Dienstag, 28. Juli 2015

Jeder blamiert sich so gut, wie er kann

15.000 flämische Beamte haben letztens eine Mail erhalten, in der sie aufgefordert wurden, zur Einziehung offenstehender Reisekosten umgehend ihre Kontodaten anzugeben. Andernfalls würden von ihrer Kreditkarte pauschal 20.000 Euro abgebucht.

Angeblicher Absender dieser Mails war die Bahngesellschaft Thalys, mit Firmenlogo und allem Drum und Dran. Die wurde daraufhin tagelang mit den Anrufen verunsicherter Beamter überschwemmt. 

Unterdessen ist die ganze Angelegenheit aufgeklärt. Die Regierung der Region Flandern hatte diese Mails verschickt, um herauszufinden, wie anfällig ihre Staatsdiener für Phishing-Versuche sind. Sie hat sich unterdessen bei ihren Mitarbeitern und bei Thalys entschuldigt.

Ab dem 6. August in die eigene Tasche

In Deutschland wird zwar oft und gern über die vielen Steuern gemeckert, aber die berufstätigen Belgier gehören bei der Steuerlast in Europa immer noch zu den traurigen Spitzenreitern. Noch bis zum 5. August dieses Jahres werden sie ausschließlich für den Staat arbeiten.

Donnerstag, 16. Juli 2015

Super morgen 6,5 Cent billiger

Die Entwicklung der Kraftstoffpreise funktioniert in Belgien anders als in Deutschland. Eine staatliche Behörde gibt, abhängig von den Schwankungen der Preise für Rohöl und der biologischen Ausgangsprodukte, einen Höchstpreis vor. Teurer darf niemand verkaufen, aber nach unten ist alles offen. Damit ist dem in Deutschland üblichen Spiel mit den leidigen Preiserhöhungen z.B. zu Ostern und in der Urlaubszeit ein Riegel vorgeschoben.

Der kleine Ausschnitt aus der Website Carbu.be zeigt die Maximalpreise für heute und morgen, wobei eine Senkung um 6,5 Cent pro Liter auch in Belgien eher selten vorkommt. 

Die günstigen Tankstellen bieten Superbenzin heute um 1,40 € an, morgen dürften es um 1,35 € sein.

Man beachte auch den Preis für Autogas. An den günstigsten Zapfsäulen liegt er seit Wochen bei 30 Cent. 

Dienstag, 14. Juli 2015

Der königliche Mayonnaisen-Erlass

Der Königliche Erlass vom 12. April 1955 besagt:

Artikel 1. Vorbehaltlich der Bestimmungen des Artikels 2, Absatz 2, dürfen nur Produkte, die mindestens 80% Fett und 7,5% Eigelb enthalten und ausschließlich aus für den menschlichen Verzehr geeigneten pflanzlichen Fetten, Hühnereigelb und Essig sowie anderen Spezereien, mit oder ohne Zusatz von Fruchtsäften, Zucker, Gewürzen oder Aromastoffen, bestehen, mit dem Ziel verkauft, zum Verkauf angeboten, vorgehalten oder transportiert werden, sie unter der Bezeichnung "Mayonnaise" zu verkaufen oder zu liefern.

Die übrigen Artikel definieren, was verdorbene Mayonnaise ist, die nicht verkauft werden darf. 

Angesichts der Tatsache, dass die Mayonnaise unter allen Saucen, mit denen der Belgier seine Frites verzehrt, immer noch den ersten Platz einnimmt, ist das natürlich ein Frage von nationaler Bedeutung.

Doch nun regt sich Widerstand. Die Mayonnaisenhersteller verlangen eine flexiblere Regelung. Sie sehen sich gegenüber ihren ausländischen Konkurrenten im Nachteil, die auch Mayonnaise light mit weniger Fett herstellen dürfen, und die Nachfrage nach Produkten mit weniger Kalorien steigt unaufhaltsam.

Dagegen sind die Verbraucherverbände, die eine Aufweichung der Qualitätsstandards befürchten. Nun soll es demnächst beim Verbraucherminister zu diesem Thema einen Runden Tisch geben.

Donnerstag, 2. Juli 2015

Keine Badelatschen mehr bei Eurotunnel

Nord Littoral hatte heute einen Artikel, im Terminal des Kanaltunnels würden als Maßnahme zur Erhöhung der Sicherheit künftig Badelatschen, Espadilles und ähnlich leichtes Schuhwerk verboten. 

Immerhin nehmen sie das ganze Elend noch mit Humor.

Seit heute Abend lassen die Streikenden die Schiffe der P&O den Hafen von Calais wieder ohne Einschränkungen anfahren. Dass die tagelang einfach so  nach Boulogne gefahren sind und ihnen auf dem Weg dahin eine lange Nase gemacht haben, muss sie ziemlich gewurmt haben.

Hintergrund ihrer Nachgiebigkeit ist aber eher, dass es heute ein Gespräch mit dem Verkehrsstaatssekretär Alain Vidalies gegeben hat. Der wird sich nun morgen mit Tunnelchef Gounon und am Montag mit Vertretern von DFDS treffen. Man hat die Hoffnung bei der SCOP noch nicht ganz aufgegeben und will sich kompromissbereit zeigen.

Sense!

Fragt sich nur, wie wir demnächst nach England kommen. DFDS ist mir aus Prinzip zuwider und meist zu teuer und die Schiffe der P&O haben den Charme des Wartesaals beim Ausländeramt.

Am Ende müssen wir wieder Chicken Tikka vom hiesigen Aldi essen.

Die gute alte Zeit

Sag noch mal einer, die gute alte Analogfotografie hätte nicht auch ihre Vorteile gehabt.

Bei der Hitze hätte man sich früher ins angenehm kühle Kellerlabor verzogen und ein paar Abzüge gemacht.

Da steht zwar immer noch alles, aber dazu unterdessen auch soviel Gerümpel, dass ich kaum noch zur Tür hereinkomme.