millionen Euro ausweisen, ist Generaldirektor Jacques Gounon auch auf das Thema MFL eingegangen. Schließlich ist die Fährlinie der Hauptgrund für diese Verluste.

Offenbar sucht man nun bei Eurotunnel nach einem Weg, aus diesem Abenteuer, das auch auf längere Sicht keine Gewinne verspricht, wieder herauszukommen. 

"Die wahrscheinlichste Hypothese für das Ende des Jahres ist, dass My Ferry Link eingestellt wird", so Gounon. 

Die Chancen, dass die von Eurotunnel bei der CMA eingelegte Berufung zugunsten der Reederei ausgehe, seien zwar gut, es sei aber wahrscheinlich, dass der Einspruch bei der Anordnung der CMA, am Ende des Jahres den Betrieb der Schiffe nach Dover einzustellen, keine aufschiebende Wirkung habe. Daher könne  es sein, dass das Urteil erst im nächsten Jahr käme, nachdem MFL bereits den Betrieb eingestellt hätte.

So wäre Eurotunnel aus dem Dilemma heraus und könnte der CMA die Schuld in die Schuhe schieben. Man darf gespannt sein, was die 600 Beschäftigten der Fährlinie davon halten.

Das Foto zeigt die Rodin bei der Einfahrt in Calais im Mai 2013.

P.S.: Jetzt verbreitet schon Libération den Unsinn, Eurotunnel hätte das Unternehmen Seafrance übernommen.